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Varianten der Diskursethik und deren Beitrag zur Lösung des philosophischen Grundlagenstreits zwischen Universalismus und Relativismus in der Bioethik


Scherer, A G (2008). Varianten der Diskursethik und deren Beitrag zur Lösung des philosophischen Grundlagenstreits zwischen Universalismus und Relativismus in der Bioethik. In: Biller-Andorno, N; Schaber, P; Schulz-Baldes, A. Gibt es eine universale Bioethik? Paderborn: mentis-Verlag, 269-278.

Abstract

Beim Grundlagenstreit zwischen Universalismus und Relativismus geht es um die Frage, ob angesichts der Vielfalt kultureller Normen und Wertvorstellungen ein universeller Vernunftbegriff begründet werden kann.
Die praktischen Folgen für die Bioethik liegen auf der Hand: Erst wenn eine solche Begründung möglich ist, kann eine vernünftige Antwort auf die ethischen Herausforderungen der biologischen und biotechnischen Forschung und der daraus resultierenden Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Die philosophischen Positionen zu dieser Grundlagenfrage sind vielfältig. Sie lassen sich grob in zwei Extrempositionen gliedern. Die Universalisten orientieren sich an der kantianischen Tradition und betonen den Einheitsgedanken praktischer Vernunft; die Relativisten dagegen sind vernunftskeptisch. Ihrer Auffassung zufolge sei nicht die Einheit der Vernunft, sondern die Vielfalt der Lebensformen konstitutiv für die menschliche Entwicklung. Jeder Versuch, diese Vielfalt zugunsten einer Einheit einzuebnen, sei letztlich eine ungerechtfertigte Einschränkung.
Demzufolge gäbe es gar keine Rationalitätsstandards, die über die bloß lokalen Verhältnisse einer bestimmten Kultur hinausweisen. Eine aussichtsreiche Alternative zum Vernunftskeptizismus bietet die Diskursethik. Die Diskursethik liegt allerdings in unterschiedlichen Varianten vor, die im Hinblick auf die Entwicklung einer interkulturell gültigen Bioethik entscheidende Differenzen markieren. Bei den drei Begründungskonzeptionen, die ich im folgenden näher betrachten will, handelt es sich um die »Transzendentalpragmatik« Karl-Otto Apels, die »Universalpragmatik« von Jürgen Habermas sowie den »Kulturalismus« aus dem Umkreis des philosophischen Konstruktivismus der Erlanger Schule. In diesem Beitrag werden nach einem kurzen Überblick (1) die Positionen von Apel (2) und von Habermas (3) kurz skizziert und anschließend einige Problembereiche dieser Konzeptionen thematisiert werden (4). In den Abschnitten (5) und (6) wird dann der mögliche Beitrag des Kulturalismus zur Thematik diskutiert werden.

Beim Grundlagenstreit zwischen Universalismus und Relativismus geht es um die Frage, ob angesichts der Vielfalt kultureller Normen und Wertvorstellungen ein universeller Vernunftbegriff begründet werden kann.
Die praktischen Folgen für die Bioethik liegen auf der Hand: Erst wenn eine solche Begründung möglich ist, kann eine vernünftige Antwort auf die ethischen Herausforderungen der biologischen und biotechnischen Forschung und der daraus resultierenden Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Die philosophischen Positionen zu dieser Grundlagenfrage sind vielfältig. Sie lassen sich grob in zwei Extrempositionen gliedern. Die Universalisten orientieren sich an der kantianischen Tradition und betonen den Einheitsgedanken praktischer Vernunft; die Relativisten dagegen sind vernunftskeptisch. Ihrer Auffassung zufolge sei nicht die Einheit der Vernunft, sondern die Vielfalt der Lebensformen konstitutiv für die menschliche Entwicklung. Jeder Versuch, diese Vielfalt zugunsten einer Einheit einzuebnen, sei letztlich eine ungerechtfertigte Einschränkung.
Demzufolge gäbe es gar keine Rationalitätsstandards, die über die bloß lokalen Verhältnisse einer bestimmten Kultur hinausweisen. Eine aussichtsreiche Alternative zum Vernunftskeptizismus bietet die Diskursethik. Die Diskursethik liegt allerdings in unterschiedlichen Varianten vor, die im Hinblick auf die Entwicklung einer interkulturell gültigen Bioethik entscheidende Differenzen markieren. Bei den drei Begründungskonzeptionen, die ich im folgenden näher betrachten will, handelt es sich um die »Transzendentalpragmatik« Karl-Otto Apels, die »Universalpragmatik« von Jürgen Habermas sowie den »Kulturalismus« aus dem Umkreis des philosophischen Konstruktivismus der Erlanger Schule. In diesem Beitrag werden nach einem kurzen Überblick (1) die Positionen von Apel (2) und von Habermas (3) kurz skizziert und anschließend einige Problembereiche dieser Konzeptionen thematisiert werden (4). In den Abschnitten (5) und (6) wird dann der mögliche Beitrag des Kulturalismus zur Thematik diskutiert werden.

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Item Type:Book Section, refereed, original work
Communities & Collections:03 Faculty of Economics > Department of Business Administration
Dewey Decimal Classification:330 Economics
Language:German
Date:2008
Deposited On:06 Feb 2009 10:54
Last Modified:14 Sep 2016 13:38
Publisher:mentis-Verlag
Series Name:ethica
Number:14
ISBN:978-3-89785-313-3
Additional Information:View research and articles of the Author Andreas Georg Scherer on SSRN Author page: http://ssrn.com/author=721161
Official URL:http://www.mentis.de/index.php?id=00000005&article_id=00000028&category=&book_id=00000545
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