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Sherlock Holmes in der Medizin


Haas, Henriette (2011). Sherlock Holmes in der Medizin. VSAO Journal, (4):31-35.

Abstract

Die Aufklärung eines Kriminalfalles ist der wissenschaftlichen Aufgabe der klinischen Medizin weitgehend analog. Erstens besteht sie im genauen Beobachten der Tatsachen (anhand von Augenschein und Gesprächen und kombiniert mit (technischen) Untersuchungen). Zweitens stützt sich die Interpretation der Beobachtungen in beiden Gebieten sowohl auf naturwissenschaftliche als auch geisteswissenschaftliche Tatsachen, Theorien und Methoden.
Die heutige Universität steckt enorme Anstrengungen in die Vermittlung des riesigen Theoriengebäudes der jeweiligen Disziplin, wohingegen das wissenschaftliche Beobachten - als Grundlage der Arbeit – leider wenig Aufmerksamkeit erhält. Dadurch besteht eine gewisse Gefahr, dass in der praktischen Anwendung nur gerade die aller offensichtlichsten und spontan erzählten Fakten zusammen mit den Resultaten der Standard-Untersuchungen, in die Diagnose einfliessen. Wenn aber das Fundament der klinischen Arbeit vernachlässigt wurde, kann keine Theorie - und sei sie noch so raffiniert - einen missratenen Fall mehr retten.
Die folgenden Ausführungen sollen das wissenschaftliche Denken während der Bestandesaufnahme und der Interpretation der Krankheitszeichen verbessern. Es geht um die Frage: wie muss ein Beobachtungsvorgang strukturiert sein, damit er nicht beliebig „herumflattert“, sondern systematisch erfolgt?
Das „systematische Beobachten“ ist zudem ökonomisch relevant, damit bei dünner Faktenlage nicht mit teuren Tests und Untersuchungen ins Blaue hinaus untersucht wird.

Abstract

Die Aufklärung eines Kriminalfalles ist der wissenschaftlichen Aufgabe der klinischen Medizin weitgehend analog. Erstens besteht sie im genauen Beobachten der Tatsachen (anhand von Augenschein und Gesprächen und kombiniert mit (technischen) Untersuchungen). Zweitens stützt sich die Interpretation der Beobachtungen in beiden Gebieten sowohl auf naturwissenschaftliche als auch geisteswissenschaftliche Tatsachen, Theorien und Methoden.
Die heutige Universität steckt enorme Anstrengungen in die Vermittlung des riesigen Theoriengebäudes der jeweiligen Disziplin, wohingegen das wissenschaftliche Beobachten - als Grundlage der Arbeit – leider wenig Aufmerksamkeit erhält. Dadurch besteht eine gewisse Gefahr, dass in der praktischen Anwendung nur gerade die aller offensichtlichsten und spontan erzählten Fakten zusammen mit den Resultaten der Standard-Untersuchungen, in die Diagnose einfliessen. Wenn aber das Fundament der klinischen Arbeit vernachlässigt wurde, kann keine Theorie - und sei sie noch so raffiniert - einen missratenen Fall mehr retten.
Die folgenden Ausführungen sollen das wissenschaftliche Denken während der Bestandesaufnahme und der Interpretation der Krankheitszeichen verbessern. Es geht um die Frage: wie muss ein Beobachtungsvorgang strukturiert sein, damit er nicht beliebig „herumflattert“, sondern systematisch erfolgt?
Das „systematische Beobachten“ ist zudem ökonomisch relevant, damit bei dünner Faktenlage nicht mit teuren Tests und Untersuchungen ins Blaue hinaus untersucht wird.

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Item Type:Journal Article, not refereed, further contribution
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Language:German
Date:August 2011
Deposited On:24 Feb 2014 10:13
Last Modified:05 Apr 2016 17:32
Publisher:Mediservice VSAO/ASMAC
ISSN:1422-2086
Related URLs:https://www.vsao-journal.ch/files/content/pages/archiv/2011/2011-04_de.pdf

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