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Zurich Open Repository and Archive

Permanent URL to this publication: http://dx.doi.org/10.5167/uzh-16006

Luft, H. Diagnostik und Therapie des Ovarialkarzinoms: Erfahrungen an der Schweizerischen Pflegerinnenschule Zürich und am Spital Zollikerberg mit 145 Patientinnen in den Jahren 1993-1999. 2008, University of Zurich, Faculty of Medicine.

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Abstract

Die vorliegende Arbeit untersucht an einem repräsentativen Patientengut, ob die Diagnostik und Therapie des Ovarialkarzinoms am peripheren Spital dem aktuellen Stand der Technik und den medizinisch sinnvollen Möglichkeiten entsprechen. Hierzu wird das Konzept der kombinierten operativen und internistisch-onkologischen Therapie unter besonderer Berücksichtigung der retroperitonealen Lymphonodektomie und von Darmresektionen auf Richtigkeit, Effektivität und Qualität untersucht. Zur Beantwortung dieser Fragen werden die perioperative Morbidität und die Rezidivrate aufgezeigt. Gemessen wird mit der 5- Jahresüberlebensrate für das Gesamtkollektiv und für die bekanntesten Prognosefaktoren. Überprüft wird auch, ob die interdisziplinäre Nachsorge an der peripheren Frauenklinik gewährleistet ist und die Resultate den Angaben aus der Literatur standhalten.
Ausgewertet werden die Krankengeschichten von 150 Patientinnen mit Ovarialkarzinom aus dem Zeitraum 1.1.1993 bis 31.12.1999. Bei 5 Patientinnen konnte kein kompletter follow-up erhoben werden und somit wurden diese 5 Fälle nicht ausgewertet. Zur statistischen Auswertung für die Kaplan-Meier-Kurven und Log-Rank-Tests wurde das Statistikprogramm SPSS genutzt.
Die mittlere Beobachtungszeit betrug 55.21 Monate (2-144 Monate), das mittlere Alter lag bei 61.8 Jahren (18-95 Jahre), 51.7% der Patientinnen waren mit einem Body-Mass-Index von über 25 adipös.
Mit Ausnahme der FIGO-Stadien Ia und Ib wurden alle Ovarilakarzinome mit einer Spülzytologie / Asziteszytologie, abdominalen totalen Hysterektomie, Adnexektomie beidseits, Appendektomie, Omentektomie, Lymphonodektomie im Bereich der Iliacal-Gefässe und paraaortal –nur in den Stadien I und II- operiert und je nach Darmbefall wurde Darm teilreseziert. Die Stadieneinteilung erfolgte nach den pTNM-Kriterien und die Chemotherapie erfolgte in Absprache mit dem Onkologen in einer Zweierkombination mit Cyclophosphamid (500mg/m²) oder Paclitaxel (175mg/m²) mit Cisplatin (75mg/m²). Nach Markteinführung von Carboplatin wurde Cisplatin hierdurch mit einer Dosis von 5 area under curve (AUC) ersetzt. Es wurden auch Dreierkombinationen und Monotherapien zum Einsatz gebracht. 3.4% der Frauen erhielten zusätzlich eine Bestrahlung.
Die Ergebnisse zeigen, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Überleben und dem initialen Tumorstadium nach TNM-Klassifikation gibt: 93% der Patientinnen mit pTMN 1 Tumoren überleben 5 Jahre im Gegensatz zu 4% mit pTNM 4 Tumoren. Auch einen signifikanten Zusammenhang zwischen Überleben und der Radikalität der Operation zeigt diese Arbeit: So überleben bei radikaler Tumorentfernung 56% der Patientinnen die kommenden 5 Jahre im Gegensatz zu R1- und R2-resezierten Patientinnen, diese überleben zu 2% bei R1-Resektion und 0% bei R2-Resektion. Für die Darmoperation kann eine knappe Signifikanz zugunsten der nicht am Darm operierten Patientinnen gezeigt werden, welche zu 63% 5 Jahre überleben. Einschränkend ist dazu anzumerken, dass Patientinnen mit Darmresektion initial eine fortgeschrittene Tumorlast aufweisen. Keine Signifikanz bezüglich des Überlebens konnte für die verschiedenen histologischen Klassifikationen der Ovarialkarzinome gezeigt werden.
Diese Erfahrungen mit 145 Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die an der Schweizerischen Pflegerinnenschule Zürich und am Spital Zollikerberg behandelt wurden, zeigen, dass an einem nichtuniversitären Spital in enger Zusammenarbeit mit internistischen Onkologen eine qualitativ adäquate Behandlung des Ovarialkarzinoms gewährleistet ist. Dabei liegt die perioperative Morbidität und Mortalität in dem untersuchten Kollektiv leicht unter den Angaben grosser Zentren. Die 5-Jahresüberlebensrate entspricht, gemessen an den Behandlungserfolgen, den geforderten Vorgaben. Die von grossen Zentren ausgewiesene Prognose des Ovarialkarzinoms bestätigt sich in dem untersuchten Kollektiv und übertrifft diese teilweise.
Die Stiftung Schweizerische Pflegerinnenschule fusionierte am 01.01.1999 im Rahmen der Spitalplanung der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich mit der Stiftung Diakonie-Werk Neumünster, worauf die Gynäkologisch-Geburtshilfliche Klinik der Schweizerischen Pflegerinnenschule als Frauenklinik in das Spital Zollikerberg integriert wurde.

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Item Type:Dissertation
Referees:Fink D, Kunz J
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Gynecology
DDC:610 Medicine & health
Language:German
Date:28 November 2008
Deposited On:23 Feb 2009 12:30
Last Modified:09 Oct 2013 14:44
Number of Pages:75

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