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Der lange Atem bis zum Panzer : Damit Schildkröten in ihrem unbeweglichen Panzer atmen können, besitzen sie eine an der Schale befestigte Muskelschlinge


Lyson, Tyler R; Schachner, Emma R; et al. Der lange Atem bis zum Panzer : Damit Schildkröten in ihrem unbeweglichen Panzer atmen können, besitzen sie eine an der Schale befestigte Muskelschlinge. In: Thurgauer Zeitung, 8 November 2014, p.n/a.

Abstract

Damit Schildkröten in ihrem unbeweglichen Panzer atmen können, besitzen sie eine an der Schale befestigte Muskelschlinge. Ein Forscherteam mit Schweizer Beteiligung konnte aufzeigen, dass schon eine Urschildkröte mit Hilfe einer Muskelschlinge atmete, obschon sie noch keinen festen Panzer besass. Die Muskelschlinge war die anatomische Voraussetzung, damit der starre Schildkrötenpanzer entstehen konnte, wie die Universität Zürich mitteilte. Während Menschen und andere Tiere atmen, indem sich Lunge und Brustkorb abwechselnd ausdehnen und zusammenziehen, belüften Schildkröten ihre Lungen durch Kontraktion und Entspannung der Muskelschlinge. Verbreiterte Rippen. Eine Untersuchung von fossilen und heutigen Wirbeltieren -darunter Säugetiere, Krokodile und auch Dinosaurier - förderte nun deren möglichen Ursprung zu Tage: Eunotosaurus africanus, ein fossiles Reptil, das vor rund 260 Millionen Jahren in der mittleren Permzeit in Südafrika gelebt hat, besass eine Muskelschlinge. Dies berichtet ein Forscherteam von nordamerikanischen, afrikanischen und europäischen Instituten und Museen im Fachjournal «Nature Communications ». Das Reptil hatte noch keinen OP° starren Bauch- und 43"' Brustpanzer wie moderne Schildkröten, sondern lediglich stark verbreitete, sich teilweise überlapp ende T-förmige Rippen. «Diese schränkten die Bewegungsfähigkeit des Brustkorbs aber bereits stark ein», sagte Torsten Scheyer vom Paläontologischen Institut der Universität Zürich, Mitautor der Studie. Erst 50 Millionen Jahre alt Die inneren und äusseren Knochenstrukturen der Rippen zeigen, dass Eunotosaurus nur noch eine reduzierte Rückenmuskulatur, aber bereits eine der Atmung dienende Muskelschlinge besessen hatte. «Eunotosaurus ist ein morphologisches Bindeglied zwischen dem Körperbauplan früher Reptilien und dem hoch modifizierten Bauplan der heute lebenden Schildkröten», sagte Scheyer. Nach Aussage der Forscher sind feste Panzerschalen erst 50 Millionen Jahre nach Eunotosaurus bei fossilen Stammschildkröten aufgetreten. Die Studie zeigt, dass durch den immer steiferen Körperbau die Rippen immer weniger am Atmungsvorgang beteiligt waren, während die Muskeln diese Rolle immer mehr übernahmen. Die Rippen wurden somit frei und in den Panzer integriert.(sda)

Abstract

Damit Schildkröten in ihrem unbeweglichen Panzer atmen können, besitzen sie eine an der Schale befestigte Muskelschlinge. Ein Forscherteam mit Schweizer Beteiligung konnte aufzeigen, dass schon eine Urschildkröte mit Hilfe einer Muskelschlinge atmete, obschon sie noch keinen festen Panzer besass. Die Muskelschlinge war die anatomische Voraussetzung, damit der starre Schildkrötenpanzer entstehen konnte, wie die Universität Zürich mitteilte. Während Menschen und andere Tiere atmen, indem sich Lunge und Brustkorb abwechselnd ausdehnen und zusammenziehen, belüften Schildkröten ihre Lungen durch Kontraktion und Entspannung der Muskelschlinge. Verbreiterte Rippen. Eine Untersuchung von fossilen und heutigen Wirbeltieren -darunter Säugetiere, Krokodile und auch Dinosaurier - förderte nun deren möglichen Ursprung zu Tage: Eunotosaurus africanus, ein fossiles Reptil, das vor rund 260 Millionen Jahren in der mittleren Permzeit in Südafrika gelebt hat, besass eine Muskelschlinge. Dies berichtet ein Forscherteam von nordamerikanischen, afrikanischen und europäischen Instituten und Museen im Fachjournal «Nature Communications ». Das Reptil hatte noch keinen OP° starren Bauch- und 43"' Brustpanzer wie moderne Schildkröten, sondern lediglich stark verbreitete, sich teilweise überlapp ende T-förmige Rippen. «Diese schränkten die Bewegungsfähigkeit des Brustkorbs aber bereits stark ein», sagte Torsten Scheyer vom Paläontologischen Institut der Universität Zürich, Mitautor der Studie. Erst 50 Millionen Jahre alt Die inneren und äusseren Knochenstrukturen der Rippen zeigen, dass Eunotosaurus nur noch eine reduzierte Rückenmuskulatur, aber bereits eine der Atmung dienende Muskelschlinge besessen hatte. «Eunotosaurus ist ein morphologisches Bindeglied zwischen dem Körperbauplan früher Reptilien und dem hoch modifizierten Bauplan der heute lebenden Schildkröten», sagte Scheyer. Nach Aussage der Forscher sind feste Panzerschalen erst 50 Millionen Jahre nach Eunotosaurus bei fossilen Stammschildkröten aufgetreten. Die Studie zeigt, dass durch den immer steiferen Körperbau die Rippen immer weniger am Atmungsvorgang beteiligt waren, während die Muskeln diese Rolle immer mehr übernahmen. Die Rippen wurden somit frei und in den Panzer integriert.(sda)

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Item Type:Newspaper Article
Communities & Collections:07 Faculty of Science > Paleontological Institute and Museum
Dewey Decimal Classification:560 Fossils & prehistoric life
Date:8 November 2014
Deposited On:29 Jan 2015 10:48
Last Modified:05 Apr 2016 18:51
Publisher:s.n.
Additional Information:erscheint auch in Wiler Zeitung, St. Galler Tagblatt / Ausgabe St. Gallen+Gossau, SDA / Schweizerische Depeschenagentur

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