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Laparoskopische Sakropexie – prospektive Fallkontrollstudie von 90 an der Frauenklinik des Kantonsspital Aarau operierten Patientinnen


Brandner, S. Laparoskopische Sakropexie – prospektive Fallkontrollstudie von 90 an der Frauenklinik des Kantonsspital Aarau operierten Patientinnen. 2008, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Einleitung, Fragestellung: Die abdominalen Sakropexie gilt laut einem Cochrane review von 2004 als golden standard zur operativen Behebung des apikalen isolierten oder kombinierten Defektes. Diese invasive, mit hoher Morbidität und langer Rekonvaleszenzzeit verbundene Technik, konnte sich trotz gutem Outcome nicht durchsetzen. Mit der laparoskopischen Sakropexie steht nun eine Methode zur
Verfügung die bereits bewiesen hat, dass Morbidität und Rekonvaleszenz deutlich geringer sind als bei der abdominalen Sakropexie. Mit unserer Studie wollten wir das
Augenmerk auf das Outcome betreffend Lebensqualität und Symptome der Patientinnen legen. Wir wollten in der vorliegenden prospektiven Fallkontrollstudie objektive und subjektive Heilungsraten, Symptomfreiheit, Lebensqualität und Rezidivraten, sowie Langzeitkomplikationen aufzeigen. Ein solcher Vergleich fehlt bis anhin in der Literatur zum Thema laparoskopische Sakropexie.
Material und Methoden: Die Patientinnen wurden aus unserer urogynäkologischen Spezialsprechstunde rekrutiert. Eingeschlossen wurden alle Patientinnen mit einem
symptomatischen Prolaps des apikalen Kompartimentes mit und ohne Beteiligung anderer Kompartimente. Standardisierte präoperative Abklärung inklusive Urodynamik und Perinealsonografie, POP-Q Evaluation der Anatomie und prä- und postoperative standardisierte Befragung ermöglichten einen Vergleich der objektiven und subjektiven Befunde. Die Operation erfolgte ebenfalls standardisiert durch zwei
Operateure, ein Teil der Patientinnen wurden kombiniert mit TVT-O oder Kolpoperineoplastik operiert, alle Patientinnen welche noch einen Uterus hatten wurden suprazervikal hysterektomiert. Alle Patientinnen wurden nach drei, sechs, zwölf und 24 Monaten nachkontrolliert.
Resultate: Von den 93 operierten Patientinnen standen 86 für mindestens eine Follow up Untersuchung zur Verfügung. Wir konnten kein apikales Rezidiv finden. Die einzigen Rezidive haben das anteriore Kompartiment betroffen, alle Rezidive zeigten einen deutlich paravaginalen Defekt. Die objektive Heilungsrate betrug somit 93%. Die durchschnittliche präoperative Lebensqualität auf der visual analog Skala betrug 5.2 und konnte postoperatuv auf durchschnittlich 9.1 erhöht werden. Die maximale Lebensqualität wurde im Schnitt bereits nach vier Monaten erreicht. Die durchschnittliche Verbesserung betrug + 4.3 Punkte. Zwischen 70 und 96% der präoperativen Symptome konnten mit der laparoskopischen Sakropexie behoben
werden. Die Hauptindikationen zur Reoperation wegen lebensqualitätseinschränkenden de novo Symptome waren POSUI (TVT-O) und obstruierte Defäkation (Kolpoperineoplastik). Lediglich eine Patientin muste zwei Jahre nach Prmäroperation wegen Mesherosion in die Blase reoperiert werden. Alle präoperativ sexuell aktiven Patientinnen bis auf eine hatten eine unverändert gute sexuelle
Aktivität postoperativ, 8 von 12 Patientinnen, welche präoperativ prolapsbedingt keinen GV hatten beschrieben eine deutliche Verbesserung.
Diskussion: Die laparoskopische Sakropexie ist eine effiziente und sichere Methode zur Behebung von Defekten des apikalen Kompartimentes auch in Kombination mit
anderen Defekten. Die präoperativen Symptome konnten durch die Operation behoben und damit die Lebensqualität eindrücklich verbessert werden. Die laparoskopische Sakropexie ist bezüglich Outcome der abdominellen Sakropexie
mindestens gleichwertig und den vaginalen Operationsmethoden zur Behebung des Scheidenstumpfvorfall eindeutig überlegen. Die einzige schwere Spätkomplikation
(Mesherosion in die Blase) ist als Einzelfall bei voroperierten Patientin mit chronischem Husten anzusehen.

