Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Behandlungsergebnisse in der Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit psychischen/psychosomatischen Erkrankungen im Klinikvergleich


Watzke, Birgit; Barghaan, Dina; Lang, Klaus; Rabung, Sven; Koch, Uwe; Schulz, Holger (2008). Behandlungsergebnisse in der Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit psychischen/psychosomatischen Erkrankungen im Klinikvergleich. Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin, 18(06):329-336.

Abstract

Fragestellung: Ein Großteil der stationären psychotherapeutischen Versorgung findet im Versorgungssystem der medizinischen Rehabilitation statt. Für diesen Bereich werden in der vorliegenden Studie Unterschiede in der Ergebnisqualität zwischen Kliniken untersucht. Um dabei Confounder/Risikofaktoren, d. h. ungleich verteilte Patientenmerkmale, die mit dem Behandlungsergebnis in Zusammenhang stehen, angemessen zu berücksichtigen, werden die Klinikvergleiche risikoadjustiert vorgenommen.

Material und Methode: Die Fragestellung wurde an einer konsekutiven, weitgehend repräsentativen Stichprobe von 1 335 Patienten der ehemaligen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, BfA (jetzt DRV Bund) aus 28 Kliniken untersucht, die vor Aufnahme der Rehabilitationsbehandlung (t0) und sechs Monate nach Behandlung (t1) schriftlich befragt wurden. Zentrales Outcomemaß stellte die Veränderung in der psychopathologischen Symptomatik (SCL-9) dar. Die Risikoadjustierung wurde im Rahmen eines regressionsanalytischen Vorgehens realisiert, wobei für jeden Patienten der individuelle SCL-9-Kennwert zu t1 vorhergesagt wurde, der bei der vorhandenen Ausprägung des Confounders (relevante Patientenmerkmale, u. a. auch Ausgangsbelastung zu t0) zu erwarten war, und mit dem tatsächlich erreichten Kennwerte zu t1 verglichen wurde.

Ergebnisse: Unadjustiert zeigen sich deutliche Unterschiede in den Effektstärken zwischen den 28 Kliniken (0,07≤d≤0,95; dGesamt=0,47). Die Kliniken unterscheiden sich ebenfalls signifikant in der Zusammensetzung ihres Patientenklientels. Vergleicht man die tatsächlich erreichten mit den im Rahmen der Risikoadjustierung vorausgesagten SCL-9-Kennwerten, ergibt sich lediglich für eine der Kliniken ein signifikanter Unterschied.

Diskussion und Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die deutlichen Unterschiede zwischen den Kliniken in der Ergebnisqualität weitestgehend auf die Unterschiedlichkeit im behandelten Patientenklientel zurückgeführt werden können. Für die versorgungspolitisch sehr relevante Fragestellung der Einrichtungsvergleiche erscheinen vor diesem Hintergrund Adjustierungsstrategien unerlässlich.

Abstract

Fragestellung: Ein Großteil der stationären psychotherapeutischen Versorgung findet im Versorgungssystem der medizinischen Rehabilitation statt. Für diesen Bereich werden in der vorliegenden Studie Unterschiede in der Ergebnisqualität zwischen Kliniken untersucht. Um dabei Confounder/Risikofaktoren, d. h. ungleich verteilte Patientenmerkmale, die mit dem Behandlungsergebnis in Zusammenhang stehen, angemessen zu berücksichtigen, werden die Klinikvergleiche risikoadjustiert vorgenommen.

Material und Methode: Die Fragestellung wurde an einer konsekutiven, weitgehend repräsentativen Stichprobe von 1 335 Patienten der ehemaligen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, BfA (jetzt DRV Bund) aus 28 Kliniken untersucht, die vor Aufnahme der Rehabilitationsbehandlung (t0) und sechs Monate nach Behandlung (t1) schriftlich befragt wurden. Zentrales Outcomemaß stellte die Veränderung in der psychopathologischen Symptomatik (SCL-9) dar. Die Risikoadjustierung wurde im Rahmen eines regressionsanalytischen Vorgehens realisiert, wobei für jeden Patienten der individuelle SCL-9-Kennwert zu t1 vorhergesagt wurde, der bei der vorhandenen Ausprägung des Confounders (relevante Patientenmerkmale, u. a. auch Ausgangsbelastung zu t0) zu erwarten war, und mit dem tatsächlich erreichten Kennwerte zu t1 verglichen wurde.

Ergebnisse: Unadjustiert zeigen sich deutliche Unterschiede in den Effektstärken zwischen den 28 Kliniken (0,07≤d≤0,95; dGesamt=0,47). Die Kliniken unterscheiden sich ebenfalls signifikant in der Zusammensetzung ihres Patientenklientels. Vergleicht man die tatsächlich erreichten mit den im Rahmen der Risikoadjustierung vorausgesagten SCL-9-Kennwerten, ergibt sich lediglich für eine der Kliniken ein signifikanter Unterschied.

Diskussion und Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die deutlichen Unterschiede zwischen den Kliniken in der Ergebnisqualität weitestgehend auf die Unterschiedlichkeit im behandelten Patientenklientel zurückgeführt werden können. Für die versorgungspolitisch sehr relevante Fragestellung der Einrichtungsvergleiche erscheinen vor diesem Hintergrund Adjustierungsstrategien unerlässlich.

Statistics

Citations

1 citation in Web of Science®
1 citation in Scopus®
Google Scholar™

Altmetrics

Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Language:German
Date:25 November 2008
Deposited On:11 Mar 2015 09:29
Last Modified:05 Apr 2016 18:59
Publisher:Georg Thieme Verlag
ISSN:0940-6689
Publisher DOI:https://doi.org/10.1055/s-0028-1093330

Download

Full text not available from this repository.
View at publisher