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Viel Lärm um Nichts? Ästhetik des Streite(n)s und inszenierte Streitkultur in Aristophanes’ Fröschen


Baumbach, Manuel (2010). Viel Lärm um Nichts? Ästhetik des Streite(n)s und inszenierte Streitkultur in Aristophanes’ Fröschen. In: Laureys, Marc; Simons, Roswitha. Die Kunst des Streitens. Bonn: V&R Unipress; Auflage: 1., Auflage (17. März 2010), 19-38.

Abstract

Die Kunst des Streitens ist nicht nur motivisch ein zentrales Thema der griechischen Literatur seit ihren epischen Anfängen, sondern in zahlreichen Texten ein strukturbildendes narratives Element. Im Fall des Dramas und speziell der Komödie darf man sogar von einem Gattungscharakteristikum sprechen, da der Streit textlich wie aussertextlich in unterschiedlichen Facetten eine entscheidende Rolle spielt: Auf der Figurenebene wird – häufig in eigens markierten Sprechpassagen wie Stichomythie oder epirrhematischem Agon – ebenso gestritten wie die agonale Situation der Dramenaufführungen selbst ein Wettstreit der Dichter um die ästhetisch beste und wirkmächtigste Kunst des Streitens ist. In den Fröschen (405 v.Chr.) erweitert Aristophanes die Kunst des Streitens um eine Metaebene, indem er nicht nur den intendierten religiösen Adressaten, Dionysos, zum Schiedsrichter macht und damit seinem Drama in Fragen der Streitkultur eine besondere Autorität einverleibt, sondern zugleich den Streit zweier Vertreter des benachbarten Genres der Tragödie in einen Streit über die ästhetisch beste dramatische Form treten lässt. Damit werden nicht nur gattungsspezifische Besonderheiten diskutiert, sondern der Streit selbst ist funktionalisiert als literaturtheoretischer Diskurs über Dichtung und ihre Wirkungsabsichten und wird zugleich selbst zum Objekt der dichterischen Reflexion.

Die Kunst des Streitens ist nicht nur motivisch ein zentrales Thema der griechischen Literatur seit ihren epischen Anfängen, sondern in zahlreichen Texten ein strukturbildendes narratives Element. Im Fall des Dramas und speziell der Komödie darf man sogar von einem Gattungscharakteristikum sprechen, da der Streit textlich wie aussertextlich in unterschiedlichen Facetten eine entscheidende Rolle spielt: Auf der Figurenebene wird – häufig in eigens markierten Sprechpassagen wie Stichomythie oder epirrhematischem Agon – ebenso gestritten wie die agonale Situation der Dramenaufführungen selbst ein Wettstreit der Dichter um die ästhetisch beste und wirkmächtigste Kunst des Streitens ist. In den Fröschen (405 v.Chr.) erweitert Aristophanes die Kunst des Streitens um eine Metaebene, indem er nicht nur den intendierten religiösen Adressaten, Dionysos, zum Schiedsrichter macht und damit seinem Drama in Fragen der Streitkultur eine besondere Autorität einverleibt, sondern zugleich den Streit zweier Vertreter des benachbarten Genres der Tragödie in einen Streit über die ästhetisch beste dramatische Form treten lässt. Damit werden nicht nur gattungsspezifische Besonderheiten diskutiert, sondern der Streit selbst ist funktionalisiert als literaturtheoretischer Diskurs über Dichtung und ihre Wirkungsabsichten und wird zugleich selbst zum Objekt der dichterischen Reflexion.

Additional indexing

Item Type:Book Section, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Greek and Latin Philology
Dewey Decimal Classification:470 Latin & Italic languages
480 Classical & modern Greek languages
Language:German
Date:2010
Deposited On:25 Feb 2011 09:21
Last Modified:01 May 2016 15:17
Publisher:V&R Unipress; Auflage: 1., Auflage (17. März 2010)
ISBN:978-3899717938
Additional Information:Die Kunst des Streitens: Inszenierung, Formen und Funktionen öffentlichen Streits in historischer Perspektive (Super Alta Perennis: Studien Zur Wirkung der Klassischen Antike)

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