UZH-Logo

Maintenance Infos

Psychiatrische Komorbiditäten bei Patienten mit Alkoholintoxikation in der Notfallstation des UniversitätsSpitals Zürich


Jaussi, Angelika. Psychiatrische Komorbiditäten bei Patienten mit Alkoholintoxikation in der Notfallstation des UniversitätsSpitals Zürich. 2011, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

1.1 Hintergrund Steigender Alkoholkonsum wurde in den vergangenen Jahren häufig in den Medien diskutiert. Personen mit Alkoholintoxikationen wiesen häufiger psychiatrische Begleiterkrankungen auf als die Gesamtbevölkerung. Zudem stellt die Kombination aus Alkoholabhängigkeit und psychiatrischer Erkrankung eine Risikokonstellation für multiples Aufsuchen einer Notfallstation (NFS) dar. Ziel dieser Studie war es, die Häufigkeit und das Management von psychiatrischen Komorbiditäten bei Patienten mit Alkohol- und anderen Intoxikationen in der NFS des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) zu beschreiben und einzuschätzen, wie und ob nachgeschaltete Behandlung und Betreuung der potentiellen Suchtpatienten organisiert wird. 1.2 Methode Mittels dem Suchbegriff ‚Intoxikation‘ wurden Patienten, welche im Jahre 2010 in der internistischen NFS des USZ hospitalisiert waren, durch die Informatik im Hause retrospektiv in anonymisierter Form aus dem Klinikinformationssystem KISIM extrahiert. Erfasst werden sollten Patienten mit reinen Alkoholintoxikationen, aber auch Mischintoxikationen mit und ohne Alkoholbeteiligung. Die Auswertung erfolgte nach Altersgruppen respektive Intoxikationsart (reine Alkoholintoxikation, Mischintoxikation und Intoxikation ohne Alkoholbeteiligung). 1.3 Resultate Insgesamt wurden im Jahre 2010 444 Patienten mit Intoxikation in der internistischen NFS des USZ behandelt (57% Männer, 43% Frauen; medianes Alter 32 Jahre). 31% der Patienten waren unter 25 Jahre alt, 64% zwischen 25 und 65 Jahre und 5% über 65 Jahre. 68% der Patienten wurden dem USZ per Ambulanz zugewiesen, wo 95% eine ambulante Behandlung erhielten. In der Gruppe der Intoxikationen ohne Alkoholbeteiligung wurden signifikant mehr Patienten stationär behandelt als in den anderen Gruppen. Bei 30% der Patienten wurde ein psychiatrisches Konsilium durchgeführt. In der Gruppe der Intoxikierten ohne Alkohol wurden in 29% der Fälle auch toxikologische Expertisen in Anspruch genommen. 53% wurden ohne spezielle Empfehlung nach Hause entlassen. In 25% wurde ein psychiatrischer Follow-up organisiert, insbesondere in der Gruppe der Intoxikationen ohne Alkoholbeteiligung. Bei den unter 25- jährigen fanden 72% der Intoxikationen am Wochenende statt, von dieser Gruppe wurde zudem häufiger der Konsum von Spirituosen genannt als von den anderen Altersgruppen und es lagen durchschnittlich geringere Promillewerte vor. Bei 117 Patienten handelte es sich um eine Mischintoxikation. Bei insgesamt 36% der Patienten lag eine psychiatrische Begleiterkrankung vor, am häufigsten (16%) eine Depression. Zudem fand sich bei 55% des untersuchten Patientenkollektivs eine Suchterkrankung in der persönlichen Anamnese. 1.4 Interpretation Diese retrospektive Analyse zeigte, dass insbesondere Patienten mit reiner Alkoholintoxikation sehr häufig ohne Definierung eines Follow-ups nach Hause entlassen werden. Diesbezüglich besteht gerade deshalb Handlungsbedarf, weil gezeigt werden konnte, dass ‚Kurzinterventionen‘ in der NFS effizient sind. Bezüglich der psychiatrischen Komorbiditäten hat sich unser Verdacht bestätigt, dass Intoxikierte häufig an einer psychiatrischen Erkrankung leiden.

