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Rechtspluralismus und überlappende Souveränitäten: Globalisierung und der "listige Staat" in Indien


Randeria, Shalini (2006). Rechtspluralismus und überlappende Souveränitäten: Globalisierung und der "listige Staat" in Indien. Soziale Welt, 57(3):229-258.

Abstract

Den Gegenstand des vorliegenden Aufsatzes bilden der Rechtspluralismus,
die überlappenden Souveränitäten, die damit einhergehende Fragmentierung staatlichen Handelns
und der Mangel an Rechenschaftspflicht, die die neue Architektur der Global Governance kennzeichnen.
Es wird die These aufgestellt, dass die weit verbreitete These von der zunehmenden Bedeutungslosigkeit
des Staates und der Erosion seiner Souveränität die Tatsache verkennt, dass
staatliches Recht und Policies eine entscheidende Rolle für die Umsetzung neoliberaler Agenden
auf nationaler und lokaler Ebene spielen. Der Aufsatz führt das Konzept des »listigen Staates« ein,
um den Fokus von dem an westlichen Idealen gemessenen (Un-)Vermögen des Staates auf die Beschreibung
staatlicher Strategien zu verschieben. Während schwachen Staaten die Fähigkeit fehlt,
die Interessen ihrer Bürger zu schützen, zeigen listige Staaten je nach den Interessen, die auf dem
Spiel stehen, Schwäche oder Stärke. Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die Dynamik der rechtlich-
politischen Strategien gegen die Verarmung und Enteignung, die durch die neuen globalen
Normen und Projekte zum Schutz von geistigem Eigentum, zur Erhaltung von Biodiversität und
zur Privatisierung von Gemeineigentum in Indien herbeigeführt werden. Die Fallstudien verweisen
auf die Entstehung von verwobenen Herrschaftsstrukturen, überlappenden Souveränitäten und
komplexen Prozessen der rechtlichen Transnationalisierung, die das Verhältnis von Recht, Staat
und Territorialität umgestaltet haben. Ferner offenbaren sie pragmatische, themenbezogene Allianzen
zwischen Zivilgesellschaft und Staat. Nicht zuletzt weisen sie auf die Notwendigkeit hin,
Prozesse der Globalisierung ethnographisch zu analysieren, die Makro- und Mikroebene miteinander
zu verbinden und die unterschiedlichen Pfade der Transnationalisierung des Rechts und des
Rechtspluralismus in ihren spezifischen Kontexten zu untersuchen.

Den Gegenstand des vorliegenden Aufsatzes bilden der Rechtspluralismus,
die überlappenden Souveränitäten, die damit einhergehende Fragmentierung staatlichen Handelns
und der Mangel an Rechenschaftspflicht, die die neue Architektur der Global Governance kennzeichnen.
Es wird die These aufgestellt, dass die weit verbreitete These von der zunehmenden Bedeutungslosigkeit
des Staates und der Erosion seiner Souveränität die Tatsache verkennt, dass
staatliches Recht und Policies eine entscheidende Rolle für die Umsetzung neoliberaler Agenden
auf nationaler und lokaler Ebene spielen. Der Aufsatz führt das Konzept des »listigen Staates« ein,
um den Fokus von dem an westlichen Idealen gemessenen (Un-)Vermögen des Staates auf die Beschreibung
staatlicher Strategien zu verschieben. Während schwachen Staaten die Fähigkeit fehlt,
die Interessen ihrer Bürger zu schützen, zeigen listige Staaten je nach den Interessen, die auf dem
Spiel stehen, Schwäche oder Stärke. Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die Dynamik der rechtlich-
politischen Strategien gegen die Verarmung und Enteignung, die durch die neuen globalen
Normen und Projekte zum Schutz von geistigem Eigentum, zur Erhaltung von Biodiversität und
zur Privatisierung von Gemeineigentum in Indien herbeigeführt werden. Die Fallstudien verweisen
auf die Entstehung von verwobenen Herrschaftsstrukturen, überlappenden Souveränitäten und
komplexen Prozessen der rechtlichen Transnationalisierung, die das Verhältnis von Recht, Staat
und Territorialität umgestaltet haben. Ferner offenbaren sie pragmatische, themenbezogene Allianzen
zwischen Zivilgesellschaft und Staat. Nicht zuletzt weisen sie auf die Notwendigkeit hin,
Prozesse der Globalisierung ethnographisch zu analysieren, die Makro- und Mikroebene miteinander
zu verbinden und die unterschiedlichen Pfade der Transnationalisierung des Rechts und des
Rechtspluralismus in ihren spezifischen Kontexten zu untersuchen.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:08 University Research Priority Programs > Asia and Europe
06 Faculty of Arts > Department of Social Anthropology and Cultural Studies
Dewey Decimal Classification:790 Sports, games & entertainment
390 Customs, etiquette & folklore
950 History of Asia
300 Social sciences, sociology & anthropology
180 Ancient, medieval & eastern philosophy
Date:2006
Deposited On:03 Nov 2010 15:31
Last Modified:09 May 2016 07:19
Publisher:Nomos
ISSN:0038-6073
Related URLs:http://www.soziale-welt.nomos.de/ (Publisher)
Permanent URL: http://doi.org/10.5167/uzh-35564

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