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Untersuchungen zur klinischen Relevanz mikroskopisch nachweisbarer Eperythrozoon-ähnlicher Strukturen auf Pferde-Erythrozyten


Niemendal, R; Hoelzle, L; Rahn, K; Feige, K; Blaha, T (2010). Untersuchungen zur klinischen Relevanz mikroskopisch nachweisbarer Eperythrozoon-ähnlicher Strukturen auf Pferde-Erythrozyten. Pferdeheilkunde, 26(5):691-696.

Abstract

Hämotrophe Mykoplasmen (Haemobartonella und Eperythrozoon Spezies) sind weitverbreitete Bakterien, die auf roten Blutzellen parasitieren.
Sie sind Erreger der Haemobartonellose und der Eperythrozoonose. Infektionen mit hämotrophen Mykoplasmen sind beim Schwein,
beim Schaf, bei der Ziege, beim Rind, bei der Katze, beim Hund und bei der Maus ausführlich dokumentiert. In der aktuellen wissenschaftlichen
Literatur sind diese Infektionen beim Pferd nicht beschrieben. Seit einigen Jahren kommt es aber immer häufiger zu Berichten
aus der Praxis über den mikroskopischen Nachweis einer vermuteten Eperythrozoonose bei Pferden. In der vorliegenden Studie wurden Blutproben
von 108 Pferden, darunter 76 Tiere (Gruppe K) mit ungestörtem Allgemeinbefinden und 32 Pferde mit unspezifischen klinischen
Symptomen in Form von Asthenie, schlechtem Fellzustand, Abmagerung und Leistungsschwäche (Gruppe S) zytologisch und hämatologisch
untersucht. Drei Untersucher beurteilten Blutausstriche unabhängig voneinander hinsichtlich des Vorkommens von Eperythrozoon-ähnlichen
Strukturen auf den Erythrozyten. Als Eperythrozoon-ähnliche Strukturen wurden punktförmige, dunkelviolett gefärbte meist multipel und in
der Peripherie der Erythrozyten auftretende Veränderungen definiert. Zudem wurde eine hämatologische Untersuchung mit der Bestimmung
von Leukozyten, Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, MCH, MCHC, MCV und Thrombozyten durchgeführt. Eperythrozoon-ähnliche
Strukturen wurden sehr häufig bei Tieren mit Symptomen (27, 22 und 7 positive zytologische Beurteilungen), als auch bei allgemein gesunden
Pferden (55, 50 und 14 positive zytologische Beurteilungen), festgestellt. Signifikante Unterschiede zwischen beiden Untersuchungsgruppen
konnten weder bei den zytologischen noch bei den hämatologischen Untersuchungen festgestellt werden.
Die Übereinstimmung in der Beurteilung der drei Untersucher war sehr gering (κ-Werte 0,0225 und -0,0148). Es wurden keine Hinweise
auf das vermehrte Vorkommen von Anämien bei symptomatischen Tieren (Gruppe S) gefunden. Auf Grund der Erkenntnisse über hämotrophe
Mykoplasmen bei verschiedenen Tierarten und der in der vorliegenden Arbeit erzielten Ergebnisse kann bei Pferden, bei denen in
der zytologischen Untersuchung verdächtige Strukturen auf den Erythrozyten nachgewiesen wurden, nicht ohne Weiteres von einer Infektion
mit hämotrophen Mykoplasmen ausgegangen werden. Erst wenn hämotrophe Mykoplasmen nach phylogenetischer Genanalyse beim
Pferd beschrieben und ein spezifischer PCR-Test entwickelt ist, kann die Diagnose einer Infektion mit diesem Erreger beim Pferd mit Sicherheit
gestellt werden.

Abstract

Hämotrophe Mykoplasmen (Haemobartonella und Eperythrozoon Spezies) sind weitverbreitete Bakterien, die auf roten Blutzellen parasitieren.
Sie sind Erreger der Haemobartonellose und der Eperythrozoonose. Infektionen mit hämotrophen Mykoplasmen sind beim Schwein,
beim Schaf, bei der Ziege, beim Rind, bei der Katze, beim Hund und bei der Maus ausführlich dokumentiert. In der aktuellen wissenschaftlichen
Literatur sind diese Infektionen beim Pferd nicht beschrieben. Seit einigen Jahren kommt es aber immer häufiger zu Berichten
aus der Praxis über den mikroskopischen Nachweis einer vermuteten Eperythrozoonose bei Pferden. In der vorliegenden Studie wurden Blutproben
von 108 Pferden, darunter 76 Tiere (Gruppe K) mit ungestörtem Allgemeinbefinden und 32 Pferde mit unspezifischen klinischen
Symptomen in Form von Asthenie, schlechtem Fellzustand, Abmagerung und Leistungsschwäche (Gruppe S) zytologisch und hämatologisch
untersucht. Drei Untersucher beurteilten Blutausstriche unabhängig voneinander hinsichtlich des Vorkommens von Eperythrozoon-ähnlichen
Strukturen auf den Erythrozyten. Als Eperythrozoon-ähnliche Strukturen wurden punktförmige, dunkelviolett gefärbte meist multipel und in
der Peripherie der Erythrozyten auftretende Veränderungen definiert. Zudem wurde eine hämatologische Untersuchung mit der Bestimmung
von Leukozyten, Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, MCH, MCHC, MCV und Thrombozyten durchgeführt. Eperythrozoon-ähnliche
Strukturen wurden sehr häufig bei Tieren mit Symptomen (27, 22 und 7 positive zytologische Beurteilungen), als auch bei allgemein gesunden
Pferden (55, 50 und 14 positive zytologische Beurteilungen), festgestellt. Signifikante Unterschiede zwischen beiden Untersuchungsgruppen
konnten weder bei den zytologischen noch bei den hämatologischen Untersuchungen festgestellt werden.
Die Übereinstimmung in der Beurteilung der drei Untersucher war sehr gering (κ-Werte 0,0225 und -0,0148). Es wurden keine Hinweise
auf das vermehrte Vorkommen von Anämien bei symptomatischen Tieren (Gruppe S) gefunden. Auf Grund der Erkenntnisse über hämotrophe
Mykoplasmen bei verschiedenen Tierarten und der in der vorliegenden Arbeit erzielten Ergebnisse kann bei Pferden, bei denen in
der zytologischen Untersuchung verdächtige Strukturen auf den Erythrozyten nachgewiesen wurden, nicht ohne Weiteres von einer Infektion
mit hämotrophen Mykoplasmen ausgegangen werden. Erst wenn hämotrophe Mykoplasmen nach phylogenetischer Genanalyse beim
Pferd beschrieben und ein spezifischer PCR-Test entwickelt ist, kann die Diagnose einer Infektion mit diesem Erreger beim Pferd mit Sicherheit
gestellt werden.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:05 Vetsuisse Faculty > Institute of Veterinary Bacteriology
Dewey Decimal Classification:570 Life sciences; biology
Language:German
Date:2010
Deposited On:04 Nov 2010 16:22
Last Modified:05 Apr 2016 14:14
Publisher:Hippiatrika Verlag GmbH
ISSN:0177-7726

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