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Risikoverhalten und Sicherheitsempfinden bei Ski- und Snowboardfahrern


Bürkner, A; Eichbichler, A; Simmen, H P (2009). Risikoverhalten und Sicherheitsempfinden bei Ski- und Snowboardfahrern. Sportverletzung - Sportschaden, 23(1):41-46.

Abstract

Hintergrund: Verletzungen beim Freizeitsport, insbesondere bei Ski- und Snowboardfahrern, stellen sowohl eine medizinische als auch eine wirtschaftliche Herausforderung dar. Das Verletzungsrisiko beim Sport ist nicht nur von der ausgeübten Sportart, sondern auch von der individuellen Risikobereitschaft des Aktiven und der getragenen Schutzausrüstung abhängig. Material und Methode: 663 Freizeitsportler in einem Wintersportgebiet in den Alpen wurden hinsichtlich der eigenen Risikobereitschaft und ihrem Sicherheitsbedürfnis befragt. Es wurden zwischen Ski- und Snowboardfahrern unterschieden und neben der getragenen Schutzausrüstung auch die Gründe für und wider Schutzausrüstung erfragt. Als Schutzausrüstung gelten Helm, Rückenprotektoren, Handgelenks-, Knie-, Schienbein- und Ellbogenschoner. Ebenso wurde das Verhalten auf den Skipisten erörtert, bereits erlittene Verletzungen wurden dokumentiert. Ergebnisse: 52,5 % aller Befragten fahren Ski, 36,0 % Snowboard, 11,5 % üben beide Sportarten aus. Es zeigte sich eine breite Akzeptanz von Schutzausrüstungen beim Freizeitsport, 78,1 % aller Befragten tragen mindestens eine Schutzausrüstung. 76,8 % gaben als Grund für das Tragen einer Schutzausrüstung die eigene Sicherheit an. Der häufigste angegebene Grund gegen eine Schutzausrüstung ist „kein Bedarf“ mit 59,6 %. 28 % geben mangelnden Komfort als Grund an. Männer sind signifikant risikobereiter als Frauen, der Median beträgt 7 gegen 5 (auf einer analogen Skala von 0 - 10, maximales Risiko: 10) (p < 0,05). Immerhin 47,2 % aller Befragten haben bei der Ausübung der Sportart schon eine behandlungswürdige Verletzung erlitten. Ursächlich für die Verletzung war bei 75,7 % ein Sturz, 14,7 % waren in eine Kollision verwickelt. In diesem Zusammenhang wünschen sich 49,5 % aller Befragten Pistenkontrolleure zur Reduktion des gefährlichen Fahrverhaltens. 90,5 % aller Befragten verneinen den Alkoholkonsum beim Sport, 78,4 % sehen im Alkoholkonsum beim Sport ein Risiko für Selbst- und/oder Fremdgefährdung. Schlussfolgerung: Unsere Beobachtungen zeigen eine verbreitete Akzeptanz von Schutzausrüstung beim Sport. Viele Studien haben den Nutzen von Helmen beim Skisport belegt. Die Einführung der Helmpflicht zumindest für Kinder und Jugendliche beim alpinen Skisport würde wohl in der Bevölkerung gut angenommen werden. Männer zeigen sich signifikant risikobereiter als Frauen. Griffige Kontrollen auf den Skipisten, um rücksichtsloses Verhalten zu verhindern, werden von gleichen Teilen der Befragten abgelehnt und gewünscht.


Abstract:

Background: Injuries in leisure sports, especially with skiers and snowboarders are a challenge for medicine as well as for economy. The risk of getting injured depends not only on the performed sport but also on the individual readiness to take a risk and the worn safety devices. Material and method: 663 persons performing leisure sports in an alpine ski resort were questioned concerning their individual readiness to take a risk and need for security. It was distinguished between skiers and snowboarders. Also the worn safety devices as well as the reasons for and against the use of safety devices were asked. As safety devices helmets, back protectors, wrist guards, knee-, shin- and elbow pads were considered. There were also questions about the behaviour on the ski slope and injuries so far. Results: 52.5 % of all questioned persons are skiers, 36.0 % snowboarders, 11.5 % practise both sports. Safety devices are widely accepted in leisure sports: 78.1 % of all persons questioned wear at least one device. 76.8 % wear it for their own safety. The most common reason against safety devices are “lack of need” with 59.6 %. 28 % mentioned lack of comfort. Males show a significantly riskier behaviour on ski piste than females, 7 versus 5 on an analogue scale 0 - 10. After all 47.2 % of all persons have suffered from an injury, which needed medical treatment. In 75.7 % the cause was a fall, 14,7 % were results of a collision. In this context 49.5 % would appreciate the introduction of a ski slope controller. 90.5 % deny the consumption of alcohol while performing their sport and 78.4 % consider the consumption of alcohol as a risk either for themselves or for others. Conclusion: Our study shows a broad acceptance of safety devices in leisure sport. A lot of studies have proved the value of helmets to prevent injuries. The introduction of mandatory helmets at least for children and juveniles in alpine sports would be well accepted. Males show a significantly riskier behaviour on ski pistes than females. Efficient controls on ski pistes to avoid ruthless behaviour would be appreciated and declined by equal numbers.

