UZH-Logo

Maintenance Infos

Die Autonomiekonzeption in Patientenverfügungen: Die Rolle von Persönlichkeit und sozialen Beziehungen


Brauer, S (2008). Die Autonomiekonzeption in Patientenverfügungen: Die Rolle von Persönlichkeit und sozialen Beziehungen. Ethik in der Medizin, 20(3):230-239.

Abstract

Sowohl in der klinischen und rechtlichen Praxis als auch in der Medizinethik besteht Uneinigkeit darüber, was die (moralische) Verbindlichkeit von Patientenverfügungen begründet und wie mit ihnen in der Praxis zu verfahren ist. Dieser Artikel versucht, die ethisch-normative Basis von Patientenverfügungen näher zu beleuchten. Eine Bestimmung erfolgt in drei Schritten. Erstens wird analysiert, welche Autonomiekonzeption Patientenverfügungen zugrunde liegt. Patientenverfügungen, so meine These, sind Ausdruck eines relationalen, um den Aspekt der Persönlichkeit angereicherten Autonomiebegriffs. Eine moralische Verbindlichkeit ist mit dieser Analyse noch nicht geklärt. Im Anschluss werden daher Argumente gesammelt, warum eine Patientenverfügung für Drittpersonen moralische Bindungskraft haben könnte. In der Achtung der Persönlichkeit sehe ich hier einen zentralen Punkt. Ob die Legitimität der in einer Patientenverfügung geäußerten Wünsche relativ zu einer bestehenden Rechtskultur, dem Allgemeinverständnis einer Gesellschaft oder der Kultur einer medizinischen Praxis ist, oder unabhängig vom soziokulturellen Kontext begründet werden kann, bleibt dabei eine offene Frage.

Sowohl in der klinischen und rechtlichen Praxis als auch in der Medizinethik besteht Uneinigkeit darüber, was die (moralische) Verbindlichkeit von Patientenverfügungen begründet und wie mit ihnen in der Praxis zu verfahren ist. Dieser Artikel versucht, die ethisch-normative Basis von Patientenverfügungen näher zu beleuchten. Eine Bestimmung erfolgt in drei Schritten. Erstens wird analysiert, welche Autonomiekonzeption Patientenverfügungen zugrunde liegt. Patientenverfügungen, so meine These, sind Ausdruck eines relationalen, um den Aspekt der Persönlichkeit angereicherten Autonomiebegriffs. Eine moralische Verbindlichkeit ist mit dieser Analyse noch nicht geklärt. Im Anschluss werden daher Argumente gesammelt, warum eine Patientenverfügung für Drittpersonen moralische Bindungskraft haben könnte. In der Achtung der Persönlichkeit sehe ich hier einen zentralen Punkt. Ob die Legitimität der in einer Patientenverfügung geäußerten Wünsche relativ zu einer bestehenden Rechtskultur, dem Allgemeinverständnis einer Gesellschaft oder der Kultur einer medizinischen Praxis ist, oder unabhängig vom soziokulturellen Kontext begründet werden kann, bleibt dabei eine offene Frage.

Citations

2 citations in Web of Science®
1 citation in Scopus®
Google Scholar™

Altmetrics

Downloads

2 downloads since deposited on 14 Jan 2009
0 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Institute of Biomedical Ethics and History of Medicine
01 Faculty of Theology > Center for Ethics
Dewey Decimal Classification:170 Ethics
610 Medicine & health
Uncontrolled Keywords:advance directives - autonomy - character - values - social relations - culture
Language:German
Date:September 2008
Deposited On:14 Jan 2009 16:11
Last Modified:05 Apr 2016 12:39
Publisher:Springer
ISSN:0935-7335
Publisher DOI:10.1007/s00481-008-0579-x
Permanent URL: http://doi.org/10.5167/uzh-6984

Download

[img]
Filetype: PDF - Registered users only
Size: 1MB
View at publisher

TrendTerms

TrendTerms displays relevant terms of the abstract of this publication and related documents on a map. The terms and their relations were extracted from ZORA using word statistics. Their timelines are taken from ZORA as well. The bubble size of a term is proportional to the number of documents where the term occurs. Red, orange, yellow and green colors are used for terms that occur in the current document; red indicates high interlinkedness of a term with other terms, orange, yellow and green decreasing interlinkedness. Blue is used for terms that have a relation with the terms in this document, but occur in other documents.
You can navigate and zoom the map. Mouse-hovering a term displays its timeline, clicking it yields the associated documents.

Author Collaborations