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Onkologie beim geriatrischen Patienten – was macht noch Sinn?


Rohrer Bley, C (2009). Onkologie beim geriatrischen Patienten – was macht noch Sinn? Der praktische Tierarzt, 90:726.

Abstract

Krebserkrankungen gehören beim Kleintier, wie auch beim Menschen, in den Komplex der typischen Alterskrankheiten. Jedoch ist im Gegensatz zu der Humanmedizin der Begriff „geriatrisch“ nicht klar definiert und lässt sich auch nicht für alle Rassen gleich verstehen. Meist wird „geriatrisch“ im Sinne einer Multimorbitidät in Kombination mit hohem Alter (letztes Lebensquartal) verstanden.
Alte und polymorbide Patienten werden häufig nach einem palliativen Betreuungsansatz behandelt, bei dem die lindernde Behandlung der heilenden übergeordnet ist. Die palliative Behandlung hat nicht die vollständige Tumorvernichtung zum Ziel, sondern eine Optimierung und Stabilisation des Zustandes eines kranken Patienten (ohne dass dies eine Auswirkung auf die Lebensdauer haben muss). Das heißt, es wird mit den „verbleibenden Ressourcen“ eine optimale Basis für das weitere Leben geschaffen.
Die Diagnose „Krebs“ ist für viele Tierbesitzer stigmatisiert. Während „Krebs“ definitionsgemäß ein bösartiges Tumorgeschehen umschreibt, sagt dieser Sammelbegriff weder etwas über den Schweregrad der Symptome noch über die Prognose des Krankheitsgeschehens aus. Viele Tumorerkrankungen lassen sich – wie andere chronische Erkrankungen – über längere Zeit stabilisieren. Jedoch ist für eine adäquate Anti-Tumortherapie oder symptomatische Behandlung eine korrekte medizinische Aufarbeitung und Evaluation des Tumorpatienten (Tumorstaging) angezeigt.
In vielen Fällen kann die Behandlung einer Krebserkrankung also mit derjenigen einer anderen chronischen Erkrankung verglichen werden und die Entscheidung dazu wird oft im Sinne einer „Güterabwägung“ getroffen. Den rein medizinischen Möglichkeiten des Tierarztes wird vom Besitzer ein Rahmen gesteckt, der sich unter anderem aus moralischen, finanziellen und logistischen Aspekten zusammensetzt. Im Idealfall sollten wir als Tierärzte unterlassen, wertend in die Entscheidungsfindung der Tierbesitzer einzugreifen. Vielmehr ist es wichtig, Wissen und Fähigkeiten darauf zu fokussieren, fundierte und ethisch vertretbare Analysen der Gesundheitssituation eines Tieres zu machen und aktuelle medizinische Prinzipien in der Behandlung vorzuschlagen oder zu veranlassen.

Krebserkrankungen gehören beim Kleintier, wie auch beim Menschen, in den Komplex der typischen Alterskrankheiten. Jedoch ist im Gegensatz zu der Humanmedizin der Begriff „geriatrisch“ nicht klar definiert und lässt sich auch nicht für alle Rassen gleich verstehen. Meist wird „geriatrisch“ im Sinne einer Multimorbitidät in Kombination mit hohem Alter (letztes Lebensquartal) verstanden.
Alte und polymorbide Patienten werden häufig nach einem palliativen Betreuungsansatz behandelt, bei dem die lindernde Behandlung der heilenden übergeordnet ist. Die palliative Behandlung hat nicht die vollständige Tumorvernichtung zum Ziel, sondern eine Optimierung und Stabilisation des Zustandes eines kranken Patienten (ohne dass dies eine Auswirkung auf die Lebensdauer haben muss). Das heißt, es wird mit den „verbleibenden Ressourcen“ eine optimale Basis für das weitere Leben geschaffen.
Die Diagnose „Krebs“ ist für viele Tierbesitzer stigmatisiert. Während „Krebs“ definitionsgemäß ein bösartiges Tumorgeschehen umschreibt, sagt dieser Sammelbegriff weder etwas über den Schweregrad der Symptome noch über die Prognose des Krankheitsgeschehens aus. Viele Tumorerkrankungen lassen sich – wie andere chronische Erkrankungen – über längere Zeit stabilisieren. Jedoch ist für eine adäquate Anti-Tumortherapie oder symptomatische Behandlung eine korrekte medizinische Aufarbeitung und Evaluation des Tumorpatienten (Tumorstaging) angezeigt.
In vielen Fällen kann die Behandlung einer Krebserkrankung also mit derjenigen einer anderen chronischen Erkrankung verglichen werden und die Entscheidung dazu wird oft im Sinne einer „Güterabwägung“ getroffen. Den rein medizinischen Möglichkeiten des Tierarztes wird vom Besitzer ein Rahmen gesteckt, der sich unter anderem aus moralischen, finanziellen und logistischen Aspekten zusammensetzt. Im Idealfall sollten wir als Tierärzte unterlassen, wertend in die Entscheidungsfindung der Tierbesitzer einzugreifen. Vielmehr ist es wichtig, Wissen und Fähigkeiten darauf zu fokussieren, fundierte und ethisch vertretbare Analysen der Gesundheitssituation eines Tieres zu machen und aktuelle medizinische Prinzipien in der Behandlung vorzuschlagen oder zu veranlassen.

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Item Type:Journal Article, not refereed, further contribution
Communities & Collections:05 Vetsuisse Faculty > Veterinary Clinic > Department of Small Animals
Dewey Decimal Classification:570 Life sciences; biology
Language:German
Date:2009
Deposited On:18 Nov 2009 08:39
Last Modified:05 Apr 2016 13:33
Publisher:Schlüetersche Verlagsgesellschaft
ISSN:0032-681X
Related URLs:http://www.vetline.de/facharchiv/kleintiere/vetkolleg/onkologie-geriatrischer-patient.htm?PHPSESSID=4e2bf41db5cf7203d9a5ca5b5bf421ea
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-23996

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