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Dreikönigskuchen: Ein Brauch der Gegenwart zwischen ritueller Funktion, Archaisierung und Kommerz


Kuhn, Konrad J (2009). Dreikönigskuchen: Ein Brauch der Gegenwart zwischen ritueller Funktion, Archaisierung und Kommerz. Schweizerisches Archiv für Volkskunde, 105(2):109-126.

Abstract

Der Dreikönigskuchen am 6. Januar ist einer der erfolgreichsten aktuellen Bräuche mit einer gesamtschweizerischen Verbreitung. Die spezifische Relevanz dieses Brauchhandelns belegen allein die eindrücklichen Zahlen: Aktuell werden in der Schweiz jährlich gegen 1,5 Millionen Dreikönigskuchen verkauft, was ungefähr einen Kuchen pro Haushalt bedeutet. Der Beitrag unterzieht den Dreikönigskuchen einer historischen Brauchforschung, referiert die «Revitalisierung» des Brauches ab den 1940er-Jahren mit historischen und volkskundlichen Argumenten und betrachtet die gegenwärtige Brauchpraxis. In der Verbindung mit institutionellen Brauchmultiplikatoren, der generellen Deutungsoffenheit und dem minimalen Repertoire an ritualisierten Elementen sind die Gründe für den Erfolg des Brauches zu suchen. Sie begründen die hohe Anschlussfähigkeit für kommerzielle Interessen sowie die Bedeutung zur Herstellung sozialer Bindungen und der Stabilisierung von Hierarchien innerhalb der Unternehmens- und Bürokultur. Vor dem Hintergrund der Analyse funktionaler Bedeutungen gegenwärtiger Bräuche plädiert der Beitrag für vermehrte Brauchforschung in unserem Fach.

Der Dreikönigskuchen am 6. Januar ist einer der erfolgreichsten aktuellen Bräuche mit einer gesamtschweizerischen Verbreitung. Die spezifische Relevanz dieses Brauchhandelns belegen allein die eindrücklichen Zahlen: Aktuell werden in der Schweiz jährlich gegen 1,5 Millionen Dreikönigskuchen verkauft, was ungefähr einen Kuchen pro Haushalt bedeutet. Der Beitrag unterzieht den Dreikönigskuchen einer historischen Brauchforschung, referiert die «Revitalisierung» des Brauches ab den 1940er-Jahren mit historischen und volkskundlichen Argumenten und betrachtet die gegenwärtige Brauchpraxis. In der Verbindung mit institutionellen Brauchmultiplikatoren, der generellen Deutungsoffenheit und dem minimalen Repertoire an ritualisierten Elementen sind die Gründe für den Erfolg des Brauches zu suchen. Sie begründen die hohe Anschlussfähigkeit für kommerzielle Interessen sowie die Bedeutung zur Herstellung sozialer Bindungen und der Stabilisierung von Hierarchien innerhalb der Unternehmens- und Bürokultur. Vor dem Hintergrund der Analyse funktionaler Bedeutungen gegenwärtiger Bräuche plädiert der Beitrag für vermehrte Brauchforschung in unserem Fach.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of History
Dewey Decimal Classification:900 History
Language:German
Date:2009
Deposited On:05 Sep 2011 13:26
Last Modified:05 Apr 2016 15:00
Publisher:Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde
ISSN:0036-794X
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:http://retro.seals.ch/digbib/voltoc?pid=sav-001:2009:105
Permanent URL: http://doi.org/10.5167/uzh-49432

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