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Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie in der Schweiz


Pasch, T; Zalunardo, M P; Orlow, P; Siegrist, M; Giger, M (2008). Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie in der Schweiz. Anästhesiologie und Intensivmedizin, 49(5):270-280.

Abstract

Nachdem die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) während mehr als 70 Jahren die Facharztweiterbildung und Titelverleihung durchgeführt hatte, wurde diese im Jahr 2002 mit Inkrafttreten der bilateralen Verträge mit der EU der Oberaufsicht der Eidgenossenschaft unterstellt. Für die Regelung der Weiterbildung ist die FMH seitdem im Auftrag des Bundes zuständig. Die einschlägigen Bestimmungen hat die FMH in der Weiterbildungsordnung (WBO) zusammengefasst. Diese legt fest, dass die Fachgesellschaften für die Ausarbeitung der Weiterbildungsprogramme (WBP), die Organisation und Durchführung der Fach­arzt­prüfungen sowie die Durchführung von Visitationen bei Anerkennungen von Weiterbildungsstätten zuständig sind. Im Hinblick auf die Einführung des Medizinalberufegesetzes, welches am 1. September 2007 in Kraft getreten ist, akkreditierte das Eidge­nössische Departement des Innern (EDI) im Mai 2005 die FMH bzw. die Weiterbildungsordnung und die 44 eidgenössischen Weiterbildungsprogramme. In diesem Rahmen ist der Schweizerischen Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation (SGAR) der Auftrag erteilt worden, aus ihrem WBP die nicht fachspezifische Weiterbildung von einem Jahr zu streichen und somit die Mindestweiterbildungsdauer auf fünf Jahre zu verkürzen. Die Revision des anästhesiologischen WBPs soll im Jahr 2008 abgeschlossen werden und den gewandelten Bedingungen in Arbeitswelt, Arbeitsrecht und Didaktik Rechnung tragen. Für Intensivmedizin gibt es einen eigenen Facharzt mit WBP. Seit 1986 ist das erfolgreiche Absolvieren einer Facharztprüfung in der Anäs­thesiologie obligatorisch. Sie besteht aus zwei Teilen. Die erste Teilprüfung entspricht dem schriftlichen Examen (Part I) für das European Diploma in Anaesthesiology and Intensive Care, in der zweiten, mündlichen Teilprüfung sind in zwei Durchgängen „guided questions“ zu überwiegend klinischen Fällen zu beantworten. Für die Anerkennung und Kate­gori­sierung der Weiterbildungsstätten durch die FMH ist die Weiterbildungsstättenkommission zuständig. Die SGAR hat schon im Jahr 2000 eine eigene Kommission zur Evaluation der Weiterbildungs­stätten gebildet und als erste Fachgesellschaft mit der systematischen Visitation der anästhesiologischen Weiterbildungsstätten gemäß den Vorgaben der WBO begonnen. Seit 1997 führt die FMH jedes Jahr eine landesweite Befragung der Assistenz­ärztinnen und -ärzte über die Weiterbildung durch, aufgrund deren Resultate sowohl die Weiterbildung im Fachgebiet als auch in der Weiterbildungsstätte vergleichend bewertet werden können. Ein ungenügendes Abschneiden in der Beurteilung durch die Assistenten löst im Prinzip eine Visitation der betreffenden Weiterbildungsstätte aus. Als Stärken der Weiterbildung in der Schweiz gelten die strukturierte Vermittlung der Lerninhalte sowie das Arbeitsklima. Im Vergleich zur Weiterbildung an deutschen Kliniken wird die Qualität der Weiterbildung in Anästhesio­logie in der Schweiz von den Assistenzärztinnen und Assistenzärzten als besser beurteilt.

Abstract

Nachdem die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) während mehr als 70 Jahren die Facharztweiterbildung und Titelverleihung durchgeführt hatte, wurde diese im Jahr 2002 mit Inkrafttreten der bilateralen Verträge mit der EU der Oberaufsicht der Eidgenossenschaft unterstellt. Für die Regelung der Weiterbildung ist die FMH seitdem im Auftrag des Bundes zuständig. Die einschlägigen Bestimmungen hat die FMH in der Weiterbildungsordnung (WBO) zusammengefasst. Diese legt fest, dass die Fachgesellschaften für die Ausarbeitung der Weiterbildungsprogramme (WBP), die Organisation und Durchführung der Fach­arzt­prüfungen sowie die Durchführung von Visitationen bei Anerkennungen von Weiterbildungsstätten zuständig sind. Im Hinblick auf die Einführung des Medizinalberufegesetzes, welches am 1. September 2007 in Kraft getreten ist, akkreditierte das Eidge­nössische Departement des Innern (EDI) im Mai 2005 die FMH bzw. die Weiterbildungsordnung und die 44 eidgenössischen Weiterbildungsprogramme. In diesem Rahmen ist der Schweizerischen Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation (SGAR) der Auftrag erteilt worden, aus ihrem WBP die nicht fachspezifische Weiterbildung von einem Jahr zu streichen und somit die Mindestweiterbildungsdauer auf fünf Jahre zu verkürzen. Die Revision des anästhesiologischen WBPs soll im Jahr 2008 abgeschlossen werden und den gewandelten Bedingungen in Arbeitswelt, Arbeitsrecht und Didaktik Rechnung tragen. Für Intensivmedizin gibt es einen eigenen Facharzt mit WBP. Seit 1986 ist das erfolgreiche Absolvieren einer Facharztprüfung in der Anäs­thesiologie obligatorisch. Sie besteht aus zwei Teilen. Die erste Teilprüfung entspricht dem schriftlichen Examen (Part I) für das European Diploma in Anaesthesiology and Intensive Care, in der zweiten, mündlichen Teilprüfung sind in zwei Durchgängen „guided questions“ zu überwiegend klinischen Fällen zu beantworten. Für die Anerkennung und Kate­gori­sierung der Weiterbildungsstätten durch die FMH ist die Weiterbildungsstättenkommission zuständig. Die SGAR hat schon im Jahr 2000 eine eigene Kommission zur Evaluation der Weiterbildungs­stätten gebildet und als erste Fachgesellschaft mit der systematischen Visitation der anästhesiologischen Weiterbildungsstätten gemäß den Vorgaben der WBO begonnen. Seit 1997 führt die FMH jedes Jahr eine landesweite Befragung der Assistenz­ärztinnen und -ärzte über die Weiterbildung durch, aufgrund deren Resultate sowohl die Weiterbildung im Fachgebiet als auch in der Weiterbildungsstätte vergleichend bewertet werden können. Ein ungenügendes Abschneiden in der Beurteilung durch die Assistenten löst im Prinzip eine Visitation der betreffenden Weiterbildungsstätte aus. Als Stärken der Weiterbildung in der Schweiz gelten die strukturierte Vermittlung der Lerninhalte sowie das Arbeitsklima. Im Vergleich zur Weiterbildung an deutschen Kliniken wird die Qualität der Weiterbildung in Anästhesio­logie in der Schweiz von den Assistenzärztinnen und Assistenzärzten als besser beurteilt.

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Other titles:Postgraduate specialist training in anaesthesiology in Switzerland
Item Type:Journal Article, refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Institute of Anesthesiology
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2008
Deposited On:23 Jan 2009 14:00
Last Modified:05 Apr 2016 12:52
Publisher:Aktiv Druck & Verlag
ISSN:0170-5334
Official URL:http://www.ai-online.info/aionline/?wicket:interface=:2:1:::

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