UZH-Logo

Maintenance Infos

Praktische Anwendung der pränatalen und präimplantativen Diagnostik


Kind, C; Pok, J (2010). Praktische Anwendung der pränatalen und präimplantativen Diagnostik. In: Kind, C; Braga, S; Studer, A. Auswählen oder annehmen? Zürich: Chronos Verlag, 43-62.

Abstract

Die Betrachtung von pränataler Diagnostik und Präimplantationsdiagnostik unter dem Aspekt der allgemeinen Bedingungen und Regeln ärztlichen Handelns zeigt, dass diese Methoden in verschiedener Hinsicht nicht ohne weiteres in diesen Rahmen hineinpassen. Sowohl der Begriff der Therapie wie derjenige der Prävention erfahren Bedeutungsverschiebungen, wenn von «therapeutischem Schwangerschaftsabbruch aus fötaler Indikation» oder von «Prävention des Downsyndroms» durch die Verhinderung der Geburt von bereits existierenden menschlichen Lebewesen mit dieser Chromosomenveränderung gesprochen wird. Die sonst übliche Verpflichtung des Arztes, zum Wohle des Patienten unter Berücksichtigung des Allgemeinwohls zu handeln, wird durch Zielkonflikte zwischen den Interessen des Fötus oder Embryos, bei dem pränatale Diagnostik oder Präimplantationsdiagnostik durchgeführt wird, und den Interessen des betroffenen Elternpaars kompliziert und zusätzlich vom ausgesprochenen oder unausgesprochenen utilitaristischen Druck der Gesellschaft überlagert.
Die Besonderheiten ärztlichen Handelns im Rahmen der pränatalen Diagnostik und Präimplantationsdiagnostik bedingen eine besondere medizinethische Reflexion dieser Fragen und daraus abgeleitet besondere Regeln in der Anwendung dieser Methoden. Noch anspruchsvoller als die Erarbeitung solcher Regeln ist allerdings ihre Umsetzung in die Praxis, insbesondere bei der pränatalen Diagnostik. Es braucht eine besondere Sensibilität beim Arzt und der Schwangeren, um zu erkennen, wo die Schwangerschaftsbetreuung den gewohnten Rahmen ärztlichen Handelns verlässt und die erwähnten Bedeutungsverschiebungen der Begriffe Therapie und Prävention sowie mögliche Zielkonflikte auftauchen. Eine solche Sensibilisierung kann nur durch eine breite und anhaltende gesellschaftliche Bewusstseinsbildung erreicht werden.

Die Betrachtung von pränataler Diagnostik und Präimplantationsdiagnostik unter dem Aspekt der allgemeinen Bedingungen und Regeln ärztlichen Handelns zeigt, dass diese Methoden in verschiedener Hinsicht nicht ohne weiteres in diesen Rahmen hineinpassen. Sowohl der Begriff der Therapie wie derjenige der Prävention erfahren Bedeutungsverschiebungen, wenn von «therapeutischem Schwangerschaftsabbruch aus fötaler Indikation» oder von «Prävention des Downsyndroms» durch die Verhinderung der Geburt von bereits existierenden menschlichen Lebewesen mit dieser Chromosomenveränderung gesprochen wird. Die sonst übliche Verpflichtung des Arztes, zum Wohle des Patienten unter Berücksichtigung des Allgemeinwohls zu handeln, wird durch Zielkonflikte zwischen den Interessen des Fötus oder Embryos, bei dem pränatale Diagnostik oder Präimplantationsdiagnostik durchgeführt wird, und den Interessen des betroffenen Elternpaars kompliziert und zusätzlich vom ausgesprochenen oder unausgesprochenen utilitaristischen Druck der Gesellschaft überlagert.
Die Besonderheiten ärztlichen Handelns im Rahmen der pränatalen Diagnostik und Präimplantationsdiagnostik bedingen eine besondere medizinethische Reflexion dieser Fragen und daraus abgeleitet besondere Regeln in der Anwendung dieser Methoden. Noch anspruchsvoller als die Erarbeitung solcher Regeln ist allerdings ihre Umsetzung in die Praxis, insbesondere bei der pränatalen Diagnostik. Es braucht eine besondere Sensibilität beim Arzt und der Schwangeren, um zu erkennen, wo die Schwangerschaftsbetreuung den gewohnten Rahmen ärztlichen Handelns verlässt und die erwähnten Bedeutungsverschiebungen der Begriffe Therapie und Prävention sowie mögliche Zielkonflikte auftauchen. Eine solche Sensibilisierung kann nur durch eine breite und anhaltende gesellschaftliche Bewusstseinsbildung erreicht werden.

Altmetrics

Downloads

5 downloads since deposited on 24 Feb 2011
0 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Other titles:Pränatal- und Präimplatationsdiagnostik - Testverfahren an werdendem Leben
Item Type:Book Section, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Gynecology
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2010
Deposited On:24 Feb 2011 15:05
Last Modified:05 Apr 2016 14:50
Publisher:Chronos Verlag
ISBN:978-3-0340-0970-6
Additional Information:Auswählen oder annehmen? : Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik : Testverfahren an werdenem [i.e.werdendem] Leben / Christian Kind ... [et al.] (Hg.). - Zürich : Chronos, 2010
Related URLs:http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=005926122
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-46752

Download

[img]
Content: Accepted Version
Filetype: PDF - Registered users only
Size: 111kB

TrendTerms

TrendTerms displays relevant terms of the abstract of this publication and related documents on a map. The terms and their relations were extracted from ZORA using word statistics. Their timelines are taken from ZORA as well. The bubble size of a term is proportional to the number of documents where the term occurs. Red, orange, yellow and green colors are used for terms that occur in the current document; red indicates high interlinkedness of a term with other terms, orange, yellow and green decreasing interlinkedness. Blue is used for terms that have a relation with the terms in this document, but occur in other documents.
You can navigate and zoom the map. Mouse-hovering a term displays its timeline, clicking it yields the associated documents.

Author Collaborations