Hintergrund: Verletzungen beim Freizeitsport, insbesondere bei Ski- und Snowboardfahrern, stellen sowohl eine medizinische als auch eine wirtschaftliche Herausforderung dar. Das Verletzungsrisiko beim Sport ist nicht nur von der ausgeübten Sportart, sondern auch von der individuellen Risikobereitschaft des Aktiven und der getragenen Schutzausrüstung abhängig. Material und Methode: 663 Freizeitsportler in einem Wintersportgebiet in den Alpen wurden hinsichtlich der eigenen Risikobereitschaft und ihrem Sicherheitsbedürfnis befragt. Es wurden zwischen Ski- und Snowboardfahrern unterschieden und neben der getragenen Schutzausrüstung auch die Gründe für und wider Schutzausrüstung erfragt. Als Schutzausrüstung gelten Helm, Rückenprotektoren, Handgelenks-, Knie-, Schienbein- und Ellbogenschoner. Ebenso wurde das Verhalten auf den Skipisten erörtert, bereits erlittene Verletzungen wurden dokumentiert. Ergebnisse: 52,5 % aller Befragten fahren Ski, 36,0 % Snowboard, 11,5 % üben beide Sportarten aus. Es zeigte sich eine breite Akzeptanz von Schutzausrüstungen beim Freizeitsport, 78,1 % aller Befragten tragen mindestens eine Schutzausrüstung. 76,8 % gaben als Grund für das Tragen einer Schutzausrüstung die eigene Sicherheit an. Der häufigste angegebene Grund gegen eine Schutzausrüstung ist „kein Bedarf“ mit 59,6 %. 28 % geben mangelnden Komfort als Grund an. Männer sind signifikant risikobereiter als Frauen, der Median beträgt 7 gegen 5 (auf einer analogen Skala von 0 - 10, maximales Risiko: 10) (p < 0,05). Immerhin 47,2 % aller Befragten haben bei der Ausübung der Sportart schon eine behandlungswürdige Verletzung erlitten. Ursächlich für die Verletzung war bei 75,7 % ein Sturz, 14,7 % waren in eine Kollision verwickelt. In diesem Zusammenhang wünschen sich 49,5 % aller Befragten Pistenkontrolleure zur Reduktion des gefährlichen Fahrverhaltens. 90,5 % aller Befragten verneinen den Alkoholkonsum beim Sport, 78,4 % sehen im Alkoholkonsum beim Sport ein Risiko für Selbst- und/oder Fremdgefährdung. Schlussfolgerung: Unsere Beobachtungen zeigen eine verbreitete Akzeptanz von Schutzausrüstung beim Sport. Viele Studien haben den Nutzen von Helmen beim Skisport belegt. Die Einführung der Helmpflicht zumindest für Kinder und Jugendliche beim alpinen Skisport würde wohl in der Bevölkerung gut angenommen werden. Männer zeigen sich signifikant risikobereiter als Frauen. Griffige Kontrollen auf den Skipisten, um rücksichtsloses Verhalten zu verhindern, werden von gleichen Teilen der Befragten abgelehnt und gewünscht.


Abstract:

Background: Injuries in leisure sports, especially with skiers and snowboarders are a challenge for medicine as well as for economy. The risk of getting injured depends not only on the performed sport but also on the individual readiness to take a risk and the worn safety devices. Material and method: 663 persons performing leisure sports in an alpine ski resort were questioned concerning their individual readiness to take a risk and need for security. It was distinguished between skiers and snowboarders. Also the worn safety devices as well as the reasons for and against the use of safety devices were asked. As safety devices helmets, back protectors, wrist guards, knee-, shin- and elbow pads were considered. There were also questions about the behaviour on the ski slope and injuries so far. Results: 52.5 % of all questioned persons are skiers, 36.0 % snowboarders, 11.5 % practise both sports. Safety devices are widely accepted in leisure sports: 78.1 % of all persons questioned wear at least one device. 76.8 % wear it for their own safety. The most common reason against safety devices are “lack of need” with 59.6 %. 28 % mentioned lack of comfort. Males show a significantly riskier behaviour on ski piste than females, 7 versus 5 on an analogue scale 0 - 10. After all 47.2 % of all persons have suffered from an injury, which needed medical treatment. In 75.7 % the cause was a fall, 14,7 % were results of a collision. In this context 49.5 % would appreciate the introduction of a ski slope controller. 90.5 % deny the consumption of alcohol while performing their sport and 78.4 % consider the consumption of alcohol as a risk either for themselves or for others. Conclusion: Our study shows a broad acceptance of safety devices in leisure sport. A lot of studies have proved the value of helmets to prevent injuries. The introduction of mandatory helmets at least for children and juveniles in alpine sports would be well accepted. Males show a significantly riskier behaviour on ski pistes than females. Efficient controls on ski pistes to avoid ruthless behaviour would be appreciated and declined by equal numbers.

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Other titles:Safety requirements and risk factors of skiers and snowboarders
Contributors:Chirurgische Klinik, Spital Limmattal
Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Trauma Surgery
04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Division of Surgical Research
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2009
Deposited On:09 Feb 2010 16:48
Last Modified:05 Apr 2016 13:53
Publisher:Thieme
ISSN:0932-0555
Publisher DOI:https://doi.org/10.1055/s-0028-1109075
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-30092

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