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Neurophysiologische Diagnostik: Nahinfrarotspektroskopie


Terborg, C; Keller, Emanuela (2015). Neurophysiologische Diagnostik: Nahinfrarotspektroskopie. In: Schwab, S; Schellinger, P; Werner, C; Unterberg, A; Hacke, W. NeuroIntensiv. Berlin / Heidelberg: Springer, 75-79.

Abstract

Einführung : Die Überwachung der zerebralen Perfusion und Oxygenierung ist mit den bisherigen Methoden entweder zeit- und kostenaufwendig (Xenon-Dilution), erfordert einen Transport eines potenziell instabilen Patienten (SPECT, PET, Perfusions-CT, MRT) oder ist invasiv (Oxymetrie im Bulbus der V. jugularis, ptiO2-Monitoring, Thermodiffusionssonde). Diese Techniken sind daher insbesondere bei kritisch Kranken nur eingeschränkt einsetzbar und für ein perioperatives oder intensivmedizinisches Monitoring ungeeignet.
Das ideale Monitoringverfahren ist nichtinvasiv, technisch einfach („bedside“), ohne Nebenwirkung für den Patienten, beliebig oft wiederholbar und klinisch bedeutsam. Die transkranielle Dopplersonogrpahie (TCD) erfüllt zwar diese Anforderungen, misst jedoch Blutflussgeschwindigkeiten und keinen echten Blutfluss. Eine Messmethode des zerebralen Blutflusses (CBF), die am Krankenbett mit innerhalb von Minuten verfügbaren Resultaten einfach durchzuführen ist und mehrmals täglich wiederholt werden kann, ist bis heute nicht vorhanden.
Mit der Einführung der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) gelang es erstmals, nichtinvasiv und in hoher zeitlicher Auflösung Parameter der zerebralen Perfusion und Oxygenierung, d. h. Änderungen von zerebralem Oxyhämoglobin und Deoxyhämoglobin, darzustellen [79]. In vielen Studien wurde erfolgreich eine lokale Mehrdurchblutung auf verschiedene funktionelle Stimuli nachgewiesen, die mit den Ergebnissen von funktioneller MRT und PET korrelierten [80]. Mittels NIRS wurde die Vasomotorenreaktivität bei verschiedenen zerebrovaskulären Erkrankungen untersucht und ein perioperatives hämodynamisches Monitoring vorgenommen.
Während die Messung der zerebralen Sauerstoffsättigung bei einigen kommerziellen NIRS-Geräten in den 90er Jahren nicht reliabel war, wurden mittlerweile durch die neue Technologie der Tiefen- und räumlich aufgelösten Spektroskopie vielversprechende Ergebnisse erzielt, die sich möglicherweise als neues klinisches Monitoringverfahren für Patienten mit kritisch geminderter zerebraler Oxygenierung erweist. Darüber hinaus ist eine bettseitige Messung der zerebralen Perfusion mittels NIRS und intravenöser Injektion des Farbstoffes Indocyaningrün (ICG) möglich, was insbesondere für Patienten mit ischämischem Hirninfarkt auf Stroke Units und Intensivstationen und im Hinblick auf die Thrombolyse relevant sein könnte.

Abstract

Einführung : Die Überwachung der zerebralen Perfusion und Oxygenierung ist mit den bisherigen Methoden entweder zeit- und kostenaufwendig (Xenon-Dilution), erfordert einen Transport eines potenziell instabilen Patienten (SPECT, PET, Perfusions-CT, MRT) oder ist invasiv (Oxymetrie im Bulbus der V. jugularis, ptiO2-Monitoring, Thermodiffusionssonde). Diese Techniken sind daher insbesondere bei kritisch Kranken nur eingeschränkt einsetzbar und für ein perioperatives oder intensivmedizinisches Monitoring ungeeignet.
Das ideale Monitoringverfahren ist nichtinvasiv, technisch einfach („bedside“), ohne Nebenwirkung für den Patienten, beliebig oft wiederholbar und klinisch bedeutsam. Die transkranielle Dopplersonogrpahie (TCD) erfüllt zwar diese Anforderungen, misst jedoch Blutflussgeschwindigkeiten und keinen echten Blutfluss. Eine Messmethode des zerebralen Blutflusses (CBF), die am Krankenbett mit innerhalb von Minuten verfügbaren Resultaten einfach durchzuführen ist und mehrmals täglich wiederholt werden kann, ist bis heute nicht vorhanden.
Mit der Einführung der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) gelang es erstmals, nichtinvasiv und in hoher zeitlicher Auflösung Parameter der zerebralen Perfusion und Oxygenierung, d. h. Änderungen von zerebralem Oxyhämoglobin und Deoxyhämoglobin, darzustellen [79]. In vielen Studien wurde erfolgreich eine lokale Mehrdurchblutung auf verschiedene funktionelle Stimuli nachgewiesen, die mit den Ergebnissen von funktioneller MRT und PET korrelierten [80]. Mittels NIRS wurde die Vasomotorenreaktivität bei verschiedenen zerebrovaskulären Erkrankungen untersucht und ein perioperatives hämodynamisches Monitoring vorgenommen.
Während die Messung der zerebralen Sauerstoffsättigung bei einigen kommerziellen NIRS-Geräten in den 90er Jahren nicht reliabel war, wurden mittlerweile durch die neue Technologie der Tiefen- und räumlich aufgelösten Spektroskopie vielversprechende Ergebnisse erzielt, die sich möglicherweise als neues klinisches Monitoringverfahren für Patienten mit kritisch geminderter zerebraler Oxygenierung erweist. Darüber hinaus ist eine bettseitige Messung der zerebralen Perfusion mittels NIRS und intravenöser Injektion des Farbstoffes Indocyaningrün (ICG) möglich, was insbesondere für Patienten mit ischämischem Hirninfarkt auf Stroke Units und Intensivstationen und im Hinblick auf die Thrombolyse relevant sein könnte.

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Item Type:Book Section, not_refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic for Neurosurgery
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2015
Deposited On:05 Feb 2016 10:34
Last Modified:14 Feb 2018 11:12
Publisher:Springer
ISBN:978-3-662-46500-4
Additional Information:Copyright 2015
OA Status:Green
Publisher DOI:https://doi.org/10.1007/978-3-662-46500-4
Related URLs:http://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-662-46500-4

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