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Soziale Dienste und Hilfe zwischen Generationen in Europa


Brandt, M; Szydlik, M (2008). Soziale Dienste und Hilfe zwischen Generationen in Europa. Zeitschrift für Soziologie, 37(4):301-320.

Abstract

Private Hilfen zwischen erwachsenen Generationen bei der Haushaltsführung (z. B. bei Haus- und Gartenarbeiten oder Formalitäten) variieren in Europa stark von Nord nach Süd. Während die Hilfehäufigkeit in nördlichen Ländern wie Schweden oder Dänemark mit ausgebauten sozialen Dienstleistungen bei über einem Drittel der Kind-Eltern-Dyaden liegt, helfen erwachsene Kinder in den Mittelmeerländern nur in ungefähr fünfzehn Prozent der Fälle ihren Eltern. Dagegen verteilt sich die Intensität dieser Hilfeleistungen in umgekehrter Richtung: In den südlichen Ländern unterstützen die relativ wenigen Helfer ihre Eltern zeitintensiver als im Norden. Die Ergebnisse logistischer und linearer Mehrebenenmodelle auf Basis der SHARE-Daten legen nahe, dass neben individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten sowie Familienfaktoren auch kulturell-kontextuelle Strukturen eine entscheidende Rolle für die Wahrscheinlichkeit und Intensität intergenerationaler Hilfe spielen. Die Spezialisierungsthese im Sinne der spezifischen Aufgabenteilung von sozialen Diensten und Familie kann auf die Hilfe für die Eltern in Europa übertragen werden: Je mehr die Familie durch soziale Dienstleistungen bei der Betreuung Bedürftiger entlastet wird, desto eher erbringen die Kinder kurzfristige Unterstützungen – während der öffentliche Sektor eher die besser planbaren, stetigen und zeitintensiven Aufgaben übernimmt.

Private Hilfen zwischen erwachsenen Generationen bei der Haushaltsführung (z. B. bei Haus- und Gartenarbeiten oder Formalitäten) variieren in Europa stark von Nord nach Süd. Während die Hilfehäufigkeit in nördlichen Ländern wie Schweden oder Dänemark mit ausgebauten sozialen Dienstleistungen bei über einem Drittel der Kind-Eltern-Dyaden liegt, helfen erwachsene Kinder in den Mittelmeerländern nur in ungefähr fünfzehn Prozent der Fälle ihren Eltern. Dagegen verteilt sich die Intensität dieser Hilfeleistungen in umgekehrter Richtung: In den südlichen Ländern unterstützen die relativ wenigen Helfer ihre Eltern zeitintensiver als im Norden. Die Ergebnisse logistischer und linearer Mehrebenenmodelle auf Basis der SHARE-Daten legen nahe, dass neben individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten sowie Familienfaktoren auch kulturell-kontextuelle Strukturen eine entscheidende Rolle für die Wahrscheinlichkeit und Intensität intergenerationaler Hilfe spielen. Die Spezialisierungsthese im Sinne der spezifischen Aufgabenteilung von sozialen Diensten und Familie kann auf die Hilfe für die Eltern in Europa übertragen werden: Je mehr die Familie durch soziale Dienstleistungen bei der Betreuung Bedürftiger entlastet wird, desto eher erbringen die Kinder kurzfristige Unterstützungen – während der öffentliche Sektor eher die besser planbaren, stetigen und zeitintensiven Aufgaben übernimmt.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Sociology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:August 2008
Deposited On:03 Dec 2008 13:58
Last Modified:05 Apr 2016 12:33
Publisher:Lucius & Lucius
ISSN:0340-1804
Official URL:http://search.ebscohost.com/login.aspx?direct=true&db=sih&AN=34372702&loginpage=Login.asp&site=ehost-live
Related URLs:http://www.uni-bielefeld.de/soz/zfs/ (Publisher)
http://www.suz.uzh.ch/szydlik/ (Author)
Permanent URL: http://doi.org/10.5167/uzh-5134

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