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Permanent URL to this publication: http://dx.doi.org/10.5167/uzh-8456

Frei, Dana (2007). Challenging Heterosexism from the Other Point of View. Representations of Homosexuality in Present-Day Television Series. Schweizerisches Archiv für Volkskunde, 103(1):83-103.

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Abstract

Sex sells – darüber ist sich die Unterhaltungsindustrie der westlichen Hemisphäre einig. Immer häufiger wird Sexualität nicht nur impliziert, sondern zum Hauptthema von Filmen, Fernsehserien und anderen Unterhaltungsformen. Während bislang jedoch vor allem Heterosexualität thematisiert und repräsentiert wurde, zeigt sich in der Film- und Fernsehunterhaltung der letzten fünf bis zehn Jahren ein Wandel – mehr und mehr hat sich diese nun auch dem Thema der Homosexualität zugewandt. Zusätzlich zu den zahlreichen Fernsehserien, die hauptsächlich von heterosexuell ausgerichteten fiktionalen Welten handeln, vereinzelt jedoch auch homosexuelle Charaktere aufweisen, haben sich nun auch Formate herausgebildet und als erfolgreich erwiesen, die sich fast ausschliesslich mit Homosexualität befassen und hauptsächlich das Leben und Lieben von schwulen und lesbischen Charakteren thematisieren. Zwei dieser Formate, die aus dem angelsächsischen Raum stammen, seit einiger Zeit aber auch im deutschsprachigen Raum gesendet werden, sind Queer as Folk (GB: 1999-2000; USA/Kanada: 2000-2005) und The L Word (USA: seit 2004). Die beiden Fernsehserien erzählen auf überraschend direkte und graphische Art und Weise von einer Gruppe schwuler bzw. lesbischer Freunde. Die beiden Serien behandeln dabei auch kontroverse Themen wie Coming-Out, Diskriminierung am Arbeitsplatz und Homophobie, gleichgeschlechtliche Ehen, Adoption und künstliche Befruchtung, Verhütung, Aids, Drogen, Pornographie und so weiter. Sie begleiten ihre Charaktere zudem in allen Lebenslagen und zeigen auch überraschend explizite Sexszenen gleichgeschlechtlicher Paare. Diese beiden spezifischen Serien setzen sich stärker und detaillierter mit Homosexualität und den damit verbundenen Themen auseinander als andere Formate, bei denen die Thematik vor allem humoristisch und stereotypisch oder aber nur als Randthema behandelt wird. Sie eignen sich deshalb besonders gut für eine Untersuchung der Darstellung von Homosexualität.
Populäre Unterhaltungsformen können den gesellschaftlichen Diskurs über ein bestimmtes Thema mitprägen. Das Ziel des hier vorgestellten Dissertationsprojektes ist es deshalb zu untersuchen, wie die ausgewählten Serien mit dem Thema Homosexualität umgehen und welche Aspekte dabei auf welche Art und Weise dargestellt werden. Insbesondere sollen dabei folgende Arbeitshypothesen überprüft werden: 1. Die analysierten Fernsehserien stellen eine fiktionale Welt dar, in der Homosexualität die Norm ist und Heterosexualität das abweichende Andere, um die heteronormativen Erwartungen der Gesellschaft zu dekonstruieren und die ideologischen Annahmen dahinter in Frage zu stellen. Die Serien kehren also die Normalität der Gesellschaft um und illustrieren damit die Willkürlichkeit dieser gesellschaftlichen Normen. 2. Die Serien verwenden bestimmte rhetorische Mittel wie Parodie und Travestie, um den performativen Charakter von Geschlecht zu demaskieren und gewisse Normerwartungen der Gesellschaft zu hinterfragen. Biologisches Geschlecht ist nicht das Selbe wie Geschlechterverhalten. Letzteres ist gesellschaftlich bedingt und erlernt. Die Verwendung der erwähnten Stilmittel und die Darstellung von androgynen Charakteren unterstreichen diesen Unterschied. Ein anderes Mittel, das in den Serien verwendet wird, ist die Darstellung von frömmlerischen und homophoben Charakteren, die besonders unsympathisch dargestellt werden. Die Serien verwenden also Bigotterie, um die Absurdität von Homophobie zu unterstreichen. 3. Während es den Serien durch erwähnte Methoden gelingt, gewisse Haltungen der Gesellschaft zu hinterfragen, laufen sie gleichzeitig Gefahr, einige andere Denkarten zu verstärken (so beispielsweise ein Glauben an Stereoty-pen). Wenn in einer Serie zu sehr mit stereotypischen Attributen gearbeitet wird oder die Homogenität einer Gruppe von Menschen (z.B. „die Homosexuellen“) angedeutet wird, können Stereotypen-Erwartungen verstärkt werden. Wie in den analysierten Serien mit solchen Stereotypen, Vorurteilen und Vereinheitlichungen umgegangen wird, soll im vorgestellten Projekt unter anderem untersucht werden.

Citations

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Detailed statistics

Additional indexing

Item Type:Journal Article, not refereed, further contribution
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Social Anthropology and Cultural Studies
DDC:390 Customs, etiquette & folklore
300 Social sciences, sociology & anthropology
790 Sports, games & entertainment
Language:English
Date:2007
Deposited On:24 Mar 2009 16:51
Last Modified:28 Nov 2013 01:34
Publisher:Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde
ISSN:0036-794X
Additional Information:The article is written in English. The published abstract, however, is somewhat longer than usual as it summarizes the article in German for the usual readers of "Schweizerisches Archiv fuer Volkskunde".

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