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Zurich Open Repository and Archive 

Permanent URL to this publication: http://dx.doi.org/10.5167/uzh-12593

Zehnder, D. Prävention von Traumafolgestörungen bei Kindern und Jugendlichen nach Strassenverkehrsunfällen: eine randomisiert-kontrollierte Studie. 2008, University of Zurich, Faculty of Medicine.

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Abstract

Strassenverkehrsunfälle als objektiv und/oder subjektiv bedrohliche Ereignisse erfüllen die Definitionskriterien
für ein psychisches Trauma gemäss DSM-IV-TR. Im Kinderbereich gibt es erst wenige empirische Hinweise für
ein notfallpsychologisches Vorgehen mit dem Ziel, langfristige Traumafolgestörungen zu verhindern oder zumindest zu vermindern. Das Hauptziel dieser prospektiven Studie bestand in der Überprüfung einer notfallpsychologischen Kurzintervention auf ihren sekundär präventiven Nutzen. 77 im Strassenverkehr verunglückte Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 16 Jahren wurden zu drei Zeitpunkten (10 Tage, 2 Monate und 6 Monate nach dem Unfall) persönlich befragt. Im direkten Anschluss an die Baseline-Erhebung wurden die Studienteilnehmenden randomisiert in eine Interventionsgruppe und in eine Kontrollgruppe eingeteilt. Die Betroffenen der Interventionsgruppe erhielten im Beisein mindestens eines Elternteils eine notfallpsychologische Kurzintervention
mit folgenden Elementen: Unfall-Rekonstruktion, Psychoedukation zu möglichen Belastungssymptomen und Bewältigungsstrategien sowie Abgabe einer Informationsbroschüre. Zur Erhebung der psychosozialen Anpassung an das Unfallereignis wurden die Interviews zu akuten und posttraumatischen Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen (IBS-KJ) sowie das Depressionsinventar für Kinder und Jugendliche (DIKJ) und Fragen zu unfallbezogenen Ängsten (Travel Anxiety Scale) eingesetzt. Die Eltern machten Angaben zu Verhaltensauffälligkeiten (CBCL) ihrer Kinder und es wurden verschiedene personen-, unfall- und umfeldspezifische Merkmale erhoben. Zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe konnten sowohl bei der akuten Belastungssymptomatik zu als auch bei der posttraumatischen Belastungssymptomatik keine signifikanten Mittelwertsunterschiede gefunden werden. Zudem verbesserten sich die posttraumatischen Belastungswerte innerhalb
eines halben Jahres bei beiden Gruppen in gleicher Weise. Die depressive und ängstliche Symptomatik sowie die CBCL-Mittelwerte unterschieden sich zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe zu allen drei Messzeitpunkten ebenfalls nicht signifikant, obwohl sich die Effektstärken der Veränderungen in der Interventionsgruppe
durchwegs günstiger zeigten als in der Kontrollgruppe. Zudem zeigte sich in Subgruppenauswertungen, dass 7- bis 11-jährige Knaben im Bereich der Depression und der Verhaltensauffälligkeiten von der durchgeführten Intervention profitieren konnten. Insgesamt gesehen wirkte die durchgeführte notfallpsychologische Kurzintervention nicht sekundär präventiv und eignet sich somit nicht für einen routinemässigen Einsatz.

Item Type:Dissertation
Referees:Landolt M A, Hornung R
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Children's Hospital Zurich > Medical Clinic
DDC:610 Medicine & health
Language:German
Date:2008
Deposited On:05 Feb 2009 09:09
Last Modified:09 Jul 2012 03:37
Related URLs:http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=005576784

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