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Editorial


Ritzmann, I; Schweer, W; Wolff, E (2008). Editorial. In: Ritzmann, I; Schweer, W; Wolff, E. Innenansichten einer Ärzteschmiede: lehren, lernen und leben - aus der Geschichte des Zürcher Medizinstudiums. Zürich, CH: Chronos, 11-16.

Abstract

Ein Medizinstudium leistet mehr, als Fakten und Fertigkeiten zu vermitteln. Es formt die angehenden Ärztinnen und Ärzte nach den Vorstellungen von Gesellschaft, Universität und Ärztestand. Die interdisziplinären Beiträge des Sammelbandes diskutieren Strukturen, Inhalte und Aufgaben des Medizinstudiums an der Universität Zürich in den vergangenen 175 Jahren.
Besonders deutlich spiegeln sich die Vorstellungen einzelner Epochen in den Lehrinhalten. So standen abwechslungsweise naturwissenschaftliche Grundlagen, praktische Fertigkeiten oder das Detailwissen einzelner Spezialfächer ganz oben auf dem Lehrplan. Eine Lehr-Innovation wie der Hypnotismus etablierte sich schnell, als der Psychiater Auguste Forel vor einem begeisterten Publikum Personen im Hörsaal hypnotisierte. Ebenfalls voller Begeisterung nahmen Zürcher Professoren aber auch das Ideengebäude von Degeneration und Eugenik in ihre Lehre auf und hielten es Jahrzehnte hindurch lebendig.
Bereits seit den 1860er Jahren liess die Medizinische Fakultät der Universität Zürich Frauen zum Medizinstudium zu. Zunächst waren es viele Russinnen, später auch einheimische Studentinnen wie Marie Vögtlin, die daran arbeiteten, den Arztberuf zu verweiblichen. Für die ersten Schweizer Juden verband sich mit dem Zugang zum Medizinstudium ebenfalls die Hoffnung auf Gleichberechtigung.
Die Geschichte des Medizinstudiums ist auch eine Geschichte der Lehrmittel. Visuelle Unterrichtsmedien – von Moulagen bis hin zu Lehrfilmen – prägten den «ärztlichen Blick». Heute ist das «E-Learning» via Internet ein integraler Bestandteil der medizinischen Ausbildung und eine Antwort auf die zunehmende Komplexität ihrer Lernziele.
Der facettenreichen Aufarbeitung entspricht auch die Bebilderung des Buches: Lehrmittel, Hörsaalaufnahmen, Karikaturen und andere Originaldokumente veranschaulichen die vielfältigen «Innenansichten einer Ärzteschmiede».

Ein Medizinstudium leistet mehr, als Fakten und Fertigkeiten zu vermitteln. Es formt die angehenden Ärztinnen und Ärzte nach den Vorstellungen von Gesellschaft, Universität und Ärztestand. Die interdisziplinären Beiträge des Sammelbandes diskutieren Strukturen, Inhalte und Aufgaben des Medizinstudiums an der Universität Zürich in den vergangenen 175 Jahren.
Besonders deutlich spiegeln sich die Vorstellungen einzelner Epochen in den Lehrinhalten. So standen abwechslungsweise naturwissenschaftliche Grundlagen, praktische Fertigkeiten oder das Detailwissen einzelner Spezialfächer ganz oben auf dem Lehrplan. Eine Lehr-Innovation wie der Hypnotismus etablierte sich schnell, als der Psychiater Auguste Forel vor einem begeisterten Publikum Personen im Hörsaal hypnotisierte. Ebenfalls voller Begeisterung nahmen Zürcher Professoren aber auch das Ideengebäude von Degeneration und Eugenik in ihre Lehre auf und hielten es Jahrzehnte hindurch lebendig.
Bereits seit den 1860er Jahren liess die Medizinische Fakultät der Universität Zürich Frauen zum Medizinstudium zu. Zunächst waren es viele Russinnen, später auch einheimische Studentinnen wie Marie Vögtlin, die daran arbeiteten, den Arztberuf zu verweiblichen. Für die ersten Schweizer Juden verband sich mit dem Zugang zum Medizinstudium ebenfalls die Hoffnung auf Gleichberechtigung.
Die Geschichte des Medizinstudiums ist auch eine Geschichte der Lehrmittel. Visuelle Unterrichtsmedien – von Moulagen bis hin zu Lehrfilmen – prägten den «ärztlichen Blick». Heute ist das «E-Learning» via Internet ein integraler Bestandteil der medizinischen Ausbildung und eine Antwort auf die zunehmende Komplexität ihrer Lernziele.
Der facettenreichen Aufarbeitung entspricht auch die Bebilderung des Buches: Lehrmittel, Hörsaalaufnahmen, Karikaturen und andere Originaldokumente veranschaulichen die vielfältigen «Innenansichten einer Ärzteschmiede».

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Item Type:Book Section, not refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Institute of Biomedical Ethics and History of Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2008
Deposited On:21 Jan 2009 15:39
Last Modified:14 Sep 2016 13:37
Publisher:Chronos
ISBN:978-3-0340-0909-6
Official URL:http://www.chronos-verlag.ch/php/book_latest-new.php?book=978-3-0340-0909-6&type=Kurztext&access=Neuerscheinungen
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