Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Vertrauen in das Wissen anderer


Kuenzle, Dominique (2015). Vertrauen in das Wissen anderer. In: Rother, Wolfgang; Baer, Josette. Vertrauen. Basel: Schwabe Verlag, 43-56.

Abstract

Fragen wir uns, in welchen Fällen es angemessen und gerechtfertigt ist, das von Personen Gesagte (oder auf Büchern, Artikeln oder Webseiten Geschriebene) als eigene Überzeugung zu akzeptieren, so ist unumstritten, dass Vertrauen in diese Quellen meist angemessenen Wissenserwerb aus zweiter Hand („knowledge by testimony“) begleitet, Misstrauen hingegen einhergeht mit berechtigter Vorsicht und Skepsis. Umstrittener ist aber die in letzter Zeit intensiv diskutierte These, eine bestimmte Konzeption solchen Vertrauens zur Basis der grundsätzlichen Rechtfertigung von Wissenserwerb aus zweiter Hand zu machen. Ich erläutere in diesem Beitrag, wie diese Vorschläge vor dem Hintergrund der erkenntnis¬theoretischen und insbesondere empiristischen Tradition motiviert sind und welchen Konzeptionen von Vertrauen solche rechtfertigende Funktionen zugewiesen werden. Anschliessend zeige ich anhand von Schwächen dieses Modells, dass der theoretische Druck, eine reiche, moralisch aufgeladene Vertrauenskonzeption für die Rechtfertigung von Wissen aus zweiter Hand anzusetzen, erheblich kleiner wird, wenn wir dieses Modell ersetzen durch eine Auffassung von Aussagen (Wissensäusserungen) als normative, sanktionierbare sozial instituierte Handlungstypen.

Abstract

Fragen wir uns, in welchen Fällen es angemessen und gerechtfertigt ist, das von Personen Gesagte (oder auf Büchern, Artikeln oder Webseiten Geschriebene) als eigene Überzeugung zu akzeptieren, so ist unumstritten, dass Vertrauen in diese Quellen meist angemessenen Wissenserwerb aus zweiter Hand („knowledge by testimony“) begleitet, Misstrauen hingegen einhergeht mit berechtigter Vorsicht und Skepsis. Umstrittener ist aber die in letzter Zeit intensiv diskutierte These, eine bestimmte Konzeption solchen Vertrauens zur Basis der grundsätzlichen Rechtfertigung von Wissenserwerb aus zweiter Hand zu machen. Ich erläutere in diesem Beitrag, wie diese Vorschläge vor dem Hintergrund der erkenntnis¬theoretischen und insbesondere empiristischen Tradition motiviert sind und welchen Konzeptionen von Vertrauen solche rechtfertigende Funktionen zugewiesen werden. Anschliessend zeige ich anhand von Schwächen dieses Modells, dass der theoretische Druck, eine reiche, moralisch aufgeladene Vertrauenskonzeption für die Rechtfertigung von Wissen aus zweiter Hand anzusetzen, erheblich kleiner wird, wenn wir dieses Modell ersetzen durch eine Auffassung von Aussagen (Wissensäusserungen) als normative, sanktionierbare sozial instituierte Handlungstypen.

Statistics

Altmetrics

Additional indexing

Item Type:Book Section, not refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Philosophy
Dewey Decimal Classification:100 Philosophy
Language:German
Date:2015
Deposited On:09 Sep 2015 13:07
Last Modified:08 Dec 2017 13:58
Publisher:Schwabe Verlag
ISBN:978-3-7965-3451-5
Related URLs:http://www.schwabe.ch/schwabe-ag/buechersuche/ (Publisher)

Download

Full text not available from this repository.