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Zurich Open Repository and Archive

Permanent URL to this publication: http://dx.doi.org/10.5167/uzh-41795

Luzi Michael, F. Einfluss der Lungenreifungsinduktion auf die Stressphysiologie bei gesunden Neugeborenen. 2010, University of Zurich, Faculty of Medicine.

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Abstract

1. Zusammenfassung
Hintergrund. Es besteht die Vermutung, dass eine erhöhte fetale Glucocorticoid- Exposition
in utero einen permanenten Einfluss auf das Gleichgewicht und die Regulierung der fetalen
Hypothalamus- Hypophysen- Nebennieren- Achsen – (HPA- Achsen-) Funktion haben
könnte. Eine Veränderung des Gleichgewichts der HPA- Achse könnte dabei Auswirkungen
auf verschiedene Organsysteme haben und zu der Entstehung von metabolischen und
kardiovaskulären Erkrankungen führen. So sind veränderte Plasmacortisolwerte im
Erwachsenenalter assoziiert mit dem Risiko für das Auftreten eines metabolischen Syndroms
mit gestörter Glucosetoleranz, arterieller Hypertonie und Dyslipidämie. In der vorliegenden
Studie wurde die Reaktivität des HPA- Achsen- Systems bei gesunden Neugeborenen
analysiert, welche im Rahmen einer Lungenreifungsinduktion (LRI) wegen der Gefahr einer
Frühgeburtlichkeit einer antenatalen Betamethason- Verabreichung ausgesetzt waren. Diese
wurden mit Neugeborenen ohne pränatale Steroidexposition verglichen.
Methoden. Cortisol- und Cortisonwerte wurden im Speichel von Neugeborenen vor und
nach einem Stressreiz gemessen. Als Stressreiz diente der schmerzhafte Fersenstich einer
routinemässigen Blutentnahme 72 bis 94 Stunden nach Geburt (Guthrie Test).
Speichelproben von 23 Kindern mit Lungenreifungsinduktion und von 40 Kontrollen wurden
in Ruhe und 20 Minuten nach dem Fersenstich entnommen und auf Cortisol- und Cortison-
Konzentrationen analysiert.
Resultate. Während die Kontroll- Gruppe einen signifikanten Anstieg der Cortisol- und
Cortison- Werte 20 Minuten nach dem Stressereignis als Zeichen einer normalen
Stressreaktivität der HPA- Achse zeigte, war bei der LRI- Gruppe die Cortisol- und Cortison
Ausschüttung deutlich reduziert. Mögliche Einflussfaktoren auf die Cortisolreaktion, wie das
Gestationsalter, das Geburtsgewicht, der Zeitpunkt der Lungenreifungsinduktion und das
Geschlecht zeigten keinen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse.
1. Zusammenfassung 5
Interpretation. Gesunde Neugeborene, welche intrauterin eine einmalige
Lungenreifungsinduktion mit 2x12mg Betamethason vor der 34. Schwangerschaftswoche
(SSW) erhalten haben, zeigen noch 8 Wochen später eine signifikante Veränderung der
physiologischen Reaktivität der HPA- Achse auf einen Stressreiz. Diese Ergebnisse geben
Grund zu der Vermutung, dass bereits eine einmalige Lungenreifungsinduktion die HPAAchsen-
Aktivität dauerhaft verändern und somit einen Risikofaktor für die Entstehung von
Erkrankungen im späteren Leben darstellten könnte.

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Item Type:Dissertation
Referees:Zimmermann R, Schäffer L, Beinder E
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Obstetrics
DDC:610 Medicine & health
Language:German
Date:2010
Deposited On:10 Jan 2011 11:46
Last Modified:19 Oct 2012 22:48
Official URL:http://www.uzh.ch/about/faculties/information/promotionen/2010/Promotionen-2010-10.pdf

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