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Englischunterricht in der Primarschule des Kantons Thurgau. Schlussbericht der Evaluation


Kreis, Annelies; Williner, M; Maeder, C (2014). Englischunterricht in der Primarschule des Kantons Thurgau. Schlussbericht der Evaluation. Kreuzlingen: Pädagogische Hochschule Thurgau.

Abstract

Seit August 2009 werden im Kanton Thurgau die Schulerinnen und Schuler ab der 3. Primarklasse in Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet. Der Unterricht richtet sich nach dem „Lehrplan Englisch Primarstufe“ der EDK Ost (2007). Im Sommer 2013 trat die erste Kohorte von Schulerinnen und Schulern in die Sekundarstufe I uber, die in der Primarschule in Englisch unterrichtet wurde. Mit Fokus auf diese erste Kohorte evaluierte die Forschungsabteilung der PHTG im Auftrag des Amtes fur Volksschule den Englischunterricht auf der Primarstufe des Kantons Thurgau. Anhand einer geschichteten Zufallsstichprobe1 wurde untersucht, inwiefern die Schulerinnen und Schuler der 6. Klassen die im Lehrplan vorgegebenen grundlegenden und erweiterten Kompetenzniveaus erreichen. Weitere Fragestellungen betreffen das verwendete Lehrmittel „Young World“, den Stoffumfang, Merkmale des Unterrichts, die Schnittstelle zwischen der Primar- und der Sekundarstufe I und die Kurse zur Zusatzqualifizierung der Lehrpersonen. Ein Vergleich des Kompetenzniveaus der Schulerinnen und Schuler der 8. Klasse in Englisch mit und ohne Englischunterricht in der Primarschule ist fur ein Folgeprojekt geplant. Aus diesem Grund wurden im Fruhjahr 2013 parallel zu den 6. Klassen auch 8. Klassen getestet. Untersucht wurden diese Fragestellungen mittels schriftlicher Befragungen von Englischlehrpersonen und Schulerinnen und Schulern der Primar- und Sekundarstufe, Leistungstests und Fokusgruppeninterviews mit Englischlehrpersonen der Primarschule, Schulleitungspersonen und Eltern. Englischunterricht auf der Primarstufe erfahrt bei allen Befragten eine ausgesprochen hohe Akzeptanz. Mindestens die gemass Lehrplan fur die Primarstufe grundlegenden Lernziele werden gegen Ende der 6. Klasse je nach Kompetenzbereich von 50 bis 85 Prozent der Schulerinnen und Schuler erreicht. Ende der 8. Klasse Sek G erreichen je nach Kompetenzbereich 33 bis 90 Prozent der Lernenden, in den 8. Klassen Sek E 68 bis 97 Prozent die als grundlegend eingeschatzten Kompetenzniveaus. Am Ende der 6. und 8. Klasse bestehen grosse Unterschiede bezuglich der erreichten Englischkompetenzen. Es gibt Lernende, deren Kompetenzen unter den als grundlegend definierten Lernzielen liegen, einige beindrucken aber auch durch deutlich uber den erweiterten Lernzielen liegende Kompetenzen. Einige Lernende der 8. Klassen ubertreffen bereits ohne Englischunterricht in der Primarschule die erweiterten Kompetenzniveaus gemass Lehrplan, der erst fur Lernende mit Englisch in der Primarschule gelten wurde. Die Schulerinnen und Schuler der 6. und 8. Klassen verfugen uber ein positives Selbstkonzept im Fach Englisch und nehmen motiviert und mit Freude am Englischunterricht teil. Rund ein Viertel der Schulerinnen und Schuler besucht den Englischunterricht allerdings nicht so gerne. Entsprechende Ergebnisse finden sich bereits in fruheren Evaluationen zum Primarschulenglisch. Auch die Englischlehrpersonen beider Schulstufen verfugen uber ein positives Selbstkonzept in Englisch und unterrichten die Sprache gerne. Die Englischlehrpersonen der Primarschule arbeiten mehrheitlich gerne mit dem Lehrmittel „Young World“. Schwierigkeiten bereitet ihnen dabei allerdings die Stoffauswahl. Der produktive Umgang mit den heterogenen Lernvoraussetzungen der Schulerinnen und Schuler stellt hohe Anforderungen an die Unterrichtskompetenzen der Lehrpersonen und damit auch an die Bildungsverantwortlichen. 82 % (PS) respektive 75 % (Sek I) der Lehrpersonen verfugen uber eine fachund stufenspezifische Lehrbefahigung. Soll der Vorsprung durch die fruhe Kompetenzforderung in Englisch genutzt werden, erfordert die Kommunikation und Koordination an den Ubergangen PS/Sek I/Sek II mit dem Ziel einer nachhaltigen vertikalen Koharenz zwischen den Stufen weiterhin hohe Aufmerksamkeit und Ressourcen.

