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Haug, S; Schaub, M (2011). Wirksamkeit internetbasierter Programme zum Tabakrauchen. Eine systematische Literaturübersicht. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 19(4):181-196.

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Abstract

Ziel dieser systematischen Literaturübersicht ist, die Wirksamkeit internetbasierter Programme zur Förderung des Rauchausstiegs, zur Verhinderung des Raucheinstiegs und zum Schutz vor Passivrauch anhand der vorliegenden empirischen Evidenz zu beurteilen. Die Literatursuche erfolgte im Juli 2010 und umfasste die Datenbanken PubMed, MEDLINE, Web of Science, PsycINFO sowie das Cochrane Register of Controlled Trials. Randomisiert-kontrollierte Studien, die Ergebnisse zur Wirksamkeit einer Intervention im Vergleich zu einer Kontrollgruppe oder einer Standardintervention berichten, wurden eingeschlossen. Von 359 Publikationen, die in den Literaturdatenbanken recherchiert wurden, konnten 17 in diese Übersicht eingeschlossen werden. Diese beschrieben 16 Studien: 14 Studien überprüften Programme zur Förderung des Rauchausstiegs, 2 Studien überprüften kombinierte Programme zur Förderung des Ausstiegs und zur Verhinderung des Einstiegs bei Jugendlichen. Von den 14 Rauchausstiegs-Interventionen erwiesen sich sechs als wirksam zur Erhöhung der Rate Rauchabstinenter gegenüber einer Kontrollgruppe. Aufgrund der Heterogenität der Studien v.a. hinsichtlich der verwendeten Kontrollgruppen wurden keine gepoolten Effektgrößen über alle Studien hinweg berechnet. Eine separate Berechnung von Effektgrößen für Studien mit ähnlichen Kontrollgruppen, ergab eine tendenziell, aber nicht signifikant höhere Rate Rauchabstinenter bei Internetinterventionen im Vergleich zu Kontrollgruppen ohne Intervention (Relatives Risiko (RR) 1.42; 95%-Konfidenzintervall (KI) 0.85–2.37). Ein Vergleich der Internetinterventionen mit Kontrollgruppen, die eine Minimalintervention erhielten, ergab einen signifikanten Interventionseffekt (RR 1.31; KI 1.09–1.57). Beim Vergleich der Internetinterventionen mit persönlichen Beratungsinterventionen ergab sich kein signifikanter Interventionseffekt (RR 0.86; KI 0.72–1.04); tendenziell waren die persönlichen Beratungsinterventionen überlegen. Im Vergleich zu einer Standardintervention allein, erwies sich eine Standardintervention mit zusätzlichem Internetprogramm nicht als wirksamer (RR 1.27; KI 0.70–2.31). Interventionen, die ausschließlich aufhörbereite Raucher adressierten, erwiesen sich eher als erfolgversprechend als Interventionen, welche sich an alle Raucher einer bestimmten Population richteten. Die beiden kombinierten Programme zur Förderung des Ausstiegs und zur Verhinderung des Einstiegs bei Jugendlichen waren auf einzelnen, aber nicht allen Zielkriterien wirksam. Zur Förderung des Rauchausstiegs bei aufhörbereiten Rauchern liegen international bereits wirksame Programme vor, allerdings wurde keines dieser Programme im deutschsprachigen Raum überprüft. Die empirische Evidenz zu Internetprogrammen zur Verhinderung des Raucheinstiegs ist bislang sehr gering; Wirksamkeitsstudien zu Internetprogrammen zum Schutz vor Passivrauch liegen bislang keine vor.

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Swiss Research Institute for Public Health and Addiction
DDC:610 Medicine & health
Language:German
Date:2011
Deposited On:01 Mar 2012 17:02
Last Modified:31 Mar 2014 16:16
Publisher:Hogrefe
ISSN:0943-8149
Publisher DOI:10.1026/0943-8149/a000052
Citations:Web of Science®. Times Cited: 2
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