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Prädiktive Faktoren des lokoregionären Rezidivs beim operablen Mammakarzinom: Eine retrospektive Studie an 582 konsekutiven Patientinnen


Schneeberger, N. Prädiktive Faktoren des lokoregionären Rezidivs beim operablen Mammakarzinom: Eine retrospektive Studie an 582 konsekutiven Patientinnen. 2008, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Das Mammakarzinom ist die häufigste bis zweithäufigste Todesursache durch Krebs bei den Frauen (17% der Krebstodesfälle). Eine von 8-10 Frauen erkrankt im Verlaufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom, falls sie das 85. Altersjahr erreicht. In der Schweiz erkranken 4000-5200 Frauen jährlich. Die Inzidenz ist steigend, bedingt durch das zunehmende Alter der Bevölkerung. Eine klar definierte primäre Prävention ist zur Zeit nicht möglich.
Als Standardtherapie wird entweder eine modifiziert radikale Mastektomie oder eine brusterhaltende Operation mit anschliessender Radiotherapie des Restdrüsenkörpers
durchgeführt. Damit verbunden wird ein chirurgisches Lymphknotenstaging.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist, prädiktive Faktoren für die Entstehung eines lokoregionären Rezidivs zu identifizieren.
Sämtliche Daten der vorliegenden retrospektiven Studie wurden den Akten der Tumornachsorge der Klinik für Gynäkologie des Universitätsspitals Zürich entnommen. Im Zeitraum von Januar 1992 bis Dezember 2000 wurde anhand von 582 konsekutiv operierten Frauen mit einem primären Mammakarzinom die lokoregionäre Rezidiv- und Fernmetastasenrate erhoben. Mittels univariater und multivariater Analyse der zahlreichen Variablen wurden
Prädiktoren in Bezug auf ein lokoregionäres Rezidiv identifiziert.
Bei 344 Patientinnen (59%) wurde eine modifiziert radikale Mastektomie durchgeführt, 238 Frauen (41%) operierte man brusterhaltend. Die Anzahl der entfernten Lymphknoten lag bei durchschnittlich 22 (0-69). In 323 Fällen (55%) waren die Lymphknoten tumorfrei, bei den restlichen 257 Patientinnen (44%) fanden sich Metastasen in mindestens einem Lymphknoten. Der durchschnittliche Tumordurchmesser betrug 24.1mm (1-120mm). 316 Frauen (54%) erhielten postoperativ eine Radiotherapie. Bei 92% der brusterhaltend
operierten Patientinnen wurde eine Radiotherapie des Restdrüsenkörpers durchgeführt. Bei 29% der mastektomierten Patientinnen wurde die Thoraxwand bestrahlt. Bei 219
Patientinnen (38%) wurde eine adjuvante und bei 18 Frauen (3%) eine neoadjuvante Chemotherapie durchgeführt. Eine adjuvante Hormontherapie, in über 95% der Fälle mit Tamoxifen, begannen 395 Frauen (68%).
Bei einer mittleren Nachkontrollzeit von 4 Jahren (48 Monate) entwickelten 63 (11%) Patientinnen ein lokoregionäres Rezidiv in einem mittleren Zeitraum von 46 Monaten (1-130 Monate) und 80 (14%) Patientinnen Fernmetastasen in einem mittleren Zeitraum von 46.3
Monaten (1-130 Monate).
