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Die subjektive Interferenz von Zeit und Raum. Entwicklungspsychologische Studien zum Tau- und Kappa-Effekt


Indino, M. Die subjektive Interferenz von Zeit und Raum. Entwicklungspsychologische Studien zum Tau- und Kappa-Effekt. 2009, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Fragen nach Raum und Zeit sind für den Menschen zentral, denn sein Leben vollzieht sich in diesen Dimensionen, so dass sich auch sein Denken in Begriffen vollzieht, die von Raum und Zeit geprägt sind. Nachdem aber dahingehende Fragen seit jeher ausschliesslich der Philosophie vorbehalten waren, konnte Vittorio Benussi Anfang des 20. Jahrhunderts erste empirische Belege für die Interferenz von Raum und Zeit erbringen. Was später unter dem Begriff Tau-Effekt bekannt wurde, umschreibt den Einfluss einer Zeitinformation auf einen räumlichen Abstand. Der vermeintlich gegenteilige Kappa-Effekt entspricht wiederum dem Einfluss einer Rauminformation auf ein zeitliches Intervall. In den unzähligen Untersuchungen zu beiden Effekten wurde oft die Hypothese aufgestellt, dass beiden Phänomenen die Wahrnehmung einer Scheinbewegung zu Grunde liege – bis heute blieb diese Vermutung aber unbestätigt.

Um die vermeintliche Rolle von Bewegung, als Brücke zwischen der Raum- und der Zeitdimension, zu erforschen, wurden insgesamt 500 Versuchspersonen verschiedener Altersklassen untersucht. Mittels variierenden visuellen und akustischen Reizen wurden verschiedenste Bedingungen mit unterschiedlichem Grad an Bewegungsinduzierung geschaffen, um so die Modellierbarkeit der Effekte zu quantifizieren. Hierfür wurde beispielsweise das Wissen der Probanden über Schwerkraft nutzbar gemacht oder durch akustische Signale geschwindigkeitsbezogene Assoziationen evoziert, wobei das Ausmass an Bewegungsinduzierung in den Instruktionen durch verschiedene Metaphern zusätzlich beeinflusst wurde. Ebenso sollte die zusätzliche Variation der Antwortformate Rückschlüsse auf den altersabhängigen Einfluss methodischer Versuchsparameter erlauben.

Die Ergebnisse liefern einen facettenreichen Einblick in die gegenseitige Interferenz von Raum und Zeit, wenn auch der vermeintliche Einfluss von Scheinbewegungen noch nicht vollends belegt respektive widerlegt werden konnte. Nichtsdestotrotz ergaben sich entwicklungspsychologische Befunde im Bereich des vermeintlichen Primates visueller Signale, im Kontext so genannter Aufgabendissoziationen oder bezüglich der gegenseitigen Transferierbarkeit beider Dimensionen, die weitere Forschung auf diesem Gebiet lohnenswert machen.

Abstract

Fragen nach Raum und Zeit sind für den Menschen zentral, denn sein Leben vollzieht sich in diesen Dimensionen, so dass sich auch sein Denken in Begriffen vollzieht, die von Raum und Zeit geprägt sind. Nachdem aber dahingehende Fragen seit jeher ausschliesslich der Philosophie vorbehalten waren, konnte Vittorio Benussi Anfang des 20. Jahrhunderts erste empirische Belege für die Interferenz von Raum und Zeit erbringen. Was später unter dem Begriff Tau-Effekt bekannt wurde, umschreibt den Einfluss einer Zeitinformation auf einen räumlichen Abstand. Der vermeintlich gegenteilige Kappa-Effekt entspricht wiederum dem Einfluss einer Rauminformation auf ein zeitliches Intervall. In den unzähligen Untersuchungen zu beiden Effekten wurde oft die Hypothese aufgestellt, dass beiden Phänomenen die Wahrnehmung einer Scheinbewegung zu Grunde liege – bis heute blieb diese Vermutung aber unbestätigt.

Um die vermeintliche Rolle von Bewegung, als Brücke zwischen der Raum- und der Zeitdimension, zu erforschen, wurden insgesamt 500 Versuchspersonen verschiedener Altersklassen untersucht. Mittels variierenden visuellen und akustischen Reizen wurden verschiedenste Bedingungen mit unterschiedlichem Grad an Bewegungsinduzierung geschaffen, um so die Modellierbarkeit der Effekte zu quantifizieren. Hierfür wurde beispielsweise das Wissen der Probanden über Schwerkraft nutzbar gemacht oder durch akustische Signale geschwindigkeitsbezogene Assoziationen evoziert, wobei das Ausmass an Bewegungsinduzierung in den Instruktionen durch verschiedene Metaphern zusätzlich beeinflusst wurde. Ebenso sollte die zusätzliche Variation der Antwortformate Rückschlüsse auf den altersabhängigen Einfluss methodischer Versuchsparameter erlauben.

Die Ergebnisse liefern einen facettenreichen Einblick in die gegenseitige Interferenz von Raum und Zeit, wenn auch der vermeintliche Einfluss von Scheinbewegungen noch nicht vollends belegt respektive widerlegt werden konnte. Nichtsdestotrotz ergaben sich entwicklungspsychologische Befunde im Bereich des vermeintlichen Primates visueller Signale, im Kontext so genannter Aufgabendissoziationen oder bezüglich der gegenseitigen Transferierbarkeit beider Dimensionen, die weitere Forschung auf diesem Gebiet lohnenswert machen.

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Item Type:Dissertation
Referees:Wilkening F, Martin M
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Language:German
Date:2009
Deposited On:28 Feb 2010 12:53
Last Modified:05 Apr 2016 13:57
Funders:Swiss National Science Foundation

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