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Heterosexuelle Normalität oder sexuelle Lebensqualität? Behandlungsziele im Wandel


Schönbucher, Verena; Ohms, Julia; Garcia Nuñez, David; Schweizer, Katinka; Richter-Appelt, Hertha (2014). Heterosexuelle Normalität oder sexuelle Lebensqualität? Behandlungsziele im Wandel. Psychosozial, 37(135):75-86.

Abstract

Der Artikel hinterfragt kritisch die in der Medizin verbreitete Vorstellung, dass Personen mit Intersexualität nur dann eine befriedigende Sexualität leben können, wenn ihre Geschlechtsorgane chirurgisch möglichst dem weiblichen oder männlichen Geschlecht angepasst werden, sodass »heterosexueller« Geschlechtsverkehr möglich wird. Ergebnisse der Hamburger Studie zu Intersexualität bestätigen den bisherigen Forschungsstand, dass die sexuelle Lebensqualität von Personen mit Intersexualität deutlich geringer ist als diejenige von Menschen mit eindeutigem Geschlecht. Somit ist das Ziel der Medizin, Personen mit Intersexualität mittels geschlechtsangleichender Operationen eine möglichst »nonnale« psychosexuelle Entwicklung zu ermöglichen, bisher nicht erreicht worden. Die Autorinnen und Autoren plädieren dafür, den heterosexistischen Diskurs in der medizinischen Behandlung von Personen mit Intersexualität zu überdenken und vielmehr die sexuelle Lebensqualität der betroffenen Menschen ins Zentrum zu rücken. Dies umfasst weit mehr als »heterosexuelles« Funktionieren und steht in einem Zusammenhang mit psychosozialen Faktoren wie beispielsweise positiven Bindungserfahrungen in der Kindheit oder einer tragenden Partnerschaft.

Der Artikel hinterfragt kritisch die in der Medizin verbreitete Vorstellung, dass Personen mit Intersexualität nur dann eine befriedigende Sexualität leben können, wenn ihre Geschlechtsorgane chirurgisch möglichst dem weiblichen oder männlichen Geschlecht angepasst werden, sodass »heterosexueller« Geschlechtsverkehr möglich wird. Ergebnisse der Hamburger Studie zu Intersexualität bestätigen den bisherigen Forschungsstand, dass die sexuelle Lebensqualität von Personen mit Intersexualität deutlich geringer ist als diejenige von Menschen mit eindeutigem Geschlecht. Somit ist das Ziel der Medizin, Personen mit Intersexualität mittels geschlechtsangleichender Operationen eine möglichst »nonnale« psychosexuelle Entwicklung zu ermöglichen, bisher nicht erreicht worden. Die Autorinnen und Autoren plädieren dafür, den heterosexistischen Diskurs in der medizinischen Behandlung von Personen mit Intersexualität zu überdenken und vielmehr die sexuelle Lebensqualität der betroffenen Menschen ins Zentrum zu rücken. Dies umfasst weit mehr als »heterosexuelles« Funktionieren und steht in einem Zusammenhang mit psychosozialen Faktoren wie beispielsweise positiven Bindungserfahrungen in der Kindheit oder einer tragenden Partnerschaft.

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Item Type:Journal Article, not refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Psychiatry and Psychotherapy
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2014
Deposited On:14 Jul 2014 06:13
Last Modified:05 Apr 2016 17:58
Publisher:Psychosozial-Verlag
ISSN:0171-3434
Related URLs:http://www.zora.uzh.ch/63142/
http://www.psychosozial-verlag.de/catalog/product_info.php/cPath/4000_4100/products_id/8113
Permanent URL: https://doi.org/10.5167/uzh-97335

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