Als univariat signifikante Prädiktoren des lokoregionären Rezidivs stellten sich folgende Variablen heraus: Junges Alter (p=0.0214), hoher präoperativer Tumormarker CA 15-3 (p=0.0001), Mastektomie (15% vs 5%; p=0.0022), grosser Tumordurchmesser (p<0.0001), positiver histologischer Lymphknotenstatus (18% vs 5%; p<0.0001), hohe Anzahl befallener Lymphknoten (p<0.0001), negative Östrogenrezeptoren (20% vs 8%; p<0.0001), negative Progesteronrezeptoren (19% vs 6%; p=0.0001), ein klinisch inflammatorisches Karzinom (56% vs 10%; p<0.0001), hohes Grading (19% (G3) vs 1% (G1); p<0.0001), positiver Resek-tionsrand (24% vs 9%; p<0.0001), perinodale Lymph- / Hämangiosis carcinomatosa (36% vs 9%; p<0.0001), peritumorale Lymph-/Hämangiosis carcinomatosa (21% vs 6%; p<0.0001), extranodaler axillärer Tumorbefall (21% vs 8%; p<0.0001), Multizentrizität/Multifokalität (19% vs 9%; p=0.0013), Haut-/Muskelinfiltration (25% vs 9%; p<0.0001), keine adjuvante Hormontherapie (16% vs 8%; p=0.0011) und die Durchführung einer neoadjuvanten und/oder adjuvanten Chemotherapie (18% vs 6%; p<0.0001). In der multivariaten Analyse waren folgende 7 Variablen signifikante Prädiktoren für die Ausbildung eines lokoregionären Rezidivs: Hoher präoperativer Wert des Tumormarkers CA 15-3 (p=0.001), klinisch inflammatorisches Karzinom (p<0.001), hohes Grading (p=0.038), negativer Östrogenrezeptor-Status (p=0.015), befallene Lymphknoten (p<0.001), positiver Resektionsrand (p=0.019) und eine peritumorale Lymph-/Hämangiosis carcinomatosa (p=0.013). Der einzige zu beeinflussende multivariat signifikante Risikofaktor stellte der Resektionsrand dar, was die Rolle einer adäquaten Chirurgie in der Primärtherapie des Mammakarzinoms unterstreicht. Multivariat signifikante Risikofaktoren für das Auftreten eines intramammären Rezidivs sind junges Alter (p=0.006), positiver Resektionsrand (p=0.015) und perinodale Lymph-/Hämangiosis carcinomatosa (p=0.004). Multivariat signifikante Risikofaktoren für ein Thoraxwandrezidiv sind ein hoher präoperativer Wert des Tumormarkers CA 15-3 (p=0.005), keine Hormonsubstitution (p=0.036), ein klinisch inflammatorisches Karzinom (p<0.0001), hohes Grading (p=0.001), positiver Lymphknotenstatus (p=0.011) sowie die peritumorale Lymph-/Hämangiosis carcinomatosa. Für die Ausbildung eines axillären Rezidivs sind folgende Risikofaktoren multivariat signifikant: Anzahl befallener Lymphknoten (p<0.0001), ein negativer Progesteronrezeptor-Status (p=0.045) sowie ein klinisch inflammatorisches Karzinom (p=0.018).

Das Mammakarzinom ist die häufigste bis zweithäufigste Todesursache durch Krebs bei den Frauen (17% der Krebstodesfälle). Eine von 8-10 Frauen erkrankt im Verlaufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom, falls sie das 85. Altersjahr erreicht. In der Schweiz erkranken 4000-5200 Frauen jährlich. Die Inzidenz ist steigend, bedingt durch das zunehmende Alter der Bevölkerung. Eine klar definierte primäre Prävention ist zur Zeit nicht möglich.
Als Standardtherapie wird entweder eine modifiziert radikale Mastektomie oder eine brusterhaltende Operation mit anschliessender Radiotherapie des Restdrüsenkörpers
durchgeführt. Damit verbunden wird ein chirurgisches Lymphknotenstaging.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist, prädiktive Faktoren für die Entstehung eines lokoregionären Rezidivs zu identifizieren.
Sämtliche Daten der vorliegenden retrospektiven Studie wurden den Akten der Tumornachsorge der Klinik für Gynäkologie des Universitätsspitals Zürich entnommen. Im Zeitraum von Januar 1992 bis Dezember 2000 wurde anhand von 582 konsekutiv operierten Frauen mit einem primären Mammakarzinom die lokoregionäre Rezidiv- und Fernmetastasenrate erhoben. Mittels univariater und multivariater Analyse der zahlreichen Variablen wurden
Prädiktoren in Bezug auf ein lokoregionäres Rezidiv identifiziert.
Bei 344 Patientinnen (59%) wurde eine modifiziert radikale Mastektomie durchgeführt, 238 Frauen (41%) operierte man brusterhaltend. Die Anzahl der entfernten Lymphknoten lag bei durchschnittlich 22 (0-69). In 323 Fällen (55%) waren die Lymphknoten tumorfrei, bei den restlichen 257 Patientinnen (44%) fanden sich Metastasen in mindestens einem Lymphknoten. Der durchschnittliche Tumordurchmesser betrug 24.1mm (1-120mm). 316 Frauen (54%) erhielten postoperativ eine Radiotherapie. Bei 92% der brusterhaltend
operierten Patientinnen wurde eine Radiotherapie des Restdrüsenkörpers durchgeführt. Bei 29% der mastektomierten Patientinnen wurde die Thoraxwand bestrahlt. Bei 219
Patientinnen (38%) wurde eine adjuvante und bei 18 Frauen (3%) eine neoadjuvante Chemotherapie durchgeführt. Eine adjuvante Hormontherapie, in über 95% der Fälle mit Tamoxifen, begannen 395 Frauen (68%).
