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Permanent URL to this publication: http://dx.doi.org/10.5167/uzh-47777

Laass, M. Zur Mundgesundheit von institutionalisierten Patienten einer mobilen zahnmedizinischen Klinik. 2010, University of Zurich, Faculty of Medicine.

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Abstract

Aufgrund des steigenden Anteils von Senioren an der Gesamtbevölkerung steigt auch der Bedarf an Pflege und Betreuung betagter und hochbetagter Menschen. Gleichzeitig stellen pflegebedürftige institutionalisierte Menschen in der Schweiz eine wenig untersuchte Gruppe dar. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Daten zur Mundgesundheit und zum Behandlungs-bedarf von institutionalisierten Menschen dar-zustellen. Diese Daten sollen den Bedarf der zahnmedizinischen Betreuung von institutiona-lisierten Personen verdeutlichen. Über den Zeitraum von einem Jahr, vom September 2007 bis zum Juni 2008, wurden im Rahmen der Besuche von 13 Seniorenein-richtungen (SE) und 3 Behinderteneinrich-tungen (BE) durch das mobiDent™-Team 560 der untersuchten und behandelten Patienten als Studienteilnehmer (ST) erfasst. Die Anmeldung zur Betreuung der Bewohner von SE oder BE durch das mobiDent™-Team erfolgt durch den Bewohner selbst, sofern er noch mündig ist oder den zuständigen Vormund der eine Kostenübernahme unter-zeichnen muss. Anhand eines standardisierten Fragebogens wurden die persönlichen Daten der ST, Kooperation und Therapiefähigkeit, sowie der zahnmedizinische Befund und der objektive Behandlungsbedarf festgehalten. Jeder ST wurde anhand seiner Gebisssituation einer Eichner-Gruppe zugeordnet. Die Aus-wertung der Ergebnisse erfolgte mit Hilfe der SPSS-PC-Version 17.0 für Windows (SPSS Inc., Chicago, USA).
In den Senioreneinrichtungen konnten 433 ST zahnmedizinisch untersucht und ausgewertet werden. Die ST in den SE wurden 5 Altersgruppen zugeordnet. 296 weibliche ST nahmen gegenüber 137 männlichen ST an der Untersuchung teil. Die meisten ST gehören der Altersgruppe 75-84 Jahre an. Die Zahnlosigkeit in den SE liegt bei 15.5 % und die mediane Zahnzahl bei 15 Zähnen, wobei die Zahnzahl in den verschiedenen Altersgruppen mit steigendem Alter statistisch signifikant sinkt. Der durchschnittliche DMF/T-Wert in den SE liegt bei 23.3 und der mDMF/T-Wert bei 27.2. Es ist kein signifikanter Anstieg mit steigendem Alter nachweisbar. Von den ST in den SE gehören 7.1 % der Eichner-Gruppe A1 und 43.2 % der modifizierten Eichner-Gruppe A1 an. Nach Berücksichtigung der prothetischen Versorgung gehört kein ST mehr zur Gruppe C3, jedoch trägt über die Hälfte der ST keinen oder nur einen unvollständigen Zahnersatz (A2, A3, B1-4, C1, C2). Der prothetische Versorgungsgrad (VG) aller ST in den SE ist mit 43.2 % sehr niedrig, werden hingegen nur die zahnlosen ST betrachtet liegt der VG bei hohen 83.6 %. Der objektive theoretische zahnmedizinische Behandlungsbedarf ist mit 81.3 % hoch, es wurden hierbei jedoch auch Prophylaxemassnahmen mit berücksichtigt. Ein relativierter, der persönlichen Belastbarkeit angepasster Behandlungsbedarf besteht bei 80.8 % der ST in den SE. Sowohl der prothetische als auch chirurgische theoretische Bb steigt mit zunehmenden Alter signifikant. In den besuchten BE konnten 97 ST zahn-medizinisch untersucht und ausgewertet werden, darunter befanden sich 55 Männer und 42 Frauen. Die ST wurden 6 Alters-gruppen zugeordnet, wobei mit 43.2 % die Altersgruppe der 40-49-Jährigen am stärksten vertreten ist. In den BE sind nur 2.1 % der ST zahnlos und die mediane Zahnzahl liegt bei 28 Zähnen. Der mittlere DMF/T-Wert in den BE beträgt 11.7 und 14.9 für den mDMF/T-Wert. Es ist ein signifikanter Anstieg mit steigendem Alter vorhanden. 54.5 % der ST in den BE gehören zur Eichner-Gruppe A1 und nach Berücksichtigung der prothetischen Versor-gung sind 60.4 % der Gruppe A1 zuzuordnen. Der objektive theoretische Bb ist mit 97.1 % sehr hoch und sinkt relativiert auf 94.1 %. Die vorliegenden Ergebnisse zur Mund-gesundheit zeigen, dass der Grossteil der institutionalisierten Personen eigene Zähne zur Verfügung hat und ein zahnmedizinischer Behandlungsbedarf besteht. Im Vergleich mit anderen Studien zeigt sich ein gutes zahnmedizinisches Ergebnis (geringere Zahnlosigkeit, höhere Zahnzahl und ein besserer VG in der vorliegenden Studie), wofür die regelmässige zahnmedizinische Betreuung der Pflegeeinrichtungen durch das mobiDent™-Team verantwortlich sein könnte. Da eine Verbesserung oder der Erhalt der Mundgesundheit von institutionalisierten Personen auch dem Erhalt der allgemeinen Gesundheit dient, wird die Notwendigkeit zur Schaffung von zahnärztlichen Versorgungs-modellen in Pflegeeinrichtungen noch verdeutlicht.

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Item Type:Dissertation
Referees:Gallo L M, Nitschke I
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Center for Dental Medicine > Clinic for Masticatory Disorders and Complete Dentures, Geriatric and Special Care Dentistry
DDC:610 Medicine & health
Date:2010
Deposited On:28 Mar 2011 13:37
Last Modified:21 May 2013 07:31
Number of Pages:69
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