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Familiäre politische Prägungen bei kommunalen Exekutivmitgliedern


Geser, H (2010). Familiäre politische Prägungen bei kommunalen Exekutivmitgliedern. Sociology in Switzerland: Schweizer Gemeindestudien 15, University of Zurich.

Abstract

Die auf der Basis von 8000 Exekutivpolitikern von Schweizer Gemeinden gewonnenen Befunde bestätigen die traditionsreiche
Hypothese, dass Kindheitsprägungen im Elternhaus das politische Verhalten im Erwachsenenalter in erheblichem Ausmass bestimmen. So tendieren Abkömmlinge aus konservativ oder links geprägten Familien stärker als diejenigen aus unpolitischen Milieus dazu, in ihre formelle Amtsrolle ein starkes Interesse an Politik hineinzutragen, als Vertreter einer Parteigruppierung statt als Parteilose zu kandidieren, und in ihrem Ratsgremium – sei es als Präsident
oder als gewöhnliches Mitglied - einen überdurchschnittlichen Einfluss zu entfalten. Eine zweite Wirkung des familiären Herkunftsmilieus besteht darin, ideologische Grundorientierungen, Parteipräferenzen und spezifische sachpolitische Einstellungen intergenerationell zu übertragen. Wer aus bürgerlichem Elternhause stammen, wird sich später auf der Links-Rechts-Skala mit über 80% Wahrscheinlichkeit rechts vom Mittelpunkt verorten und – wenn wenn überhaupt einer Partei beigetreten wird - zu einem Anteil von fast 85% eine bürgerliche Gruppierung wählen. Und wer – immer nach eigenen Angaben – einem „linken Milieu“ entstammt, wird mit einer Chance von ebenfalls 80% links von der Skalenmitte politisieren und sich in immerhin zwei Dritteln aller Fälle mit einer Partei des linken Spektrums assoziieren. Sowohl bezüglich des politischen Engagements wie der ideologischen Einstellungen kann man feststellen, dass sich Frauen und höher Gebildete etwas stärker vom Einfluss ihres Elternhauses emanzipieren.

Die auf der Basis von 8000 Exekutivpolitikern von Schweizer Gemeinden gewonnenen Befunde bestätigen die traditionsreiche
Hypothese, dass Kindheitsprägungen im Elternhaus das politische Verhalten im Erwachsenenalter in erheblichem Ausmass bestimmen. So tendieren Abkömmlinge aus konservativ oder links geprägten Familien stärker als diejenigen aus unpolitischen Milieus dazu, in ihre formelle Amtsrolle ein starkes Interesse an Politik hineinzutragen, als Vertreter einer Parteigruppierung statt als Parteilose zu kandidieren, und in ihrem Ratsgremium – sei es als Präsident
oder als gewöhnliches Mitglied - einen überdurchschnittlichen Einfluss zu entfalten. Eine zweite Wirkung des familiären Herkunftsmilieus besteht darin, ideologische Grundorientierungen, Parteipräferenzen und spezifische sachpolitische Einstellungen intergenerationell zu übertragen. Wer aus bürgerlichem Elternhause stammen, wird sich später auf der Links-Rechts-Skala mit über 80% Wahrscheinlichkeit rechts vom Mittelpunkt verorten und – wenn wenn überhaupt einer Partei beigetreten wird - zu einem Anteil von fast 85% eine bürgerliche Gruppierung wählen. Und wer – immer nach eigenen Angaben – einem „linken Milieu“ entstammt, wird mit einer Chance von ebenfalls 80% links von der Skalenmitte politisieren und sich in immerhin zwei Dritteln aller Fälle mit einer Partei des linken Spektrums assoziieren. Sowohl bezüglich des politischen Engagements wie der ideologischen Einstellungen kann man feststellen, dass sich Frauen und höher Gebildete etwas stärker vom Einfluss ihres Elternhauses emanzipieren.

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Item Type:Working Paper
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Sociology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:2010
Deposited On:28 Jun 2011 07:05
Last Modified:05 Apr 2016 14:56
Series Name:Sociology in Switzerland: Schweizer Gemeindestudien
Number of Pages:20
Official URL:http://www.geser.net/gem/t_hgeser15.pdf
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-48509

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