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Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)


Hafner, J; Buset, C; Dziunycz, P; Graeni, N; Kaufmann, F; Jaberg, N; Luder, C; Mohanna, M T; Stieger, P; Weber, B; Mayer, D; Laeuchli, S; Frauchiger, A L (2014). Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS). Phlebologie, 43(6):312-316.

Abstract

Einleitung: Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ist eine relativ seltene, jedoch für die Betroffenen äußerst gravierende Erkrankung, welche meist distal einer Extremitätenverletzung auftritt. Die klinischen Symptome sowie die Schmerzen stehen in keinem Verhältnis zum auslösenden Ereignis. Bei etwa 10% der Patienten liegt gar kein auslösendes Ereignis vor. Bei ungefähr der Hälfte der Patienten führt CRPS zu dauerhafter Arbeitsunfähigkeit und hohen Behandlungs- und Folgekosten. Klinik: Es werden zwei Formen unterschieden. Beim CRPS 1 lässt sich keine Nervenläsion nachweisen, wohingegen es beim CRPS 2 zu einer Verletzung eines Nerven oder Nervenhauptstamms gekommen ist. Im klinischen Verlauf gibt es jedoch keinen Unterschied zwischen den beiden Formen. In ca. 90 % aller Fälle handelt es sich um ein CRPS 1, früher als „Morbus Sudeck“ bekannt. Das Leitsymptom sind Schmerzen. Zudem können auch trophische Störungen wie Schwelllungen, lokale Verfärbungen der Haut oder asymmetrische Hauttemperaturen auftreten. Häufig finden sich auch eine eingeschränkte Beweglichkeit und Funktionseinbuße der betroffenen Extremität, welche sehr schwer zu therapieren sind. Diagnostik: Initial kann die Unterscheidung eines CRPS von einem normalen posttraumatischen Verlauf schwierig sein. Im weiteren Verlauf stehen die gravierenden Symptome in keinem Verhältnis mehr zum auslösenden Ereignis. Die Diagnose eines CRPS wird primär klinisch gestellt. Die Budapest-Kriterien helfen, die Diagnose zu sichern. Therapie: Eine frühe und interdisziplinäre Rehabilitation ist zentral in der Therapie des CRPS. Ergo- und physiotherapeutische Maßnahmen werden ergänzt mit einer guten medikamentösen Schmerzeinstellung sowie gegebenenfalls auch psychologischer Unterstützung. Medikamentös kommt das analgetische Stufenschema der WHO zum Einsatz, bei starken Hyperalgesien zeigte Methadon gute Erfolge, bei therapieresistenten Schmerzen auch Gabapentin oder Pregabalin. Biphosphonate zeigten einen guten analgetischen Effekt, insbesondere bei nachgewiesenen ossären Läsionen. Die chronischen Ödeme und Entzündungen können einen vorübergehenden Einsatz von Steroiden erfordern. Weiter gilt es, Folgeschäden wie Osteoporose zu verhindern. Patienten, bei welchen der Verdacht auf ein CRPS geäußert wird, sollten durch ein multidisziplinäres Behandlungsteam mit möglicher großer Erfahrung in der Betreuung dieses Krankheitsbildes überwiesen werden. Ein Arzt sollte die Betreuung des Patienten koordinieren. Je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser ist die Prognose.

Abstract

Einleitung: Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ist eine relativ seltene, jedoch für die Betroffenen äußerst gravierende Erkrankung, welche meist distal einer Extremitätenverletzung auftritt. Die klinischen Symptome sowie die Schmerzen stehen in keinem Verhältnis zum auslösenden Ereignis. Bei etwa 10% der Patienten liegt gar kein auslösendes Ereignis vor. Bei ungefähr der Hälfte der Patienten führt CRPS zu dauerhafter Arbeitsunfähigkeit und hohen Behandlungs- und Folgekosten. Klinik: Es werden zwei Formen unterschieden. Beim CRPS 1 lässt sich keine Nervenläsion nachweisen, wohingegen es beim CRPS 2 zu einer Verletzung eines Nerven oder Nervenhauptstamms gekommen ist. Im klinischen Verlauf gibt es jedoch keinen Unterschied zwischen den beiden Formen. In ca. 90 % aller Fälle handelt es sich um ein CRPS 1, früher als „Morbus Sudeck“ bekannt. Das Leitsymptom sind Schmerzen. Zudem können auch trophische Störungen wie Schwelllungen, lokale Verfärbungen der Haut oder asymmetrische Hauttemperaturen auftreten. Häufig finden sich auch eine eingeschränkte Beweglichkeit und Funktionseinbuße der betroffenen Extremität, welche sehr schwer zu therapieren sind. Diagnostik: Initial kann die Unterscheidung eines CRPS von einem normalen posttraumatischen Verlauf schwierig sein. Im weiteren Verlauf stehen die gravierenden Symptome in keinem Verhältnis mehr zum auslösenden Ereignis. Die Diagnose eines CRPS wird primär klinisch gestellt. Die Budapest-Kriterien helfen, die Diagnose zu sichern. Therapie: Eine frühe und interdisziplinäre Rehabilitation ist zentral in der Therapie des CRPS. Ergo- und physiotherapeutische Maßnahmen werden ergänzt mit einer guten medikamentösen Schmerzeinstellung sowie gegebenenfalls auch psychologischer Unterstützung. Medikamentös kommt das analgetische Stufenschema der WHO zum Einsatz, bei starken Hyperalgesien zeigte Methadon gute Erfolge, bei therapieresistenten Schmerzen auch Gabapentin oder Pregabalin. Biphosphonate zeigten einen guten analgetischen Effekt, insbesondere bei nachgewiesenen ossären Läsionen. Die chronischen Ödeme und Entzündungen können einen vorübergehenden Einsatz von Steroiden erfordern. Weiter gilt es, Folgeschäden wie Osteoporose zu verhindern. Patienten, bei welchen der Verdacht auf ein CRPS geäußert wird, sollten durch ein multidisziplinäres Behandlungsteam mit möglicher großer Erfahrung in der Betreuung dieses Krankheitsbildes überwiesen werden. Ein Arzt sollte die Betreuung des Patienten koordinieren. Je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser ist die Prognose.

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Item Type:Journal Article, refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Dermatology Clinic
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:English
Date:2014
Deposited On:26 Feb 2015 12:46
Last Modified:05 Apr 2016 19:05
Publisher:Schattauer
ISSN:0939-978X
Publisher DOI:https://doi.org/10.12687/phleb2240-6-2014

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