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Erklärungen, Befunde und Implikationen für und zu Altersunterschiede(n) im Verzeihen


Steiner-Scheuermeier, M. Erklärungen, Befunde und Implikationen für und zu Altersunterschiede(n) im Verzeihen. 2011, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Im Laufe ihres Lebens werden vermutlich fast alle Menschen sich mindestens einmal die Frage stellen, ob sie eine erfahrene Verletzung verzeihen sollen, wollen und können, oder nicht. Konflikte und Verletzungen sind unvermeidbar im Zusammenleben von zwei und mehr Personen und entstehen beispielsweise durch Interessenkonflikte, Meinungsverschiedenheit, Schwächen in der interindividuellen Kommunikation oder durch Unaufmerksamkeit. Eine Möglichkeit, Verletzungen zu bewältigen, ist Verzeihen. Bisherige Studien zeigten, dass Verzeihen nicht nur eine Möglichkeit darstellt, Verletzungen zu verarbeiten, sondern darüber hinaus förderlich ist für das psychologische und soziale Wohlbefinden (z.B. Bono, McCullough & Root, 2008; Hill & Allemand, 2010, im Druck; Krause & Ellison, 2003) und für die Aufrechterhaltung von positiven sozialen Beziehungen (z.B. Fincham, Paleari & Regalia, 2002; Karremans & Van Lange, 2004). Weil es sich beim Verzeihen um eine für das Individuum und für die Gesellschaft hilfreiche Strategie handelt, Verletzungen über die ganze Lebensspanne vorkommen und somit auch Verzeihen lebenslang eine Option ist, lohnt es sich, Verzeihen über die Lebensspanne zu untersuchen. In dieser Dissertation wird der Fokus auf Altersunterschiede im Verzeihen gerichtet, der Rahmen bildet die Lebensspannen- und Alternsperspektive. Drei Ziele werden in dieser Arbeit verfolgt (siehe dazu auch 1.4): Das erste Ziel besteht darin, einen Überblick über Altersunterschiede im Verzeihen und über den gegenwärtigen Forschungsstand zum Verzeihen aus Sicht der Entwicklungspsychologie der Lebensspanne zu geben (Kapitel 2 und 3). Das zweite Ziel beinhaltet Erklärungen für Altersunterschiede im Verzeihen. In Kapitel 2 und 3 werden theoretische Erklärungen aus Sicht der Lebensspanne diskutiert, in Kapitel 4 und 5 werden konkrete mögliche Einflussfaktoren für Altersunterschiede theoretisch begründet und empirisch untersucht. Kapitel 4 geht der Frage nach, ob die Verletzungshäufigkeit und –intensität Altersunterschiede im Verzeihen teilweise zu erklären vermögen, Kapitel 5 untersucht die Rolle von Verträglichkeit und Neurotizismus für Altersunterschiede im Verzeihen. Das dritte Ziel dieser Arbeit besteht schliesslich darin, eine Brücke zur Praxis zu schlagen und Implikationen für gegenwärtige und zukünftige Verzeihensinterventionen aufzuzeigen, welche altersspezifische Bedürfnisse berücksichtigen. Vor dem Hintergrund der Alternsperspektive wird in Kapitel 6 eine Verzeihensintervention vorgestellt, die altersspezifische Bedürfnisse berücksichtigt und für ältere Erwachsene konzipiert und evaluiert wurde. Implikationen für eine zukünftige Verzeihensintervention mit jungen Erwachsenen, welche sich an deren Bedürfnissen orientiert, werden in Kapitel 3 und 6 diskutiert. Nebst diesen drei Hauptzielen werden in jeder Studie weitere und spezifischere Forschungsfragen untersucht, welche jeweils in der Einleitung der betreffenden Kapitel (Kapitel 2 bis 6) erläutert werden. Bevor der Reihe nach auf die drei Forschungsziele dieser Arbeit eingegangen wird, werden die Begriffe „Verzeihen― (1.1) und „Lebensspannenperspektive― (1.2) geklärt, eine Übersicht über die Ziele und Fragestellungen dieser Arbeit (1.3) gegeben und das konzeptuelle Modell zu Altersunterschieden im Verzeihen (1.4) eingeführt. Das konzeptuelle Modell bildet das Gerüst für die drei zentralen Fragestellungen und führt durch die Einleitung und den Schlussteil der vorliegenden Arbeit.

