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Oligoprogression : Eine innovative Indikation für die Körperstereotaxie bei metastasierten Tumorsituationen


Guckenberger, Matthias (2015). Oligoprogression : Eine innovative Indikation für die Körperstereotaxie bei metastasierten Tumorsituationen. Strahlentherapie und Onkologie, 191(5):453-455.

Abstract

Hintergrund: Erlotinib ist beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) in der metastasierten Situation zugelassen nach dem Versagen der Erstlinien-Chemotherapie, unabhängig vom EGFR-Mutationsstatus. Die vorliegende Phase-II-Studie untersuchte den Stellenwert einer lokalen körperstereotaktischen Bestrahlung simultan zur Erlotinib-Therapie nach Progress in der Erstlinien-Chemotherapie beim NSCLC im Stadium IV [1].
Methode: In dieser prospektiven Phase-II-Studie wurden 24 Patienten mit NSCLC im Stadium IV nach Progress der Erstlinien- (n = 15), Zweitlinien- (n = 7) und Drittlinien-Chemotherapie (n = 2) (Cisplatin-basiert 21/24) mit Körperstereotaxie (SBRT) behandelt, wenn sie an bis zu 6 Läsionen im FDG-PET progredient waren und nicht bereits mit einem EGFR-Inhibitor behandelt worden waren. Die SBRT konnte in einer Fraktion (Gesamtdosis: 19–24 Gy), 3 (27–33 Gy) oder 5 (35–40 Gy) Fraktionen appliziert werden; mit Erlotinib wurde in einer Dosierung von 150 mg/Tag eine Woche vor der SBRT begonnen und bis zur Progression weitergeführt. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben nach 6 Monaten.
Ergebnisse: Die 24 Patienten wurden zwischen 2007 und 2013 rekrutiert, und die Auswertung erfolgte nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 16,3 Monaten. Die bestrahlten Läsionen, insgesamt 52, waren am häufigsten in der Lunge (n = 18), im Mediastinum (n = 13) und den Nebennieren (n = 7) lokalisiert. 48/52 Läsionen konnten ohne relevante Dosisabweichung bestrahlt werden. Erlotinib wurde für eine mediane Dauer von 273 Tagen eingenommen. Ein Patient erlitt eine Grad-IV- und anschließend eine Grad-V-Toxizität (pulmonal), die möglicherweise auf die SBRT zurückzuführen ist. Das mediane Gesamtüberleben betrug 20,4 Monate und das mediane progressionsfreie Überleben 14,7 Monate. Eine Progression wurde nur selten in den bestrahlten Lokalisationen beobachtet (n = 3/21 Patienten), häufiger an neuen Lokalisationen (n = 10/21). Bei 10/21 Patienten kam es während der gesamten Nachbeobachtungzeit aber zu keiner Krankheitsprogression.
Schlussfolgerung der Autoren: Mit der Kombination aus systemischer Erlotinib-Therapie und lokaler SBRT kann man eine lange Progressionsfreiheit und ein vielversprechendes Gesamtüberleben erzielen.

Abstract

Hintergrund: Erlotinib ist beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) in der metastasierten Situation zugelassen nach dem Versagen der Erstlinien-Chemotherapie, unabhängig vom EGFR-Mutationsstatus. Die vorliegende Phase-II-Studie untersuchte den Stellenwert einer lokalen körperstereotaktischen Bestrahlung simultan zur Erlotinib-Therapie nach Progress in der Erstlinien-Chemotherapie beim NSCLC im Stadium IV [1].
Methode: In dieser prospektiven Phase-II-Studie wurden 24 Patienten mit NSCLC im Stadium IV nach Progress der Erstlinien- (n = 15), Zweitlinien- (n = 7) und Drittlinien-Chemotherapie (n = 2) (Cisplatin-basiert 21/24) mit Körperstereotaxie (SBRT) behandelt, wenn sie an bis zu 6 Läsionen im FDG-PET progredient waren und nicht bereits mit einem EGFR-Inhibitor behandelt worden waren. Die SBRT konnte in einer Fraktion (Gesamtdosis: 19–24 Gy), 3 (27–33 Gy) oder 5 (35–40 Gy) Fraktionen appliziert werden; mit Erlotinib wurde in einer Dosierung von 150 mg/Tag eine Woche vor der SBRT begonnen und bis zur Progression weitergeführt. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben nach 6 Monaten.
Ergebnisse: Die 24 Patienten wurden zwischen 2007 und 2013 rekrutiert, und die Auswertung erfolgte nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 16,3 Monaten. Die bestrahlten Läsionen, insgesamt 52, waren am häufigsten in der Lunge (n = 18), im Mediastinum (n = 13) und den Nebennieren (n = 7) lokalisiert. 48/52 Läsionen konnten ohne relevante Dosisabweichung bestrahlt werden. Erlotinib wurde für eine mediane Dauer von 273 Tagen eingenommen. Ein Patient erlitt eine Grad-IV- und anschließend eine Grad-V-Toxizität (pulmonal), die möglicherweise auf die SBRT zurückzuführen ist. Das mediane Gesamtüberleben betrug 20,4 Monate und das mediane progressionsfreie Überleben 14,7 Monate. Eine Progression wurde nur selten in den bestrahlten Lokalisationen beobachtet (n = 3/21 Patienten), häufiger an neuen Lokalisationen (n = 10/21). Bei 10/21 Patienten kam es während der gesamten Nachbeobachtungzeit aber zu keiner Krankheitsprogression.
Schlussfolgerung der Autoren: Mit der Kombination aus systemischer Erlotinib-Therapie und lokaler SBRT kann man eine lange Progressionsfreiheit und ein vielversprechendes Gesamtüberleben erzielen.

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Other titles:Oligoprogression : An innovative indication for stereotactic body radiotherapy in the metastatic setting
Item Type:Journal Article, refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Radiation Oncology
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:May 2015
Deposited On:14 Oct 2015 12:14
Last Modified:05 Apr 2016 19:26
Publisher:Springer
ISSN:0179-7158
Publisher DOI:https://doi.org/10.1007/s00066-015-0826-2
PubMed ID:26120651

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