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Sexualaufklärung als biographisches Element in brieflichen Narrationen


Schwitter, Beatrice (2008). Sexualaufklärung als biographisches Element in brieflichen Narrationen. Schweizerisches Archiv für Volkskunde, 104(1):83-100.

Abstract

Dieser Artikel untersucht biographisch erzählende Briefe an die "Liebe Marta", die das Thema Sexualaufklärung mit ansprechen. Dabei wird die Frage nach subjektiven Deutungsmustern gestellt: Wie wurde die eigenerlebte "Aufklärung" thematisiert? Wie wurden ihre Wirkungen verstanden und erklärt? Folgende Muster zeichnen sich ab: Die eigenerlebte Sexualaufklärung wurde als mangelhaft kritisiert, und dieser Mangel wurde mit dem Scheitern von intimen Beziehungen und mit sexuellen Problemen zusammengedacht. Erkennbar sind zudem geschlechtsspezifische Argumentationen: Wenn Frauen die eigenerlebte Sexualaufklärung thematisierten, erschienen fast immer auch sexuelle Unlust und Orgasmusprobleme, seltener auch sexuelle Übergriffe; Männer dagegen thematisierten zusammen mit ihrer Aufklärung nur selten Potenzprobleme, dafür aber fast immer Einsamkeit und Kontaktarmut sowie Scham- und Schuldgefühle. Sexualaufklärung wurde von den Schreibenden als etwas verstanden, was Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Beziehungsbiographie hatte.

Abstract

Dieser Artikel untersucht biographisch erzählende Briefe an die "Liebe Marta", die das Thema Sexualaufklärung mit ansprechen. Dabei wird die Frage nach subjektiven Deutungsmustern gestellt: Wie wurde die eigenerlebte "Aufklärung" thematisiert? Wie wurden ihre Wirkungen verstanden und erklärt? Folgende Muster zeichnen sich ab: Die eigenerlebte Sexualaufklärung wurde als mangelhaft kritisiert, und dieser Mangel wurde mit dem Scheitern von intimen Beziehungen und mit sexuellen Problemen zusammengedacht. Erkennbar sind zudem geschlechtsspezifische Argumentationen: Wenn Frauen die eigenerlebte Sexualaufklärung thematisierten, erschienen fast immer auch sexuelle Unlust und Orgasmusprobleme, seltener auch sexuelle Übergriffe; Männer dagegen thematisierten zusammen mit ihrer Aufklärung nur selten Potenzprobleme, dafür aber fast immer Einsamkeit und Kontaktarmut sowie Scham- und Schuldgefühle. Sexualaufklärung wurde von den Schreibenden als etwas verstanden, was Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Beziehungsbiographie hatte.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Social Anthropology and Cultural Studies
Dewey Decimal Classification:790 Sports, games & entertainment
390 Customs, etiquette & folklore
300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:August 2008
Deposited On:17 Dec 2008 14:57
Last Modified:02 Jun 2016 07:59
Publisher:Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde
ISSN:0036-794X
Official URL:http://www.volkskunde.ch

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