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Ulcus hypertonicum Martorell - Ein Modell der ischämischen subkutanen Arteriolosklerose


Hafner, J; Nobbe, S; Partsch, H; Läuchli, S; Mayer, D O; Amann-Vesti, B; Speich, R; Schmid, C; Burg, G; French, L E (2012). Ulcus hypertonicum Martorell - Ein Modell der ischämischen subkutanen Arteriolosklerose. Vasomed - Die Fachzeitschrift für Gefässerkrankungen, 24(1):6-10.

Abstract

Das Ulcus hypertonicum Martorell (1) ist die häufigste Form von ischämischer subkutaner Arteriolosklerose. Zugrunde liegend findet sich bei Patienten mit einer langjährigen, meistens gut eingestellten arteriellen Hypertonie eine stenosierende Arteriolosklerose in der Subkutis, welche im Endstadium zu Hautinfarkten am Unterschenkel führt. Klinisch findet sich eine nekrotisierende Livedo racemosa, die sich regelhaft am laterodorsalen Unterschenkel oder über der Achillessehne lokalisiert. 60 °/o der Patienten haben auch einen Diabetes, oft im Rahmen eines metabolischen Syndroms, aber 40 °/o sind "schlanke Hypertoniker" (2). Dieses klinische Bild wird aufgrund des lividen, fortschreitenden Wundrandes und der sehr stark ausgeprägten (Ischämie-) Schmerzen von Klinikerlnnen, welche das Krankheitsbild nicht kennen, sehr oft als Pyoderma gangraenosum oder als nekrotisierende Vaskulitis fehlgedeutet Wenn dann noch eine oberflächliche Hautbiopsie vom Ulkusrand entnommen wird, kann es gut sein, dass die Histologie mit einem Pyoderma gangraenosum vereinbar ist. Daraus wird als nächster Schritt (3) das falsche Therapiekonzept abgeleitet, nämlich Immunsuppression und Vermeiden jeglicher Chirurgie. Dabei wäre die Nekrosektomie mit Spalthautverpflanzung in den ausgedehnteren Fällen von Ulcus hypertonicum Martorell die Behandlung der Wahl (4). Etwa 70 % der Histologien des Ulcus hypertonicum Martorell sind mit der Histologie der sogenannten Kalziphylaxie identisch. Daher liegt die Hypothese nahe, dass das Ulcus hypertonicum Martorell und die Kalziphylaxie eine gemeinsame Pathogenese haben. Schlüsselwörter: Ulcus hypertonicum Martorell, subkutane Arteriolosklerose, Pyoderma gangraenosum, Kalziphylaxie, Ulkuschirurgie (Nekrosektomie, Spalthautverpflanzung)

Das Ulcus hypertonicum Martorell (1) ist die häufigste Form von ischämischer subkutaner Arteriolosklerose. Zugrunde liegend findet sich bei Patienten mit einer langjährigen, meistens gut eingestellten arteriellen Hypertonie eine stenosierende Arteriolosklerose in der Subkutis, welche im Endstadium zu Hautinfarkten am Unterschenkel führt. Klinisch findet sich eine nekrotisierende Livedo racemosa, die sich regelhaft am laterodorsalen Unterschenkel oder über der Achillessehne lokalisiert. 60 °/o der Patienten haben auch einen Diabetes, oft im Rahmen eines metabolischen Syndroms, aber 40 °/o sind "schlanke Hypertoniker" (2). Dieses klinische Bild wird aufgrund des lividen, fortschreitenden Wundrandes und der sehr stark ausgeprägten (Ischämie-) Schmerzen von Klinikerlnnen, welche das Krankheitsbild nicht kennen, sehr oft als Pyoderma gangraenosum oder als nekrotisierende Vaskulitis fehlgedeutet Wenn dann noch eine oberflächliche Hautbiopsie vom Ulkusrand entnommen wird, kann es gut sein, dass die Histologie mit einem Pyoderma gangraenosum vereinbar ist. Daraus wird als nächster Schritt (3) das falsche Therapiekonzept abgeleitet, nämlich Immunsuppression und Vermeiden jeglicher Chirurgie. Dabei wäre die Nekrosektomie mit Spalthautverpflanzung in den ausgedehnteren Fällen von Ulcus hypertonicum Martorell die Behandlung der Wahl (4). Etwa 70 % der Histologien des Ulcus hypertonicum Martorell sind mit der Histologie der sogenannten Kalziphylaxie identisch. Daher liegt die Hypothese nahe, dass das Ulcus hypertonicum Martorell und die Kalziphylaxie eine gemeinsame Pathogenese haben. Schlüsselwörter: Ulcus hypertonicum Martorell, subkutane Arteriolosklerose, Pyoderma gangraenosum, Kalziphylaxie, Ulkuschirurgie (Nekrosektomie, Spalthautverpflanzung)

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Angiology
04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Dermatology Clinic
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Date:January 2012
Deposited On:13 Jul 2012 07:34
Last Modified:05 Apr 2016 15:53
Publisher:Viavital-Verlag
ISSN:0942-1181
Related URLs:http://www.viavital.net/zeitschriften/archiv/46/2012/01
Permanent URL: http://doi.org/10.5167/uzh-63347

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