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(Rück-)Eroberungen des öffentlichen Raums. Künstlerische Aktionen an politisch aufgeladenen Orten


Frimmel, Sandra (2015). (Rück-)Eroberungen des öffentlichen Raums. Künstlerische Aktionen an politisch aufgeladenen Orten. In: Forum Russland vs. Russland, Berlin, Kunstraum Kreuzberg, 10 April 2015 - 12 April 2015.

Abstract

Bereits in den 1990er Jahren haben Künstler vor allem in Moskau versucht, den öffentlichen Raum für die Gegenwartskunst jenseits von politischer Propaganda (zurück-) zu erobern, wobei die Barrikade der Gruppe Radek und ihre Besetzung des Lenin-Mausoleums oder Aleksandr Breners Aufforderung an Boris Jelzin zu einem Boxkampf auf dem Roten Platz nur einige wenige Aktionen unter vielen sind. Doch zu einem regelrechten Rückeroberungsdiskurs kam es erst im Zuge der Gerichtsprozesse gegen Kunst, Künstler und Kuratoren in den 2000er Jahren. Während des Prozesses gegen die Organisatoren der Ausstellung Verbotene Kunst 2006 schufen junge russische Künstler eindringliche, oft auch plakative Bilder in Form von Performances und Aktionen um auszudrücken, was sie von dem Prozess halten. Außerhalb des Gerichtsraums sind es in jüngster Zeit vor allem Künstlergruppen wie Vojna und Pussy Riot, aber auch einzelne Künstler wie Petr Pavlenskij, die sehr bewusst und offensiv öffentliche, politisch oder historisch aufgeladene Orte mit ihren Aktionen besetzen, um künstlerische und zugleich zivilgesellschaftliche Kritik am Staat und seinen Gewalten zu üben. Der Vortrag möchte einen kurzen Überblick über diese Aktionen geben und wird versuchen, sie vor dem Hintergrund immer restriktiver werdender gesellschaftlicher Kunstnormierungspraktiken einzuordnen.

Abstract

Bereits in den 1990er Jahren haben Künstler vor allem in Moskau versucht, den öffentlichen Raum für die Gegenwartskunst jenseits von politischer Propaganda (zurück-) zu erobern, wobei die Barrikade der Gruppe Radek und ihre Besetzung des Lenin-Mausoleums oder Aleksandr Breners Aufforderung an Boris Jelzin zu einem Boxkampf auf dem Roten Platz nur einige wenige Aktionen unter vielen sind. Doch zu einem regelrechten Rückeroberungsdiskurs kam es erst im Zuge der Gerichtsprozesse gegen Kunst, Künstler und Kuratoren in den 2000er Jahren. Während des Prozesses gegen die Organisatoren der Ausstellung Verbotene Kunst 2006 schufen junge russische Künstler eindringliche, oft auch plakative Bilder in Form von Performances und Aktionen um auszudrücken, was sie von dem Prozess halten. Außerhalb des Gerichtsraums sind es in jüngster Zeit vor allem Künstlergruppen wie Vojna und Pussy Riot, aber auch einzelne Künstler wie Petr Pavlenskij, die sehr bewusst und offensiv öffentliche, politisch oder historisch aufgeladene Orte mit ihren Aktionen besetzen, um künstlerische und zugleich zivilgesellschaftliche Kritik am Staat und seinen Gewalten zu üben. Der Vortrag möchte einen kurzen Überblick über diese Aktionen geben und wird versuchen, sie vor dem Hintergrund immer restriktiver werdender gesellschaftlicher Kunstnormierungspraktiken einzuordnen.

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Item Type:Conference or Workshop Item (Speech), not refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Slavonic Studies
Dewey Decimal Classification:490 Other languages
410 Linguistics
Language:German
Event End Date:12 April 2015
Deposited On:29 Apr 2015 13:17
Last Modified:30 May 2016 15:36

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