UZH-Logo

Maintenance Infos

Arbeitsstress, Gesundheit und Lebenszufriedenheit junger Ärztinnen und Ärzte: Ergebnisse einer Schweizer Longitudinalstudie


Buddeberg-Fischer, B; Stamm, M; Buddeberg, C; Bauer, G; Hämmig, O; Klaghofer, R (2008). Arbeitsstress, Gesundheit und Lebenszufriedenheit junger Ärztinnen und Ärzte: Ergebnisse einer Schweizer Longitudinalstudie. Deutsche Medizinische Wochenschrift, 133(47):2441-2447.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung: Vor dem Hintergrund des Effort-Reward-Imbalance-Stressmodells von Siegrist [35] wurde untersucht, a) wie junge Ärztinnen und Ärzte ihre beruflichen Anforderungen und die erhaltene berufliche Anerkennung im Verlauf ihrer postgradualen Weiterbildung einschätzen, b) ob sich dabei bestimmte Verlaufstypen bezüglich wahrgenommenem Arbeitsstress über die Zeit zeigen und c) welche Zusammenhänge zwischen Arbeitsstress und Gesundheit sowie Lebenszufriedenheit bestehen.

Methodik: Im Rahmen einer prospektiven Studie (2001 - 2007) wurden 370 junge Ärztinnen und Ärzte der Deutschschweiz im Verlauf ihrer fachärztlichen Weiterbildung viermal befragt. Arbeitsstress, erhoben mit der Effort-Reward-Imbalance-Skala, sowie Gesundheit und Lebenszufriedenheit wurden zu Beginn des 2. (T2), 4. (T3) und 6. (T4) Weiterbildungsjahres erhoben. Mittels einer two-step-Clusteranalyse wurden anhand der Effort-Reward-Skalenwerte zu den Messzeitpunkten T2, T3 und T4 Verlaufstypen des subjektiv wahrgenommenen Arbeitsstresses bei den Studienteilnehmenden bestimmt. Unterschiede zwischen den Clustern hinsichtlich Geschlecht wurden mittels Chi-Quadrat Test berechnet, Unterschiede in den kontinuierlichen Variablen mittels Varianzanalysen mit Messwiederholungen.

Ergebnisse: Im Verlauf der Weiterbildungszeit nahm der Anteil der Ärztinnen und Ärzte, die eine Effort-Reward-Imbalance (Ratio zwischen Effort und Reward ERI > 1) erleben, von 18 % bei T2 auf 20 % bei T3 und 25 % bei T4 zu. Die Clusteranalyse ergab zwei Verlaufstypen: Typ 1 (67 %) mit unterdurchschnittlichen Effort- und überdurchschnittlichen Reward-Werten (ER-Balance) über die drei Messzeitpunkte und Typ 2 (33 %) mit überdurchschnittlichen Effort- und unterdurchschnittlichen Reward-Werten (ER-Imbalance). Personen in Cluster 2 zeigten im „Overcommitment” (übersteigerte Verausgabungsneigung), in der geleisteten Arbeitszeit und in den Gesundheitsvariablen (Angst, Depression, physisches und psychisches Wohlbefinden) sowie in der Lebenszufriedenheit zu allen drei Messzeitpunkten signifikant ungünstigere Werte als Personen des Clusters 1.

Folgerung: Rund ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte erleben anhaltenden Stress bei ihrer Arbeit als Folge eines Ungleichgewichts zwischen beruflichen Anforderungen und erhaltener Anerkennung. Dies wirkt sich nachhaltig negativ auf ihre Gesundheit und Lebenszufriedenheit aus. Durch kontinuierliche, strukturierte Unterstützung und zielorientierte Laufbahnberatung der Assistierenden könnten Vorgesetzte dazu beitragen, dass sich junge Kolleginnen und Kollegen weniger gestresst erleben, gesundheitlich wohl fühlen und mit ihrer ärztlichen Tätigkeit zufrieden sind.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung: Vor dem Hintergrund des Effort-Reward-Imbalance-Stressmodells von Siegrist [35] wurde untersucht, a) wie junge Ärztinnen und Ärzte ihre beruflichen Anforderungen und die erhaltene berufliche Anerkennung im Verlauf ihrer postgradualen Weiterbildung einschätzen, b) ob sich dabei bestimmte Verlaufstypen bezüglich wahrgenommenem Arbeitsstress über die Zeit zeigen und c) welche Zusammenhänge zwischen Arbeitsstress und Gesundheit sowie Lebenszufriedenheit bestehen.