Abstract

Seit August 2009 werden im Kanton Thurgau die Schulerinnen und Schuler ab der 3. Primarklasse in Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet. Der Unterricht richtet sich nach dem „Lehrplan Englisch Primarstufe“ der EDK Ost (2007). Im Sommer 2013 trat die erste Kohorte von Schulerinnen und Schulern in die Sekundarstufe I uber, die in der Primarschule in Englisch unterrichtet wurde. Mit Fokus auf diese erste Kohorte evaluierte die Forschungsabteilung der PHTG im Auftrag des Amtes fur Volksschule den Englischunterricht auf der Primarstufe des Kantons Thurgau. Anhand einer geschichteten Zufallsstichprobe1 wurde untersucht, inwiefern die Schulerinnen und Schuler der 6. Klassen die im Lehrplan vorgegebenen grundlegenden und erweiterten Kompetenzniveaus erreichen. Weitere Fragestellungen betreffen das verwendete Lehrmittel „Young World“, den Stoffumfang, Merkmale des Unterrichts, die Schnittstelle zwischen der Primar- und der Sekundarstufe I und die Kurse zur Zusatzqualifizierung der Lehrpersonen. Ein Vergleich des Kompetenzniveaus der Schulerinnen und Schuler der 8. Klasse in Englisch mit und ohne Englischunterricht in der Primarschule ist fur ein Folgeprojekt geplant. Aus diesem Grund wurden im Fruhjahr 2013 parallel zu den 6. Klassen auch 8. Klassen getestet. Untersucht wurden diese Fragestellungen mittels schriftlicher Befragungen von Englischlehrpersonen und Schulerinnen und Schulern der Primar- und Sekundarstufe, Leistungstests und Fokusgruppeninterviews mit Englischlehrpersonen der Primarschule, Schulleitungspersonen und Eltern. Englischunterricht auf der Primarstufe erfahrt bei allen Befragten eine ausgesprochen hohe Akzeptanz. Mindestens die gemass Lehrplan fur die Primarstufe grundlegenden Lernziele werden gegen Ende der 6. Klasse je nach Kompetenzbereich von 50 bis 85 Prozent der Schulerinnen und Schuler erreicht. Ende der 8. Klasse Sek G erreichen je nach Kompetenzbereich 33 bis 90 Prozent der Lernenden, in den 8. Klassen Sek E 68 bis 97 Prozent die als grundlegend eingeschatzten Kompetenzniveaus. Am Ende der 6. und 8. Klasse bestehen grosse Unterschiede bezuglich der erreichten Englischkompetenzen. Es gibt Lernende, deren Kompetenzen unter den als grundlegend definierten Lernzielen liegen, einige beindrucken aber auch durch deutlich uber den erweiterten Lernzielen liegende Kompetenzen. Einige Lernende der 8. Klassen ubertreffen bereits ohne Englischunterricht in der Primarschule die erweiterten Kompetenzniveaus gemass Lehrplan, der erst fur Lernende mit Englisch in der Primarschule gelten wurde. Die Schulerinnen und Schuler der 6. und 8. Klassen verfugen uber ein positives Selbstkonzept im Fach Englisch und nehmen motiviert und mit Freude am Englischunterricht teil. Rund ein Viertel der Schulerinnen und Schuler besucht den Englischunterricht allerdings nicht so gerne. Entsprechende Ergebnisse finden sich bereits in fruheren Evaluationen zum Primarschulenglisch. Auch die Englischlehrpersonen beider Schulstufen verfugen uber ein positives Selbstkonzept in Englisch und unterrichten die Sprache gerne. Die Englischlehrpersonen der Primarschule arbeiten mehrheitlich gerne mit dem Lehrmittel „Young World“. Schwierigkeiten bereitet ihnen dabei allerdings die Stoffauswahl. Der produktive Umgang mit den heterogenen Lernvoraussetzungen der Schulerinnen und Schuler stellt hohe Anforderungen an die Unterrichtskompetenzen der Lehrpersonen und damit auch an die Bildungsverantwortlichen. 82 % (PS) respektive 75 % (Sek I) der Lehrpersonen verfugen uber eine fachund stufenspezifische Lehrbefahigung. Soll der Vorsprung durch die fruhe Kompetenzforderung in Englisch genutzt werden, erfordert die Kommunikation und Koordination an den Ubergangen PS/Sek I/Sek II mit dem Ziel einer nachhaltigen vertikalen Koharenz zwischen den Stufen weiterhin hohe Aufmerksamkeit und Ressourcen.

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Item Type:Published Research Report
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Education
Dewey Decimal Classification:370 Education
Language:German
Date:2014
Deposited On:31 Dec 2014 11:10
Last Modified:06 Apr 2017 21:28
Publisher:Pädagogische Hochschule Thurgau
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:http://www.phtg.ch/fileadmin/user_upload/Dokumente/PFW/Forschung/PHTG_Forschungsbericht_Nr._12.pdf

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