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Mögliche Komplikationen der Kolikchirurgie


Fürst, A; Kummer, M; Kümmerle, J M; Bettschart-Wolfensberger, R (2012). Mögliche Komplikationen der Kolikchirurgie. Pferdeheilkunde, 28(5):522-530.

Abstract

Die möglichen Komplikationen bei der Operation am Darm des Pferdes sind vielfältig. Schon während des Eingriffes können das unmögliche Reponieren des Darmes oder die Ruptur eines Darmanteiles den Erfolg der Kolikoperation zunichtemachen. Auch kann es während der Manipulation der veränderten Darmanteile zu lebensbedrohenden Blutungen kommen. Zu den postoperativen Komplikationen gehören rezidivierende Koliksymptome durch einen paralytischen Ileus, Peritonitis, Endotoxämie oder Colitis oder auch starken Blutungen im Abdomen. Hufrehe, Herzrhythmusstörungen, postoperative Myopathien oder Hyperammoniämie können ebenfalls auftreten. Musste eine Enterotomie oder Anastomose durchgeführt werden, können Nahtinsuffizienz oder Abszessbildung an der Anastomosestelle oder eine Lumeneinengung auftreten. Nicht zuletzt kann ein vital erscheinender Darm später trotzdem nekrotisch werden. An der Laparotomiewunde selber spielen Nahtinfektionen, Nahtdehiszenzien oder Inzisionshernien eine wichtige Rolle. In der Bauchhöhle kann es zudem postoperativ zu Verklebungen oder Verwachsungen kommen, welche zu intermittierenden Koliken führen können. Die Differenzierung der verschiedenen postoperativen Kolikursachen ist ausgesprochen schwierig und benötigt eine wiederholte Untersuchung des Patienten. Das Kolikpferd ist immer ein Notfallpatient, was bei der Anästhesie unbedingt berücksichtigt werden muss. Schwierigkeiten wie schlechter Kreislauf und Lagerung auf dem Rücken stellen das Anästhesieteam vor große Herausforderungen. Das sterile Legen des Venenkatheters und dessen regelmäßige Hygiene sind zur Verhinderung einer Thrombophlebitis der V. jugularis unabdingbar. Auch bei komplikationslosem Verlauf sollte der postoperativen Analgesie in jedem Fall große Bedeutung beigemessen werden. Dank Fortschritten der Veterinärmedizin beträgt die Überlebensrate bei Kolikoperationen heute ca. 80 %. Die gute Prognose hängt aber auch in großem Maße von der Erfahrung des Chirurgen ab.

Abstract

Die möglichen Komplikationen bei der Operation am Darm des Pferdes sind vielfältig. Schon während des Eingriffes können das unmögliche Reponieren des Darmes oder die Ruptur eines Darmanteiles den Erfolg der Kolikoperation zunichtemachen. Auch kann es während der Manipulation der veränderten Darmanteile zu lebensbedrohenden Blutungen kommen. Zu den postoperativen Komplikationen gehören rezidivierende Koliksymptome durch einen paralytischen Ileus, Peritonitis, Endotoxämie oder Colitis oder auch starken Blutungen im Abdomen. Hufrehe, Herzrhythmusstörungen, postoperative Myopathien oder Hyperammoniämie können ebenfalls auftreten. Musste eine Enterotomie oder Anastomose durchgeführt werden, können Nahtinsuffizienz oder Abszessbildung an der Anastomosestelle oder eine Lumeneinengung auftreten. Nicht zuletzt kann ein vital erscheinender Darm später trotzdem nekrotisch werden. An der Laparotomiewunde selber spielen Nahtinfektionen, Nahtdehiszenzien oder Inzisionshernien eine wichtige Rolle. In der Bauchhöhle kann es zudem postoperativ zu Verklebungen oder Verwachsungen kommen, welche zu intermittierenden Koliken führen können. Die Differenzierung der verschiedenen postoperativen Kolikursachen ist ausgesprochen schwierig und benötigt eine wiederholte Untersuchung des Patienten. Das Kolikpferd ist immer ein Notfallpatient, was bei der Anästhesie unbedingt berücksichtigt werden muss. Schwierigkeiten wie schlechter Kreislauf und Lagerung auf dem Rücken stellen das Anästhesieteam vor große Herausforderungen. Das sterile Legen des Venenkatheters und dessen regelmäßige Hygiene sind zur Verhinderung einer Thrombophlebitis der V. jugularis unabdingbar. Auch bei komplikationslosem Verlauf sollte der postoperativen Analgesie in jedem Fall große Bedeutung beigemessen werden. Dank Fortschritten der Veterinärmedizin beträgt die Überlebensrate bei Kolikoperationen heute ca. 80 %. Die gute Prognose hängt aber auch in großem Maße von der Erfahrung des Chirurgen ab.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:05 Vetsuisse Faculty > Veterinary Clinic > Equine Department
Dewey Decimal Classification:570 Life sciences; biology
630 Agriculture
Language:German
Date:2012
Deposited On:17 Jan 2013 12:13
Last Modified:05 Apr 2016 16:17
Publisher:Hippiatrika Verlag GmbH
ISSN:0177-7726
Official URL:http://www.hippiatrika.com/download.htm?id=20120501

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