Bei einer mittleren Nachkontrollzeit von 4 Jahren (48 Monate) entwickelten 63 (11%) Patientinnen ein lokoregionäres Rezidiv in einem mittleren Zeitraum von 46 Monaten (1-130 Monate) und 80 (14%) Patientinnen Fernmetastasen in einem mittleren Zeitraum von 46.3
Monaten (1-130 Monate).
Als univariat signifikante Prädiktoren des lokoregionären Rezidivs stellten sich folgende Variablen heraus: Junges Alter (p=0.0214), hoher präoperativer Tumormarker CA 15-3 (p=0.0001), Mastektomie (15% vs 5%; p=0.0022), grosser Tumordurchmesser (p<0.0001), positiver histologischer Lymphknotenstatus (18% vs 5%; p<0.0001), hohe Anzahl befallener Lymphknoten (p<0.0001), negative Östrogenrezeptoren (20% vs 8%; p<0.0001), negative Progesteronrezeptoren (19% vs 6%; p=0.0001), ein klinisch inflammatorisches Karzinom (56% vs 10%; p<0.0001), hohes Grading (19% (G3) vs 1% (G1); p<0.0001), positiver Resek-tionsrand (24% vs 9%; p<0.0001), perinodale Lymph- / Hämangiosis carcinomatosa (36% vs 9%; p<0.0001), peritumorale Lymph-/Hämangiosis carcinomatosa (21% vs 6%; p<0.0001), extranodaler axillärer Tumorbefall (21% vs 8%; p<0.0001), Multizentrizität/Multifokalität (19% vs 9%; p=0.0013), Haut-/Muskelinfiltration (25% vs 9%; p<0.0001), keine adjuvante Hormontherapie (16% vs 8%; p=0.0011) und die Durchführung einer neoadjuvanten und/oder adjuvanten Chemotherapie (18% vs 6%; p<0.0001). In der multivariaten Analyse waren folgende 7 Variablen signifikante Prädiktoren für die Ausbildung eines lokoregionären Rezidivs: Hoher präoperativer Wert des Tumormarkers CA 15-3 (p=0.001), klinisch inflammatorisches Karzinom (p<0.001), hohes Grading (p=0.038), negativer Östrogenrezeptor-Status (p=0.015), befallene Lymphknoten (p<0.001), positiver Resektionsrand (p=0.019) und eine peritumorale Lymph-/Hämangiosis carcinomatosa (p=0.013). Der einzige zu beeinflussende multivariat signifikante Risikofaktor stellte der Resektionsrand dar, was die Rolle einer adäquaten Chirurgie in der Primärtherapie des Mammakarzinoms unterstreicht. Multivariat signifikante Risikofaktoren für das Auftreten eines intramammären Rezidivs sind junges Alter (p=0.006), positiver Resektionsrand (p=0.015) und perinodale Lymph-/Hämangiosis carcinomatosa (p=0.004). Multivariat signifikante Risikofaktoren für ein Thoraxwandrezidiv sind ein hoher präoperativer Wert des Tumormarkers CA 15-3 (p=0.005), keine Hormonsubstitution (p=0.036), ein klinisch inflammatorisches Karzinom (p<0.0001), hohes Grading (p=0.001), positiver Lymphknotenstatus (p=0.011) sowie die peritumorale Lymph-/Hämangiosis carcinomatosa. Für die Ausbildung eines axillären Rezidivs sind folgende Risikofaktoren multivariat signifikant: Anzahl befallener Lymphknoten (p<0.0001), ein negativer Progesteronrezeptor-Status (p=0.045) sowie ein klinisch inflammatorisches Karzinom (p=0.018).

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Item Type:Dissertation
Referees:Fink D, Fehr M K
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Gynecology
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:20 February 2008
Deposited On:23 Feb 2009 12:50
Last Modified:05 Apr 2016 13:05
Number of Pages:69
Permanent URL: http://doi.org/10.5167/uzh-16004

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