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Die intraossäre Infusion in der Kindernotfallmedizin und Kinderanästhesie


Eich, C; Weiss, M; Neuhaus, D; Sasse, M; Becker, K; Sasse, J (2010). Die intraossäre Infusion in der Kindernotfallmedizin und Kinderanästhesie. Anästhesiologie und Intensivmedizin, 51(2):75-81.

Abstract

Die zeitgerechte Etablierung eines venösen Zugangs kann insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern eine große Herausforderung darstellen. In den 1940er Jahren hatte sich die intraossäre Infusionstechnik als effiziente und sichere Methode zur Schaffung eines Gefäßzugangs bei Kindern bewährt, um Medikamente, Flüssigkeiten und Blutprodukte zu applizieren. Nachdem die internationalen Leitlinien zur pädiatrischen Notfallmedizin der intraossären Infusion seit fast zwei Jahrzehnten eine hohe Priorität einräumen, wird diese Technik zunehmend auch als Option für besonders schwierige Gefäßverhältnisse in der Kinderanästhesie und perioperativen Versorgung von Kindern wahrgenommen. Diese Entwicklung wird durch die Bereitstellung moderner, einfacher und sicherer Kanülierungssysteme unterstützt. Gemäß den aktuellen notfallmedizinischen Leitlinien des European Resuscitation Council für Kinder ist eine intraossäre Infusion dann indiziert, wenn ein Gefäßzugang dringend erforderlich ist, jedoch nach maximal drei vergeblichen, venösen Punktionsversuchen nicht etabliert werden konnte (z.B. Atem-Kreislaufstillstand, akute hämodynamische Instabilität etc.). Darüber hinaus lassen sich folgende potentielle Indikationsgebiete für die Kinderanästhesie definieren: Prolongierter Laryngospasmus und massive Atemwegsblutung beim Kind ohne liegendem iv-Zugang sowie die Narkoseeinleitung beim nicht-nüchternen Kind (Blitzeinleitung) und erfolglosen Punktionsversuchen. Der semi-elektive Einsatz der intraossären Infusion beim nicht akut vital-gefährdeten Kind, zum Beispiel bei unmöglicher periphervenöser Punktion nach Maskeneinleitung, soll Einzelfällen vorbehalten sein. Die erfolgreiche Anwendung der intraossären Infusionstechnik in der Kindernotfallmedizin und Kinderanästhesie verlangt neben der unmittelbaren Verfügbarkeit der entsprechenden Ausrüstung und dem regelmässigen Training der Anwender, eine klare Regelung für ihre Anwendung innerhalb der entsprechenden Einrichtungen. Der Wissenschaftliche Arbeitskreis Kinderanästhesie der DGAI wird in Kürze eine offizielle Handlungsempfehlung zur intraossären Infusion herausgeben.

Abstract

Die zeitgerechte Etablierung eines venösen Zugangs kann insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern eine große Herausforderung darstellen. In den 1940er Jahren hatte sich die intraossäre Infusionstechnik als effiziente und sichere Methode zur Schaffung eines Gefäßzugangs bei Kindern bewährt, um Medikamente, Flüssigkeiten und Blutprodukte zu applizieren. Nachdem die internationalen Leitlinien zur pädiatrischen Notfallmedizin der intraossären Infusion seit fast zwei Jahrzehnten eine hohe Priorität einräumen, wird diese Technik zunehmend auch als Option für besonders schwierige Gefäßverhältnisse in der Kinderanästhesie und perioperativen Versorgung von Kindern wahrgenommen. Diese Entwicklung wird durch die Bereitstellung moderner, einfacher und sicherer Kanülierungssysteme unterstützt. Gemäß den aktuellen notfallmedizinischen Leitlinien des European Resuscitation Council für Kinder ist eine intraossäre Infusion dann indiziert, wenn ein Gefäßzugang dringend erforderlich ist, jedoch nach maximal drei vergeblichen, venösen Punktionsversuchen nicht etabliert werden konnte (z.B. Atem-Kreislaufstillstand, akute hämodynamische Instabilität etc.). Darüber hinaus lassen sich folgende potentielle Indikationsgebiete für die Kinderanästhesie definieren: Prolongierter Laryngospasmus und massive Atemwegsblutung beim Kind ohne liegendem iv-Zugang sowie die Narkoseeinleitung beim nicht-nüchternen Kind (Blitzeinleitung) und erfolglosen Punktionsversuchen. Der semi-elektive Einsatz der intraossären Infusion beim nicht akut vital-gefährdeten Kind, zum Beispiel bei unmöglicher periphervenöser Punktion nach Maskeneinleitung, soll Einzelfällen vorbehalten sein. Die erfolgreiche Anwendung der intraossären Infusionstechnik in der Kindernotfallmedizin und Kinderanästhesie verlangt neben der unmittelbaren Verfügbarkeit der entsprechenden Ausrüstung und dem regelmässigen Training der Anwender, eine klare Regelung für ihre Anwendung innerhalb der entsprechenden Einrichtungen. Der Wissenschaftliche Arbeitskreis Kinderanästhesie der DGAI wird in Kürze eine offizielle Handlungsempfehlung zur intraossären Infusion herausgeben.

Citations

Additional indexing

Other titles:Intraosseous infusion in paediatric emergency medical care and anaesthesia
Item Type:Journal Article, refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Children's Hospital Zurich > Clinic for Surgery
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2010
Deposited On:21 Jan 2011 11:35
Last Modified:05 Apr 2016 14:28
Publisher:Aktiv Druck & Verlag
ISSN:0170-5334

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