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Definition und Prävalenz von Multimorbidität: ein systematischer Review


Siebenhüner, Klarissa Andrea. Definition und Prävalenz von Multimorbidität: ein systematischer Review. 2012, University of Zurich, Faculty of Medicine.

Abstract

Hintergrund. Der Begriff Multimorbidität ist über 15 Jahre alt. Ein umfassender Vergleich der Prävalenzdaten aus den internationalen Studien ist aufgrund der heterogenen methodologi-schen Ansätze erschwert, die Multimorbidität sehr unterschiedlich operationalisieren. In diesem systematischen Review sollen die verschiedenen Definitionen von Multimorbidität in Bezug auf ihre Auswirkung in den Prävalenzen, sowie auf andere methodologische Aspekte beschrieben und analysiert werden.
Methoden. Eine systematische Literaturrecherche wurde in den grossen elektronischen Datenbanken MEDLINE/PreMEDLINE und Embase für den Zeitraum von Januar 1990 bis ein-schliesslich Dezember 2011 durchgeführt. Ferner wurde nach relevanten Prävalenzstudien in sozialwissenschaftlichen Datenbanken wie CINAHL, the Web of Science und BIOSIS, sowie Google Scholar gesucht. Nach einem umfassenden Evaluationsprozess konnten unter Anwendung von Ein- und Ausschlusskriterien 52 verschiedene Studien für den definitiven Review eingeschlossen werden.
Resultate. In diesen Studien wurde Multimorbidität am häufigsten als das gleichzeitige Auf-treten von zwei oder mehr chronischen Erkrankungen definiert, nur wenige legten in ihrer Definition minimal 3 und mehr Erkrankungen zugrunde. Allerdings variierten Art und Anzahl der eingeschlossenen Krankheiten stark. Mehr als zwei Drittel der untersuchten Studien stammten aus der hausärztlichen Versorgung oder der Allgemeinbevölkerung. Die Datener-hebung erfolgte mehrheitlich über Selbstberichte der Patienten bei bevölkerungsbezogenen Studien oder über elektronische Angaben aus Hausarztdatenbanken. Auch in Bezug auf die Studienpopulationen, insbesondere die Altersverteilungen waren die Resultate sehr heterogen. In Studien der Hausarztmedizin lagen die Prävalenzangaben für 2+ chronische Erkran-kungen zwischen 3,5% und 98,7%, auch in den bevölkerungsbasierten Studien zeigte sich eine grosse Spannweite von 10,2% bis 73%. Diese grosse Heterogenität der Studienresultate, auch bedingt über die unterschiedlichen methodologischen Vorgehensweisen, macht ei-nen differenzierten Vergleich der darin enthaltenen Prävalenzen zur Multimorbidität fast unmöglich.
Schlussfolgerungen. Für valide Vergleiche nationaler und internationaler Prävalenzanga-ben müsste eine standardisierte Definition von Multimorbidität inkl. Festlegung der Min-destanzahl und Art der einzubeziehenden chronischen Erkrankungen international diskutiert und festgelegt werden. Weiter sollte diskutiert werden, welche anderen methodischen Vor-gaben zu der Datenerhebung oder den Studienteilnehmern in den entsprechenden Settings notwendig sind.

Hintergrund. Der Begriff Multimorbidität ist über 15 Jahre alt. Ein umfassender Vergleich der Prävalenzdaten aus den internationalen Studien ist aufgrund der heterogenen methodologi-schen Ansätze erschwert, die Multimorbidität sehr unterschiedlich operationalisieren. In diesem systematischen Review sollen die verschiedenen Definitionen von Multimorbidität in Bezug auf ihre Auswirkung in den Prävalenzen, sowie auf andere methodologische Aspekte beschrieben und analysiert werden.
Methoden. Eine systematische Literaturrecherche wurde in den grossen elektronischen Datenbanken MEDLINE/PreMEDLINE und Embase für den Zeitraum von Januar 1990 bis ein-schliesslich Dezember 2011 durchgeführt. Ferner wurde nach relevanten Prävalenzstudien in sozialwissenschaftlichen Datenbanken wie CINAHL, the Web of Science und BIOSIS, sowie Google Scholar gesucht. Nach einem umfassenden Evaluationsprozess konnten unter Anwendung von Ein- und Ausschlusskriterien 52 verschiedene Studien für den definitiven Review eingeschlossen werden.
Resultate. In diesen Studien wurde Multimorbidität am häufigsten als das gleichzeitige Auf-treten von zwei oder mehr chronischen Erkrankungen definiert, nur wenige legten in ihrer Definition minimal 3 und mehr Erkrankungen zugrunde. Allerdings variierten Art und Anzahl der eingeschlossenen Krankheiten stark. Mehr als zwei Drittel der untersuchten Studien stammten aus der hausärztlichen Versorgung oder der Allgemeinbevölkerung. Die Datener-hebung erfolgte mehrheitlich über Selbstberichte der Patienten bei bevölkerungsbezogenen Studien oder über elektronische Angaben aus Hausarztdatenbanken. Auch in Bezug auf die Studienpopulationen, insbesondere die Altersverteilungen waren die Resultate sehr heterogen. In Studien der Hausarztmedizin lagen die Prävalenzangaben für 2+ chronische Erkran-kungen zwischen 3,5% und 98,7%, auch in den bevölkerungsbasierten Studien zeigte sich eine grosse Spannweite von 10,2% bis 73%. Diese grosse Heterogenität der Studienresultate, auch bedingt über die unterschiedlichen methodologischen Vorgehensweisen, macht ei-nen differenzierten Vergleich der darin enthaltenen Prävalenzen zur Multimorbidität fast unmöglich.
Schlussfolgerungen. Für valide Vergleiche nationaler und internationaler Prävalenzanga-ben müsste eine standardisierte Definition von Multimorbidität inkl. Festlegung der Min-destanzahl und Art der einzubeziehenden chronischen Erkrankungen international diskutiert und festgelegt werden. Weiter sollte diskutiert werden, welche anderen methodischen Vor-gaben zu der Datenerhebung oder den Studienteilnehmern in den entsprechenden Settings notwendig sind.

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Item Type:Dissertation
Referees:Battegay Edouard, Holzer Barbara
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic and Policlinic for Internal Medicine
04 Faculty of Medicine > Center of Competence Multimorbidity
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2012
Deposited On:24 Jan 2013 07:36
Last Modified:05 Apr 2016 16:23
Number of Pages:48
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-71697

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