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Zum Mittelwürm des Zürcher Oberlandes am Beispiel des Schiefer-Kohle Profiles von Gossau (Kanton Zürich)


Burga, C A (2006). Zum Mittelwürm des Zürcher Oberlandes am Beispiel des Schiefer-Kohle Profiles von Gossau (Kanton Zürich). Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, 151(4):91-100.

Abstract

Das Mittelwürm des Zürcher Oberlandes ist im Schieferkohle-Profil von Gossau/ZH gut repräsentiert. Das Schieferkohle-Hauptflöz umfasst einen Grossteil des Mittelwürms, das Nebenflöz die Mittelwürm-Endphase vor dem Vorstoss des würmeiszeitlichen Linth-Rhein-Gletschers ins obere Glattal. Mittels Pollenanalysen konnten zwei Fichten-Zeiten (Mittelwürm-Interstadiale) und drei Föhren-Zeiten (vorw. Mittelwürm-Stadiale) unterschieden werden. Während den Interstadialen war das Gebiet von Gossau/ZH mindestens teilweise von lockerem borealen Nadelwald (Fichte, Serbische Fichte, Föhre, Arve, Lärche, Birke) bestockt. Während den waldarmen bis -freien Stadialen wuchsen bestenfalls inselartig Waldsteppe, Park- und Steppentundra (Birke, Föhre). In den Stadialen dominieren Kräuter und Sträucher der baumfreien Steppentundra bzw. arktisch-alpinen Tundra. Die Makrofossilien-Analysen der Schieferkohle lassen zu Beginn des Mittelwürms auf eine Verlandungssukzession eines ehemaligen frühwürmeiszeitlichen Gossau-Sees zu einem Seggen-Flachmoor schliessen. Auf Grund der Holz- und Wasserpflanzen-Funde (Najas flexilis) war das erste Fichten-Interstadial zu Beginn des Mittelwürms klimatisch das wärmste. Die jüngeren Interstadiale widerspiegeln zunehmend kühlere Klimabedingungen.

Das Mittelwürm des Zürcher Oberlandes ist im Schieferkohle-Profil von Gossau/ZH gut repräsentiert. Das Schieferkohle-Hauptflöz umfasst einen Grossteil des Mittelwürms, das Nebenflöz die Mittelwürm-Endphase vor dem Vorstoss des würmeiszeitlichen Linth-Rhein-Gletschers ins obere Glattal. Mittels Pollenanalysen konnten zwei Fichten-Zeiten (Mittelwürm-Interstadiale) und drei Föhren-Zeiten (vorw. Mittelwürm-Stadiale) unterschieden werden. Während den Interstadialen war das Gebiet von Gossau/ZH mindestens teilweise von lockerem borealen Nadelwald (Fichte, Serbische Fichte, Föhre, Arve, Lärche, Birke) bestockt. Während den waldarmen bis -freien Stadialen wuchsen bestenfalls inselartig Waldsteppe, Park- und Steppentundra (Birke, Föhre). In den Stadialen dominieren Kräuter und Sträucher der baumfreien Steppentundra bzw. arktisch-alpinen Tundra. Die Makrofossilien-Analysen der Schieferkohle lassen zu Beginn des Mittelwürms auf eine Verlandungssukzession eines ehemaligen frühwürmeiszeitlichen Gossau-Sees zu einem Seggen-Flachmoor schliessen. Auf Grund der Holz- und Wasserpflanzen-Funde (Najas flexilis) war das erste Fichten-Interstadial zu Beginn des Mittelwürms klimatisch das wärmste. Die jüngeren Interstadiale widerspiegeln zunehmend kühlere Klimabedingungen.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:07 Faculty of Science > Institute of Geography
Dewey Decimal Classification:910 Geography & travel
Language:German
Date:2006
Deposited On:05 May 2008 07:32
Last Modified:05 Apr 2016 12:23
Publisher:Naturforschende Gesellschaft in Zürich
ISSN:0042-5672
Official URL:http://www.ngzh.ch/Viej2002_08.html
Related URLs:http://www.ngzh.ch
Permanent URL: http://doi.org/10.5167/uzh-2474

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