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Stand der Aufklärung von Kolorektalkarzinompatienten und deren erstgradig Verwandten über deren Kolorektalkarzinomrisiko in der Ostschweiz


Bamert, Gregor Arnold. Stand der Aufklärung von Kolorektalkarzinompatienten und deren erstgradig Verwandten über deren Kolorektalkarzinomrisiko in der Ostschweiz. 2012, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Hintergrund : In Europa und auch in der Schweiz ist das Kolorektalkarzinom (im weiteren Text mit KRK abgekürzt) das dritthäufigste Karzinom, welches zum Tode führt. Bei ca. 20% besteht eine positive Familienanamnese. Verglichen mit der Normalbevölkerung, ist das Risiko bei positiver Familienanamnese im ersten Verwandtschaftsgrad an einem KRK zu erkranken, um den Faktor 2-4 erhöht. Mittels Screening kann eine signifikante Reduktion der Inzidenz und Mortalität des KRK erreicht werden. Unsere Hypothese ist, dass die Information über das erhöhte familiäre Risiko eines KRK ungenügend ist, und dass sich nur eine Minorität der erstgradig Verwandten (im weiteren Text mit EGV abgekürzt) von Patienten mit einem KRK einer entsprechenden Screeninguntersuchung unterziehen. Schweizerische Daten zu diesem Thema fehlen. Somit ist das Ziel dieser Studie, diese Fragen zu klären.
Methode : Es handelt sich um eine retrospektive single center Kohortenstudie. Die Daten wurden in einer zweistufigen schriftlichen Befragung erhoben. Ergänzend zum Fragebogen wurde auch eine Information zum erhöhten Risiko für ein KRK bei EGV und eine Informationsbroschüre der Schweizerischen Krebsliga zum KRK beigelegt. Im ersten Schritt wurden alle im Zeitraum vom Januar 2004 bis Mai 2010 am Kantonsspital St. Gallen (Einzugsgebiet ca. ½ Million Personen) operierten KRK-Patienten befragt, ob sie über das erhöhte Risiko für ein KRK ihrer EGV informiert wurden und wenn ja, durch wen diese Information erfolgte. Um die EGV befragen zu können, baten wir die KRK-Patienten, ihre EGV zu nennen, und diese um deren schriftliche Einwilligung zur Teilnahme an der Studie zu bitten. Im zweiten Schritt befragten wir die EGV, ob sie über ihr erhöhtes Risiko für ein KRK informiert wurden, durch wen die Information erfolgte, und ob sie sich in der Folge einer empfohlenen Vorsorgeuntersuchung (Indexkolonosko5 pie als Goldstandard-Vorsorgeuntersuchung oder Test auf okkultes Blut im Stuhl) unterzogen haben. Die Antworten wurden mit einer deskriptiven Statistik ausgewertet.
Resultate : Von den 390 eingeschlossenen KRK-Patienten antworteten 134. Diese gaben 241 erstgradig Verwandte an, von denen 165 auf die Befragung antworteten. 80.6% (CI 95% 73.8; 87.4) der KRK-Patienten waren auf das erhöhte Risiko ihrer EGV für ein KRK aufmerksam gemacht worden. 84.8% (CI 95% 79.3; 90.4)) der EGV waren über ihr erhöhtes Risiko eines KRK informiert. Zu 71.6% erfolgte der Informationsfluss über den KRK-Patienten. Deutlich weniger häufig waren die EGV über einen Hausarzt, Gastroenterologen, Chirurgen oder einen anderen, den Tumorpatienten behandelnden Arzt oder die Medien (2.5%-23.5%) informiert worden. 57 der 165 EGV (34.6% (CI 95% 27.2; 41.9)) erfüllten die Indikation zur Vorsorgeuntersuchung aufgrund ihres Alters ≥ 50 Jahre und/oder ihres Alters ≤ 10 Jahre unter dem Alter des Indexpatienten bei Diagnosestellung. Von diesen 57 EGK unterzogen sich 56.1% (CI 95% 42.9; 69.4) einer Indexkolonoskopie, 3.5% machten einen Test auf okkultes Blut im Stuhl, und bei 42.1% (CI 95% 28.9; 55.3)) wurde keine der beiden oben genannten Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. In der untersuchten Region ist der Informationsstand über das erhöhte Risiko für ein KRK bei EGV von KRK-Patienten hoch, doch die Umsetzung der sich daraus ableitenden Indikation zur Screeninguntersuchung ist deutlich tiefer. 15.8% (CI 95% 6.0; 25.6) der EGV mit Indikation zur Vorsorgeuntersuchung waren nicht über ihr erhöhtes Risiko informiert. Es müssen somit weitere Anstrengungen unternommen werden, um den Informationsfluss an die KRK-Patienten und deren EGV über deren erhöhtes Risiko für eine KRK zu verbessern. Hauptsächlich muss die Umsetzung der Empfehlung zur Vorsorgeuntersuchung gesteigert werden.

