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Kulturelles Kapital und Musikrezeption. Eine empirische Überprüfung von Bourdieus Theorie der Kunstwahrnehmung


Rössel, J (2009). Kulturelles Kapital und Musikrezeption. Eine empirische Überprüfung von Bourdieus Theorie der Kunstwahrnehmung. Soziale Welt, 60(3):239-257.

Abstract

In Bourdieus soziokultureller Klassentheorie wird die Reproduktion von Klassenstrukturen
vor allem über Prozesse der intergenerationalen Weitergabe von kulturellem Kapital
und ihrer Manifestation in Lebensstilen erklärt. Dabei wurde gegen Bourdieu behauptet, dass Lebensstile
und insbesondere die Rezeption von Kunst, der von Bourdieu eine zentrale Bedeutung
zugesprochen wird, kaum von der Ausstattung einer Person mit kulturellem Kapital abhängig ist.
In diesem Aufsatz wird die Relevanz von kulturellem Kapital für die Kunstrezeption am Beispiel
der Wahrnehmung von Opernmusik geprüft. Im Gegensatz zu den meisten vorhergehenden Studien
wird daher nicht analysiert, welche Musikrichtungen Personen hören, sondern es wird untersucht,
wie Musik rezipiert wird. Sowohl die Ausstattung der Akteure mit kulturellem Kapital, wie auch
ihre Musikrezeption konnten in einer Publikumsumfrage unter Opernbesuchern differenziert erhoben
werden. In der empirischen Untersuchung wird deutlich, dass es deutlich mehr Formen der
Musikrezeption gibt, als dies in Bourdieus Kunstsoziologie mit ihrem Fokus auf eine decodierende
und analysierende Rezeption behauptet wird. Die Stärke der analysierenden Rezeptionsweise kann
allerdings durch die Ausstattung der Akteure mit kulturellem Kapital relativ gut erklärt werden.

In Bourdieus soziokultureller Klassentheorie wird die Reproduktion von Klassenstrukturen
vor allem über Prozesse der intergenerationalen Weitergabe von kulturellem Kapital
und ihrer Manifestation in Lebensstilen erklärt. Dabei wurde gegen Bourdieu behauptet, dass Lebensstile
und insbesondere die Rezeption von Kunst, der von Bourdieu eine zentrale Bedeutung
zugesprochen wird, kaum von der Ausstattung einer Person mit kulturellem Kapital abhängig ist.
In diesem Aufsatz wird die Relevanz von kulturellem Kapital für die Kunstrezeption am Beispiel
der Wahrnehmung von Opernmusik geprüft. Im Gegensatz zu den meisten vorhergehenden Studien
wird daher nicht analysiert, welche Musikrichtungen Personen hören, sondern es wird untersucht,
wie Musik rezipiert wird. Sowohl die Ausstattung der Akteure mit kulturellem Kapital, wie auch
ihre Musikrezeption konnten in einer Publikumsumfrage unter Opernbesuchern differenziert erhoben
werden. In der empirischen Untersuchung wird deutlich, dass es deutlich mehr Formen der
Musikrezeption gibt, als dies in Bourdieus Kunstsoziologie mit ihrem Fokus auf eine decodierende
und analysierende Rezeption behauptet wird. Die Stärke der analysierenden Rezeptionsweise kann
allerdings durch die Ausstattung der Akteure mit kulturellem Kapital relativ gut erklärt werden.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Sociology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:2009
Deposited On:18 Jan 2010 13:47
Last Modified:05 Apr 2016 13:41
Publisher:Nomos
ISSN:0038-6073
Official URL:http://www.soziale-welt.de/sozwelt/sozwelt_heft.lasso
Related URLs:http://www.lrz-muenchen.de/~Soziale_Welt/
Permanent URL: http://doi.org/10.5167/uzh-26465

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