Abstract

1.1 Hintergrund Steigender Alkoholkonsum wurde in den vergangenen Jahren häufig in den Medien diskutiert. Personen mit Alkoholintoxikationen wiesen häufiger psychiatrische Begleiterkrankungen auf als die Gesamtbevölkerung. Zudem stellt die Kombination aus Alkoholabhängigkeit und psychiatrischer Erkrankung eine Risikokonstellation für multiples Aufsuchen einer Notfallstation (NFS) dar. Ziel dieser Studie war es, die Häufigkeit und das Management von psychiatrischen Komorbiditäten bei Patienten mit Alkohol- und anderen Intoxikationen in der NFS des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) zu beschreiben und einzuschätzen, wie und ob nachgeschaltete Behandlung und Betreuung der potentiellen Suchtpatienten organisiert wird. 1.2 Methode Mittels dem Suchbegriff ‚Intoxikation‘ wurden Patienten, welche im Jahre 2010 in der internistischen NFS des USZ hospitalisiert waren, durch die Informatik im Hause retrospektiv in anonymisierter Form aus dem Klinikinformationssystem KISIM extrahiert. Erfasst werden sollten Patienten mit reinen Alkoholintoxikationen, aber auch Mischintoxikationen mit und ohne Alkoholbeteiligung. Die Auswertung erfolgte nach Altersgruppen respektive Intoxikationsart (reine Alkoholintoxikation, Mischintoxikation und Intoxikation ohne Alkoholbeteiligung). 1.3 Resultate Insgesamt wurden im Jahre 2010 444 Patienten mit Intoxikation in der internistischen NFS des USZ behandelt (57% Männer, 43% Frauen; medianes Alter 32 Jahre). 31% der Patienten waren unter 25 Jahre alt, 64% zwischen 25 und 65 Jahre und 5% über 65 Jahre. 68% der Patienten wurden dem USZ per Ambulanz zugewiesen, wo 95% eine ambulante Behandlung erhielten. In der Gruppe der Intoxikationen ohne Alkoholbeteiligung wurden signifikant mehr Patienten stationär behandelt als in den anderen Gruppen. Bei 30% der Patienten wurde ein psychiatrisches Konsilium durchgeführt. In der Gruppe der Intoxikierten ohne Alkohol wurden in 29% der Fälle auch toxikologische Expertisen in Anspruch genommen. 53% wurden ohne spezielle Empfehlung nach Hause entlassen. In 25% wurde ein psychiatrischer Follow-up organisiert, insbesondere in der Gruppe der Intoxikationen ohne Alkoholbeteiligung. Bei den unter 25- jährigen fanden 72% der Intoxikationen am Wochenende statt, von dieser Gruppe wurde zudem häufiger der Konsum von Spirituosen genannt als von den anderen Altersgruppen und es lagen durchschnittlich geringere Promillewerte vor. Bei 117 Patienten handelte es sich um eine Mischintoxikation. Bei insgesamt 36% der Patienten lag eine psychiatrische Begleiterkrankung vor, am häufigsten (16%) eine Depression. Zudem fand sich bei 55% des untersuchten Patientenkollektivs eine Suchterkrankung in der persönlichen Anamnese. 1.4 Interpretation Diese retrospektive Analyse zeigte, dass insbesondere Patienten mit reiner Alkoholintoxikation sehr häufig ohne Definierung eines Follow-ups nach Hause entlassen werden. Diesbezüglich besteht gerade deshalb Handlungsbedarf, weil gezeigt werden konnte, dass ‚Kurzinterventionen‘ in der NFS effizient sind. Bezüglich der psychiatrischen Komorbiditäten hat sich unser Verdacht bestätigt, dass Intoxikierte häufig an einer psychiatrischen Erkrankung leiden.

Downloads

148 downloads since deposited on 03 Dec 2012
53 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Item Type:Dissertation
Referees:Zimmerli L U, Battegay E
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic and Policlinic for Internal Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2011
Deposited On:03 Dec 2012 13:47
Last Modified:05 Apr 2016 16:08
Number of Pages:34

Download

[img]
Preview
Language: German
Filetype: PDF
Size: 255kB

TrendTerms

TrendTerms displays relevant terms of the abstract of this publication and related documents on a map. The terms and their relations were extracted from ZORA using word statistics. Their timelines are taken from ZORA as well. The bubble size of a term is proportional to the number of documents where the term occurs. Red, orange, yellow and green colors are used for terms that occur in the current document; red indicates high interlinkedness of a term with other terms, orange, yellow and green decreasing interlinkedness. Blue is used for terms that have a relation with the terms in this document, but occur in other documents.
You can navigate and zoom the map. Mouse-hovering a term displays its timeline, clicking it yields the associated documents.

Author Collaborations