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Bildrollen: Dauer und Wandel einer indischen Volkskunst


Kaiser, Thomas (2012). Bildrollen: Dauer und Wandel einer indischen Volkskunst. Stuttgart und Zürich: Arnoldsche Art Publishers und Völkerkundemuseum der Universität Zürich.

Abstract

Über 2000 Jahre lang zogen in Indien fahrende Künstler über Land, die anhand gemalter Bildrollen die Erzählungen der großen indischen Epen Mahabharata und Ramayana sowie eine Fülle lokaler Götter- und Heldengeschichten und mora- lischer Lehrstücke unter der meist des Lesens unkundigen Landbevölkerung verbreiteten. Sie waren die Schöpfer und Träger einer Kunstform, die sich von Indien ausgehend über China bis Japan sowie in westlicher Richtung bis in den Mittelmeerraum verbreitete. In der Hand der Malersänger wurden die Bildrollen zum Hand-Kino, zur Projektionsfläche von Mythenwissen und zum Anreiz, schauend den Gesängen zu lauschen.

Aufgrund politischer Veränderungen, technischer Neuerungen und sozialer Umwälzungen des 20. Jahrhunderts büßten auch in Indien die Kunstformen der mündlichen Überlieferung ihre Funktionen ein, und so verloren die Bildrollen- künstler Publikum und Einkommen. In Bengalen trotzen bis heute zwei eng ver- wandte Bildrollentraditionen den widrigen Umständen: die der "patua" und die der "jadopatia". Doch während die "patua" diese Herausforderung meistern, drohen die "jadopatia" daran zu scheitern – ihre Tradition steht vor dem Aus.
Die vorliegende Publikation illustriert anhand von rund 160 Bildrollen vorwiegend aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Übergang der "patua"-Kunst von ihrer überlieferten Funktion als Trägerin mündlicher Überlieferung zu einer zeitgenössischen visuellen Kunstform. Zugleich setzt das Buch der aussterbenden Kunst der "jadopatia" ein Denkmal.

Über 2000 Jahre lang zogen in Indien fahrende Künstler über Land, die anhand gemalter Bildrollen die Erzählungen der großen indischen Epen Mahabharata und Ramayana sowie eine Fülle lokaler Götter- und Heldengeschichten und mora- lischer Lehrstücke unter der meist des Lesens unkundigen Landbevölkerung verbreiteten. Sie waren die Schöpfer und Träger einer Kunstform, die sich von Indien ausgehend über China bis Japan sowie in westlicher Richtung bis in den Mittelmeerraum verbreitete. In der Hand der Malersänger wurden die Bildrollen zum Hand-Kino, zur Projektionsfläche von Mythenwissen und zum Anreiz, schauend den Gesängen zu lauschen.

Aufgrund politischer Veränderungen, technischer Neuerungen und sozialer Umwälzungen des 20. Jahrhunderts büßten auch in Indien die Kunstformen der mündlichen Überlieferung ihre Funktionen ein, und so verloren die Bildrollen- künstler Publikum und Einkommen. In Bengalen trotzen bis heute zwei eng ver- wandte Bildrollentraditionen den widrigen Umständen: die der "patua" und die der "jadopatia". Doch während die "patua" diese Herausforderung meistern, drohen die "jadopatia" daran zu scheitern – ihre Tradition steht vor dem Aus.
Die vorliegende Publikation illustriert anhand von rund 160 Bildrollen vorwiegend aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Übergang der "patua"-Kunst von ihrer überlieferten Funktion als Trägerin mündlicher Überlieferung zu einer zeitgenössischen visuellen Kunstform. Zugleich setzt das Buch der aussterbenden Kunst der "jadopatia" ein Denkmal.

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Item Type:Monograph
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Social Anthropology and Cultural Studies
Dewey Decimal Classification:390 Customs, etiquette & folklore
300 Social sciences, sociology & anthropology
790 Sports, games & entertainment
Uncontrolled Keywords:Jharkand, Bihar, Bengalen, Patua, Jadopatia, Jadupatua, chitrakar
Language:German
Date:September 2012
Deposited On:05 Oct 2012 06:08
Last Modified:05 Apr 2016 15:58
Publisher:Arnoldsche Art Publishers und Völkerkundemuseum der Universität Zürich
Number of Pages:192
ISBN:978-3-89790-365-4
Official URL:http://www.arnoldsche.com/Aussereuropaeische-Kunst/BILDROLLEN.html
Related URLs:http://www.musethno.uzh.ch/bildrollen

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