Methodik: Im Rahmen einer prospektiven Studie (2001 - 2007) wurden 370 junge Ärztinnen und Ärzte der Deutschschweiz im Verlauf ihrer fachärztlichen Weiterbildung viermal befragt. Arbeitsstress, erhoben mit der Effort-Reward-Imbalance-Skala, sowie Gesundheit und Lebenszufriedenheit wurden zu Beginn des 2. (T2), 4. (T3) und 6. (T4) Weiterbildungsjahres erhoben. Mittels einer two-step-Clusteranalyse wurden anhand der Effort-Reward-Skalenwerte zu den Messzeitpunkten T2, T3 und T4 Verlaufstypen des subjektiv wahrgenommenen Arbeitsstresses bei den Studienteilnehmenden bestimmt. Unterschiede zwischen den Clustern hinsichtlich Geschlecht wurden mittels Chi-Quadrat Test berechnet, Unterschiede in den kontinuierlichen Variablen mittels Varianzanalysen mit Messwiederholungen.

Ergebnisse: Im Verlauf der Weiterbildungszeit nahm der Anteil der Ärztinnen und Ärzte, die eine Effort-Reward-Imbalance (Ratio zwischen Effort und Reward ERI > 1) erleben, von 18 % bei T2 auf 20 % bei T3 und 25 % bei T4 zu. Die Clusteranalyse ergab zwei Verlaufstypen: Typ 1 (67 %) mit unterdurchschnittlichen Effort- und überdurchschnittlichen Reward-Werten (ER-Balance) über die drei Messzeitpunkte und Typ 2 (33 %) mit überdurchschnittlichen Effort- und unterdurchschnittlichen Reward-Werten (ER-Imbalance). Personen in Cluster 2 zeigten im „Overcommitment” (übersteigerte Verausgabungsneigung), in der geleisteten Arbeitszeit und in den Gesundheitsvariablen (Angst, Depression, physisches und psychisches Wohlbefinden) sowie in der Lebenszufriedenheit zu allen drei Messzeitpunkten signifikant ungünstigere Werte als Personen des Clusters 1.

Folgerung: Rund ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte erleben anhaltenden Stress bei ihrer Arbeit als Folge eines Ungleichgewichts zwischen beruflichen Anforderungen und erhaltener Anerkennung. Dies wirkt sich nachhaltig negativ auf ihre Gesundheit und Lebenszufriedenheit aus. Durch kontinuierliche, strukturierte Unterstützung und zielorientierte Laufbahnberatung der Assistierenden könnten Vorgesetzte dazu beitragen, dass sich junge Kolleginnen und Kollegen weniger gestresst erleben, gesundheitlich wohl fühlen und mit ihrer ärztlichen Tätigkeit zufrieden sind.

Citations

13 citations in Web of Science®
15 citations in Scopus®
Google Scholar™

Altmetrics

Downloads

1154 downloads since deposited on 16 Dec 2008
26 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Other titles:Work stress, health and satisfaction of life in young doctors: results of a longitudinal study in Switzerland
Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Epidemiology, Biostatistics and Prevention Institute (EBPI)
04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Division of Psychosocial Medicine (former)
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2008
Deposited On:16 Dec 2008 16:01
Last Modified:05 Apr 2016 12:44
Publisher:Thieme
ISSN:0012-0472
Publisher DOI:https://doi.org/10.1055/s-0028-1100936
PubMed ID:19006042

Download

[img]
Filetype: PDF - Registered users only
Size: 248kB
View at publisher
[img]
Preview
Content: Accepted Version
Filetype: PDF
Size: 143kB

TrendTerms

TrendTerms displays relevant terms of the abstract of this publication and related documents on a map. The terms and their relations were extracted from ZORA using word statistics. Their timelines are taken from ZORA as well. The bubble size of a term is proportional to the number of documents where the term occurs. Red, orange, yellow and green colors are used for terms that occur in the current document; red indicates high interlinkedness of a term with other terms, orange, yellow and green decreasing interlinkedness. Blue is used for terms that have a relation with the terms in this document, but occur in other documents.
You can navigate and zoom the map. Mouse-hovering a term displays its timeline, clicking it yields the associated documents.

Author Collaborations