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Neutrum und Individuum: zentrale Konzepte in der Grammatik der romanischen Sprachen


Stark, E (2009). Neutrum und Individuum: zentrale Konzepte in der Grammatik der romanischen Sprachen. Romanische Forschungen, 121(3):273-319.

Abstract

Gegenstand des Artikels ist die grundlegende Diskussion von Neutrum und Individuum als grammatischen Entitäten, die in der Geschichte und modernen Struktur der romanischen Sprachen eine entscheidende Rolle spielen. Der weitreichende Verlust des lateinischen Neutrums, das eine ganze Reihe wichtiger konzeptueller Werte signalisierte (u.a. Nicht-Zählbarkeit, Ereignishaftigkeit, propositionalen Charakter usw., alles Kategorien, die keine räumliche Begrenztheit, also Nicht-Individuation, gemeinsam haben), führt, so die Hauptthese, in den romanischen Sprachen zu verschiedenen Individuations- bzw. Nicht-Individuationsstrategien, die mit der jeweiligen Neuorganisation des nominalen Genus- (und auch Numerus-) Systems systematisch korrelieren. Nach eine ausführlichen Begriffsklärung insbesondere des Konzepts des Individuums in Sprache und Sprachverwendung erfolgt eine Diskussion der beiden Konzepte einmal in Bezug auf Nominalmorphologie und Nominaldetermination der romanischen Sprachen und zweitens in Bezug auf Kasusmarkierung im Romanischen, insbesondere auf die weitverbreitete differentielle Objektmarkierung. Die weitgehend komplementäre Verteilung von obligatorischer Nominaldetermination und ›Partitivartikel‹ einerseits und differentieller Objektmarkierung im Romanischen andererseits kann vor diesem Hintergrund als nominalsyntagmainterne vs. -externe Anzeige von (Nicht-)Individuation als ›Neutrumsersatz‹ verstanden werden.

Abstract

Gegenstand des Artikels ist die grundlegende Diskussion von Neutrum und Individuum als grammatischen Entitäten, die in der Geschichte und modernen Struktur der romanischen Sprachen eine entscheidende Rolle spielen. Der weitreichende Verlust des lateinischen Neutrums, das eine ganze Reihe wichtiger konzeptueller Werte signalisierte (u.a. Nicht-Zählbarkeit, Ereignishaftigkeit, propositionalen Charakter usw., alles Kategorien, die keine räumliche Begrenztheit, also Nicht-Individuation, gemeinsam haben), führt, so die Hauptthese, in den romanischen Sprachen zu verschiedenen Individuations- bzw. Nicht-Individuationsstrategien, die mit der jeweiligen Neuorganisation des nominalen Genus- (und auch Numerus-) Systems systematisch korrelieren. Nach eine ausführlichen Begriffsklärung insbesondere des Konzepts des Individuums in Sprache und Sprachverwendung erfolgt eine Diskussion der beiden Konzepte einmal in Bezug auf Nominalmorphologie und Nominaldetermination der romanischen Sprachen und zweitens in Bezug auf Kasusmarkierung im Romanischen, insbesondere auf die weitverbreitete differentielle Objektmarkierung. Die weitgehend komplementäre Verteilung von obligatorischer Nominaldetermination und ›Partitivartikel‹ einerseits und differentieller Objektmarkierung im Romanischen andererseits kann vor diesem Hintergrund als nominalsyntagmainterne vs. -externe Anzeige von (Nicht-)Individuation als ›Neutrumsersatz‹ verstanden werden.

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Item Type:Journal Article, not refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Romance Studies
Dewey Decimal Classification:800 Literature, rhetoric & criticism
470 Latin & Italic languages
410 Linguistics
440 French & related languages
460 Spanish & Portuguese languages
450 Italian, Romanian & related languages
Language:German
Date:2009
Deposited On:05 Mar 2010 13:54
Last Modified:14 Sep 2016 13:41
Publisher:Klostermann
ISSN:0035-8126
Publisher DOI:https://doi.org/10.3196/003581209789108441
Official URL:http://www.klostermann.de/zeitsch/rofo_213.htm

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