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Outcome und Evaluation von Risikoscores bei organtransplantierten Patienten einer medizinischen Intensivstation


Bircher, Lukas. Outcome und Evaluation von Risikoscores bei organtransplantierten Patienten einer medizinischen Intensivstation. 2010, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Patienten nach Organtransplantation sind eine wachsende Gruppe immunkompromittierter Menschen mit generell steigender Lebenserwartung. Sie weisen jedoch ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen wie Infektionen, Transplantatversagen oder kardiovaskuläre Erkrankungen auf, weswegen sie auf eine Intensivstation aufgenommen werden. Über Verlauf und Outcome dieser speziellen Patientengruppe auf einer medizinischen Intensivstation ist wenig bekannt.
Wir führten deshalb eine retrospektive Kohortenanalyse von Patienten nach solider Organtransplantation durch, welche zwischen 2000 bis 2004 auf der medizinischen Intensivstation des UniversitätsSpitales Zürich hospitalisiert waren. Wir unter-suchten total 99 Patienten im Alter von 53 Jahren, welche durchschnittlich 62 Monate nach Transplantation auf die Intensivstation eintraten. 61 Patienten waren nieren- (62%), 16 (16%) lungen-, 15 (15%) herz- und 7 (7%) lebertransplantiert. Die häufigste Eintrittsdiagnose betraf kardiovaskuläre Probleme. Die Mortalität während des IPS-Aufenthaltes betrug 14.4% und in den nachfolgenden sechs Monate 5.6% (total 20%). Die 30 und 180 Tage Überlebenswahrscheinlichkeiten waren 85% (95-CI 79-91%) respektive 78% (95-CI 71-85%). Bezüglich Gesamtüberleben zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den verschiedenen Transplantationsgruppen, sowohl während des IPS-Aufenthaltes (p=0.11) wie auch während der sechsmonatigen Follow-up Periode (p=0.577). Die häufigste Todesursache waren Infektionen. Der Bedarf an Vasopressoren, der Einsatz mechanischer Beatmung und ein erhöhtes Bilirubin korrelierten signifikant mit der Mortalität auf der Intensivstation und sechs Monate nach IPS-Entlassung. Transplantatversagen und Hämodialyse waren Risikofaktoren für die IPS-Mortalität, während die nicht-invasive Beatmung kein Risikofaktor darstellte. Die Risikoscores - MODS, SOFA und SAPS II - zeigten vergleichbare Ergebnisse und erlauben eine Diskriminierung von intensivpflichtigen organtransplantierten Patienten bezüglich Überleben. Von den total 5650 IPS Eintritten während der 5 jährigen Untersuchung stellten Patienten nach solider Organtransplantation mit lediglich 160 Eintritten (2.8%) eine Minderheit dar, nehmen aber durch ihre Immunsuppression eine besondere Rolle ein. Sie leiden oft an spezifischen transplantatassoziierten Komplikationen. Mortalität, Aufenthaltsdauer und Risikoscores dieser Patienten unterscheiden sich jedoch, gemäss unserer Untersuchung, nicht von der allgemei-nen, gesamten IPS-Population.

Patienten nach Organtransplantation sind eine wachsende Gruppe immunkompromittierter Menschen mit generell steigender Lebenserwartung. Sie weisen jedoch ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen wie Infektionen, Transplantatversagen oder kardiovaskuläre Erkrankungen auf, weswegen sie auf eine Intensivstation aufgenommen werden. Über Verlauf und Outcome dieser speziellen Patientengruppe auf einer medizinischen Intensivstation ist wenig bekannt.
Wir führten deshalb eine retrospektive Kohortenanalyse von Patienten nach solider Organtransplantation durch, welche zwischen 2000 bis 2004 auf der medizinischen Intensivstation des UniversitätsSpitales Zürich hospitalisiert waren. Wir unter-suchten total 99 Patienten im Alter von 53 Jahren, welche durchschnittlich 62 Monate nach Transplantation auf die Intensivstation eintraten. 61 Patienten waren nieren- (62%), 16 (16%) lungen-, 15 (15%) herz- und 7 (7%) lebertransplantiert. Die häufigste Eintrittsdiagnose betraf kardiovaskuläre Probleme. Die Mortalität während des IPS-Aufenthaltes betrug 14.4% und in den nachfolgenden sechs Monate 5.6% (total 20%). Die 30 und 180 Tage Überlebenswahrscheinlichkeiten waren 85% (95-CI 79-91%) respektive 78% (95-CI 71-85%). Bezüglich Gesamtüberleben zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den verschiedenen Transplantationsgruppen, sowohl während des IPS-Aufenthaltes (p=0.11) wie auch während der sechsmonatigen Follow-up Periode (p=0.577). Die häufigste Todesursache waren Infektionen. Der Bedarf an Vasopressoren, der Einsatz mechanischer Beatmung und ein erhöhtes Bilirubin korrelierten signifikant mit der Mortalität auf der Intensivstation und sechs Monate nach IPS-Entlassung. Transplantatversagen und Hämodialyse waren Risikofaktoren für die IPS-Mortalität, während die nicht-invasive Beatmung kein Risikofaktor darstellte. Die Risikoscores - MODS, SOFA und SAPS II - zeigten vergleichbare Ergebnisse und erlauben eine Diskriminierung von intensivpflichtigen organtransplantierten Patienten bezüglich Überleben. Von den total 5650 IPS Eintritten während der 5 jährigen Untersuchung stellten Patienten nach solider Organtransplantation mit lediglich 160 Eintritten (2.8%) eine Minderheit dar, nehmen aber durch ihre Immunsuppression eine besondere Rolle ein. Sie leiden oft an spezifischen transplantatassoziierten Komplikationen. Mortalität, Aufenthaltsdauer und Risikoscores dieser Patienten unterscheiden sich jedoch, gemäss unserer Untersuchung, nicht von der allgemei-nen, gesamten IPS-Population.

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Item Type:Dissertation
Referees:Maggiorini M, Battegay E
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Division of Surgical Intensive Care Medicine
04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic and Policlinic for Internal Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2010
Deposited On:30 Nov 2012 08:59
Last Modified:05 Apr 2016 16:08
Number of Pages:27
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-67495

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