UZH-Logo

Maintenance Infos

Gesundheitsmarkt in ärztlichen Praxisjournalen des 18. und 19. Jahrhunderts: eine Einführung


Ritzmann, Iris; Weikl, Katharina; Gafner, Lina (2012). Gesundheitsmarkt in ärztlichen Praxisjournalen des 18. und 19. Jahrhunderts: eine Einführung. Gesnerus, 69(1):5-11.

Abstract

Ärzte leben vom Leiden ihrer Mitmenschen. Mit dieser schlichten und natürlich stark verkürzten Feststellung lässt sich ein Grunddilemma des medizinischen Marktes erfassen. Ärzte wollen Menschenfreunde sein, verstehen sich gerne als Helfer in der Not, als karitative Mitmenschen. Umso delikater erscheint die Frage nach der Bezahlung, die euphemistisch als «Honorar» bezeichnet wird. Wo heute Krankenkassen über die Peinlichkeit direkter Forderungen hinweghelfen, musste sich in vergangenen Zeiten der Heilkundige selbst um sein Einkommen kümmern. Kein Wunder, dass dieses Thema, so lange die Medizingeschichte von Ärzten geschrieben wurde, weitgehend tabu war. Ausnahmen bildeten vor allem positivistische Übernahmen historischer Texte von Ärzten, nach denen «Kurpfuscher» und als «abergläubisch» apostrophierte, meist weibliche Heilkundige Kranke betrogen und um ihr Geld gebracht hätten. Diese Literatur verstand den Begriff des «medizinischen Marktes» in erster Linie wertend, nämlich als eine Vielfalt medizinischer Angebote, die sie mit Ausnahme der akademischen Medizin als qualitativ minderwertig betrachtete.

Ärzte leben vom Leiden ihrer Mitmenschen. Mit dieser schlichten und natürlich stark verkürzten Feststellung lässt sich ein Grunddilemma des medizinischen Marktes erfassen. Ärzte wollen Menschenfreunde sein, verstehen sich gerne als Helfer in der Not, als karitative Mitmenschen. Umso delikater erscheint die Frage nach der Bezahlung, die euphemistisch als «Honorar» bezeichnet wird. Wo heute Krankenkassen über die Peinlichkeit direkter Forderungen hinweghelfen, musste sich in vergangenen Zeiten der Heilkundige selbst um sein Einkommen kümmern. Kein Wunder, dass dieses Thema, so lange die Medizingeschichte von Ärzten geschrieben wurde, weitgehend tabu war. Ausnahmen bildeten vor allem positivistische Übernahmen historischer Texte von Ärzten, nach denen «Kurpfuscher» und als «abergläubisch» apostrophierte, meist weibliche Heilkundige Kranke betrogen und um ihr Geld gebracht hätten. Diese Literatur verstand den Begriff des «medizinischen Marktes» in erster Linie wertend, nämlich als eine Vielfalt medizinischer Angebote, die sie mit Ausnahme der akademischen Medizin als qualitativ minderwertig betrachtete.

Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Institute of Biomedical Ethics and History of Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2012
Deposited On:19 Feb 2013 13:27
Last Modified:05 Apr 2016 16:29
Publisher:Schwabe / Swiss Society of the History of Medicine and Sciences
ISSN:0016-9161
Official URL:http://www.gesnerus.ch/index.php?id=3&L=1%27
Related URLs:http://opac.nebis.ch/F/?local_base=EBI01&con_lng=GER&func=find-b&find_code=090&request=002103236

Download

Full text not available from this repository.

TrendTerms

TrendTerms displays relevant terms of the abstract of this publication and related documents on a map. The terms and their relations were extracted from ZORA using word statistics. Their timelines are taken from ZORA as well. The bubble size of a term is proportional to the number of documents where the term occurs. Red, orange, yellow and green colors are used for terms that occur in the current document; red indicates high interlinkedness of a term with other terms, orange, yellow and green decreasing interlinkedness. Blue is used for terms that have a relation with the terms in this document, but occur in other documents.
You can navigate and zoom the map. Mouse-hovering a term displays its timeline, clicking it yields the associated documents.

Author Collaborations