Im Laufe ihres Lebens werden vermutlich fast alle Menschen sich mindestens einmal die Frage stellen, ob sie eine erfahrene Verletzung verzeihen sollen, wollen und können, oder nicht. Konflikte und Verletzungen sind unvermeidbar im Zusammenleben von zwei und mehr Personen und entstehen beispielsweise durch Interessenkonflikte, Meinungsverschiedenheit, Schwächen in der interindividuellen Kommunikation oder durch Unaufmerksamkeit. Eine Möglichkeit, Verletzungen zu bewältigen, ist Verzeihen. Bisherige Studien zeigten, dass Verzeihen nicht nur eine Möglichkeit darstellt, Verletzungen zu verarbeiten, sondern darüber hinaus förderlich ist für das psychologische und soziale Wohlbefinden (z.B. Bono, McCullough & Root, 2008; Hill & Allemand, 2010, im Druck; Krause & Ellison, 2003) und für die Aufrechterhaltung von positiven sozialen Beziehungen (z.B. Fincham, Paleari & Regalia, 2002; Karremans & Van Lange, 2004). Weil es sich beim Verzeihen um eine für das Individuum und für die Gesellschaft hilfreiche Strategie handelt, Verletzungen über die ganze Lebensspanne vorkommen und somit auch Verzeihen lebenslang eine Option ist, lohnt es sich, Verzeihen über die Lebensspanne zu untersuchen. In dieser Dissertation wird der Fokus auf Altersunterschiede im Verzeihen gerichtet, der Rahmen bildet die Lebensspannen- und Alternsperspektive. Drei Ziele werden in dieser Arbeit verfolgt (siehe dazu auch 1.4): Das erste Ziel besteht darin, einen Überblick über Altersunterschiede im Verzeihen und über den gegenwärtigen Forschungsstand zum Verzeihen aus Sicht der Entwicklungspsychologie der Lebensspanne zu geben (Kapitel 2 und 3). Das zweite Ziel beinhaltet Erklärungen für Altersunterschiede im Verzeihen. In Kapitel 2 und 3 werden theoretische Erklärungen aus Sicht der Lebensspanne diskutiert, in Kapitel 4 und 5 werden konkrete mögliche Einflussfaktoren für Altersunterschiede theoretisch begründet und empirisch untersucht. Kapitel 4 geht der Frage nach, ob die Verletzungshäufigkeit und –intensität Altersunterschiede im Verzeihen teilweise zu erklären vermögen, Kapitel 5 untersucht die Rolle von Verträglichkeit und Neurotizismus für Altersunterschiede im Verzeihen. Das dritte Ziel dieser Arbeit besteht schliesslich darin, eine Brücke zur Praxis zu schlagen und Implikationen für gegenwärtige und zukünftige Verzeihensinterventionen aufzuzeigen, welche altersspezifische Bedürfnisse berücksichtigen. Vor dem Hintergrund der Alternsperspektive wird in Kapitel 6 eine Verzeihensintervention vorgestellt, die altersspezifische Bedürfnisse berücksichtigt und für ältere Erwachsene konzipiert und evaluiert wurde. Implikationen für eine zukünftige Verzeihensintervention mit jungen Erwachsenen, welche sich an deren Bedürfnissen orientiert, werden in Kapitel 3 und 6 diskutiert. Nebst diesen drei Hauptzielen werden in jeder Studie weitere und spezifischere Forschungsfragen untersucht, welche jeweils in der Einleitung der betreffenden Kapitel (Kapitel 2 bis 6) erläutert werden. Bevor der Reihe nach auf die drei Forschungsziele dieser Arbeit eingegangen wird, werden die Begriffe „Verzeihen― (1.1) und „Lebensspannenperspektive― (1.2) geklärt, eine Übersicht über die Ziele und Fragestellungen dieser Arbeit (1.3) gegeben und das konzeptuelle Modell zu Altersunterschieden im Verzeihen (1.4) eingeführt. Das konzeptuelle Modell bildet das Gerüst für die drei zentralen Fragestellungen und führt durch die Einleitung und den Schlussteil der vorliegenden Arbeit.

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Item Type:Dissertation
Referees:Martin M, Hornung R
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Language:German
Date:2011
Deposited On:24 Jan 2012 14:59
Last Modified:05 Apr 2016 15:29
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-57025

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