Hintergrund : In Europa und auch in der Schweiz ist das Kolorektalkarzinom (im weiteren Text mit KRK abgekürzt) das dritthäufigste Karzinom, welches zum Tode führt. Bei ca. 20% besteht eine positive Familienanamnese. Verglichen mit der Normalbevölkerung, ist das Risiko bei positiver Familienanamnese im ersten Verwandtschaftsgrad an einem KRK zu erkranken, um den Faktor 2-4 erhöht. Mittels Screening kann eine signifikante Reduktion der Inzidenz und Mortalität des KRK erreicht werden. Unsere Hypothese ist, dass die Information über das erhöhte familiäre Risiko eines KRK ungenügend ist, und dass sich nur eine Minorität der erstgradig Verwandten (im weiteren Text mit EGV abgekürzt) von Patienten mit einem KRK einer entsprechenden Screeninguntersuchung unterziehen. Schweizerische Daten zu diesem Thema fehlen. Somit ist das Ziel dieser Studie, diese Fragen zu klären.
Methode : Es handelt sich um eine retrospektive single center Kohortenstudie. Die Daten wurden in einer zweistufigen schriftlichen Befragung erhoben. Ergänzend zum Fragebogen wurde auch eine Information zum erhöhten Risiko für ein KRK bei EGV und eine Informationsbroschüre der Schweizerischen Krebsliga zum KRK beigelegt. Im ersten Schritt wurden alle im Zeitraum vom Januar 2004 bis Mai 2010 am Kantonsspital St. Gallen (Einzugsgebiet ca. ½ Million Personen) operierten KRK-Patienten befragt, ob sie über das erhöhte Risiko für ein KRK ihrer EGV informiert wurden und wenn ja, durch wen diese Information erfolgte. Um die EGV befragen zu können, baten wir die KRK-Patienten, ihre EGV zu nennen, und diese um deren schriftliche Einwilligung zur Teilnahme an der Studie zu bitten. Im zweiten Schritt befragten wir die EGV, ob sie über ihr erhöhtes Risiko für ein KRK informiert wurden, durch wen die Information erfolgte, und ob sie sich in der Folge einer empfohlenen Vorsorgeuntersuchung (Indexkolonosko5 pie als Goldstandard-Vorsorgeuntersuchung oder Test auf okkultes Blut im Stuhl) unterzogen haben. Die Antworten wurden mit einer deskriptiven Statistik ausgewertet.
Resultate : Von den 390 eingeschlossenen KRK-Patienten antworteten 134. Diese gaben 241 erstgradig Verwandte an, von denen 165 auf die Befragung antworteten. 80.6% (CI 95% 73.8; 87.4) der KRK-Patienten waren auf das erhöhte Risiko ihrer EGV für ein KRK aufmerksam gemacht worden. 84.8% (CI 95% 79.3; 90.4)) der EGV waren über ihr erhöhtes Risiko eines KRK informiert. Zu 71.6% erfolgte der Informationsfluss über den KRK-Patienten. Deutlich weniger häufig waren die EGV über einen Hausarzt, Gastroenterologen, Chirurgen oder einen anderen, den Tumorpatienten behandelnden Arzt oder die Medien (2.5%-23.5%) informiert worden. 57 der 165 EGV (34.6% (CI 95% 27.2; 41.9)) erfüllten die Indikation zur Vorsorgeuntersuchung aufgrund ihres Alters ≥ 50 Jahre und/oder ihres Alters ≤ 10 Jahre unter dem Alter des Indexpatienten bei Diagnosestellung. Von diesen 57 EGK unterzogen sich 56.1% (CI 95% 42.9; 69.4) einer Indexkolonoskopie, 3.5% machten einen Test auf okkultes Blut im Stuhl, und bei 42.1% (CI 95% 28.9; 55.3)) wurde keine der beiden oben genannten Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. In der untersuchten Region ist der Informationsstand über das erhöhte Risiko für ein KRK bei EGV von KRK-Patienten hoch, doch die Umsetzung der sich daraus ableitenden Indikation zur Screeninguntersuchung ist deutlich tiefer. 15.8% (CI 95% 6.0; 25.6) der EGV mit Indikation zur Vorsorgeuntersuchung waren nicht über ihr erhöhtes Risiko informiert. Es müssen somit weitere Anstrengungen unternommen werden, um den Informationsfluss an die KRK-Patienten und deren EGV über deren erhöhtes Risiko für eine KRK zu verbessern. Hauptsächlich muss die Umsetzung der Empfehlung zur Vorsorgeuntersuchung gesteigert werden.

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Additional indexing

Item Type:Dissertation
Referees:Battegay Edouard, Meyenberger Christa, Sawatzki Mikael, Sulz Michael Christian
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic and Policlinic for Internal Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2012
Deposited On:29 Nov 2012 15:31
Last Modified:05 Apr 2016 16:07
Number of Pages:41
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-67452

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