Abstract

Einleitung, Fragestellung: Die abdominalen Sakropexie gilt laut einem Cochrane review von 2004 als golden standard zur operativen Behebung des apikalen isolierten oder kombinierten Defektes. Diese invasive, mit hoher Morbidität und langer Rekonvaleszenzzeit verbundene Technik, konnte sich trotz gutem Outcome nicht durchsetzen. Mit der laparoskopischen Sakropexie steht nun eine Methode zur
Verfügung die bereits bewiesen hat, dass Morbidität und Rekonvaleszenz deutlich geringer sind als bei der abdominalen Sakropexie. Mit unserer Studie wollten wir das
Augenmerk auf das Outcome betreffend Lebensqualität und Symptome der Patientinnen legen. Wir wollten in der vorliegenden prospektiven Fallkontrollstudie objektive und subjektive Heilungsraten, Symptomfreiheit, Lebensqualität und Rezidivraten, sowie Langzeitkomplikationen aufzeigen. Ein solcher Vergleich fehlt bis anhin in der Literatur zum Thema laparoskopische Sakropexie.
Material und Methoden: Die Patientinnen wurden aus unserer urogynäkologischen Spezialsprechstunde rekrutiert. Eingeschlossen wurden alle Patientinnen mit einem
symptomatischen Prolaps des apikalen Kompartimentes mit und ohne Beteiligung anderer Kompartimente. Standardisierte präoperative Abklärung inklusive Urodynamik und Perinealsonografie, POP-Q Evaluation der Anatomie und prä- und postoperative standardisierte Befragung ermöglichten einen Vergleich der objektiven und subjektiven Befunde. Die Operation erfolgte ebenfalls standardisiert durch zwei
Operateure, ein Teil der Patientinnen wurden kombiniert mit TVT-O oder Kolpoperineoplastik operiert, alle Patientinnen welche noch einen Uterus hatten wurden suprazervikal hysterektomiert. Alle Patientinnen wurden nach drei, sechs, zwölf und 24 Monaten nachkontrolliert.
Resultate: Von den 93 operierten Patientinnen standen 86 für mindestens eine Follow up Untersuchung zur Verfügung. Wir konnten kein apikales Rezidiv finden. Die einzigen Rezidive haben das anteriore Kompartiment betroffen, alle Rezidive zeigten einen deutlich paravaginalen Defekt. Die objektive Heilungsrate betrug somit 93%. Die durchschnittliche präoperative Lebensqualität auf der visual analog Skala betrug 5.2 und konnte postoperatuv auf durchschnittlich 9.1 erhöht werden. Die maximale Lebensqualität wurde im Schnitt bereits nach vier Monaten erreicht. Die durchschnittliche Verbesserung betrug + 4.3 Punkte. Zwischen 70 und 96% der präoperativen Symptome konnten mit der laparoskopischen Sakropexie behoben
werden. Die Hauptindikationen zur Reoperation wegen lebensqualitätseinschränkenden de novo Symptome waren POSUI (TVT-O) und obstruierte Defäkation (Kolpoperineoplastik). Lediglich eine Patientin muste zwei Jahre nach Prmäroperation wegen Mesherosion in die Blase reoperiert werden. Alle präoperativ sexuell aktiven Patientinnen bis auf eine hatten eine unverändert gute sexuelle
Aktivität postoperativ, 8 von 12 Patientinnen, welche präoperativ prolapsbedingt keinen GV hatten beschrieben eine deutliche Verbesserung.
Diskussion: Die laparoskopische Sakropexie ist eine effiziente und sichere Methode zur Behebung von Defekten des apikalen Kompartimentes auch in Kombination mit
anderen Defekten. Die präoperativen Symptome konnten durch die Operation behoben und damit die Lebensqualität eindrücklich verbessert werden. Die laparoskopische Sakropexie ist bezüglich Outcome der abdominellen Sakropexie
mindestens gleichwertig und den vaginalen Operationsmethoden zur Behebung des Scheidenstumpfvorfall eindeutig überlegen. Die einzige schwere Spätkomplikation
(Mesherosion in die Blase) ist als Einzelfall bei voroperierten Patientin mit chronischem Husten anzusehen.

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Item Type:Dissertation
Referees:Fink D, Schär G
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Gynecology
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:30 June 2008
Deposited On:24 Feb 2009 09:41
Last Modified:05 Apr 2016 13:05
Number of Pages:46

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