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Zwischen Gewerbeförderung, Sozialpolitik und liberalen Bildungsbestrebungen – Zur „Vor“-Geschichte der dualen Berufsbildung in der Schweiz (1870-1930)


Berner, E; Gonon, P; Ritter, H J (2011). Zwischen Gewerbeförderung, Sozialpolitik und liberalen Bildungsbestrebungen – Zur „Vor“-Geschichte der dualen Berufsbildung in der Schweiz (1870-1930). Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 107(1):14-32.

Abstract

Aus einer historischen Perspektive analysiert vorliegender Beitrag die („Vor“-)Geschichte der schweizerischen Berufsbildung, die als „duales System“ bezeichnet wird. Gemäß dem Konzept der Pfadabhängigkeit werden die Konfliktlinien, Aushandlungsprozesse und Motivlagen verschiedener Akteure bei der Herausbildung des schweizerischen Berufsbildungssystems eruiert und für die Phase 1870–1930 anhand der Entwicklungsverläufe in den Kantonen Zürich und Luzern dargestellt. Es zeigt sich, dass die Begründung und gesetzliche Normierung der Berufsbildung nicht allein von wirtschafts-, sondern auch von sozial- und bildungspolitischen Anliegen getragen waren, die von unterschiedlichen Akteuren wie Gewerbe, Arbeitnehmern und philanthropischen Kreisen vertreten wurden und in demokratischen Prozessen immer wieder ausgehandelt werden mussten. Diese durchaus konflikthaften Aushandlungsprozesse, aber auch die erzielten Kompromisse, verweisen auf die Wandlungsfähigkeit und Reformoffenheit des schweizerischen Berufsbildungssystems, das sich erst 1930 mit dem Erlass des ersten gesamtschweizerischen Berufsbildungsgesetzes auf nationaler Ebene etablierte und seither verschiedene Veränderungen erfahren hat.

Aus einer historischen Perspektive analysiert vorliegender Beitrag die („Vor“-)Geschichte der schweizerischen Berufsbildung, die als „duales System“ bezeichnet wird. Gemäß dem Konzept der Pfadabhängigkeit werden die Konfliktlinien, Aushandlungsprozesse und Motivlagen verschiedener Akteure bei der Herausbildung des schweizerischen Berufsbildungssystems eruiert und für die Phase 1870–1930 anhand der Entwicklungsverläufe in den Kantonen Zürich und Luzern dargestellt. Es zeigt sich, dass die Begründung und gesetzliche Normierung der Berufsbildung nicht allein von wirtschafts-, sondern auch von sozial- und bildungspolitischen Anliegen getragen waren, die von unterschiedlichen Akteuren wie Gewerbe, Arbeitnehmern und philanthropischen Kreisen vertreten wurden und in demokratischen Prozessen immer wieder ausgehandelt werden mussten. Diese durchaus konflikthaften Aushandlungsprozesse, aber auch die erzielten Kompromisse, verweisen auf die Wandlungsfähigkeit und Reformoffenheit des schweizerischen Berufsbildungssystems, das sich erst 1930 mit dem Erlass des ersten gesamtschweizerischen Berufsbildungsgesetzes auf nationaler Ebene etablierte und seither verschiedene Veränderungen erfahren hat.

Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Education
Dewey Decimal Classification:370 Education
Language:German
Date:2011
Deposited On:23 Feb 2012 08:34
Last Modified:05 Apr 2016 15:27
Publisher:Franz Steiner Verlag
ISSN:0172-2875
Official URL:http://www.steiner-verlag.de/ZBW/

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