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Identität und Tautologie bei Wittgenstein


Büchi, Romain (2016). Identität und Tautologie bei Wittgenstein. Wittgenstein-Studien, 7(1):149-180.

Abstract

Die ersten Bemerkungen Wittgensteins zur Identität stammen vom Herbst 1913; Spuren zeitweise intensiver Beschäftigung mit dem Thema finden sich indes bis in die Logisch-philosophische Abhandlung. Die vorliegende Arbeit versucht jenen Gedankenläufen Wittgensteins zu folgen, die in seine eigentümliche Schreibweise gebundener Variablen und der Streichung des Identitätszeichens aus der Begriffsschrift mündeten. Neben der Typentheorie Russells hat,was im ersten Abschnitt gezeigt wird, besonders seine Analyse definiter Beschreibungen Wittgensteins frühe Gedanken zur Identität angeregt, zumal er sich nach der Ablehnung von Russells Definition der Identität der neuerlichen Frage gegenübersah, ob sich Sätze, worin das Zeichen der Identität vorkommt, weiter zerlegen lassen oder ob dieses vielmehr als Urzeichen angenommen werden müsse. Diese Frage stand für Wittgenstein in engem Zusammenhang mit dem,was er als das Grundproblem der Logik ausgemacht zu haben glaubte, d. i. mit der Frage nach der Beschaffenheit eines idealen Zeichensystems, das jede Tautologie auf ein und dieselbe Weise als Tautologie erkennen ließe. Wie in einer ausführlichen Besprechung der ab-Notation im dritten Abschnitt nachgewiesen wird, war die Lösung des Grundproblems denn auch das Ziel seines fieberhaften, letztlich aber erfolglosen Versuchs, die ab-Notation auf allgemeine Sätze - und insbesondere auf solche, worin das Identitätszeichen vorkommt - auszuweiten. Der vierte Abschnitt schließlich folgt Wittgensteins neuerlichem Anlauf zur Lösung des Grundproblems, der ausgeht von einer früheren Betrachtung zu dem bereits im zweiten Abschnitt behandelten Phänomen der Rekurrenz und deren Affinität zur Frage nach der richtigen Handhabung der Identität. Am Ende erweist sich die durch eine veränderte Variablenschreibweise ohne Verlust an Ausdruckskraft ermöglichte Streichung des Identitätszeichens gleichsam als Begleitprodukt der umfassenderen Bemühung, das Grundproblem der Logik doch noch einer Lösung zuzuführen.

Abstract

Die ersten Bemerkungen Wittgensteins zur Identität stammen vom Herbst 1913; Spuren zeitweise intensiver Beschäftigung mit dem Thema finden sich indes bis in die Logisch-philosophische Abhandlung. Die vorliegende Arbeit versucht jenen Gedankenläufen Wittgensteins zu folgen, die in seine eigentümliche Schreibweise gebundener Variablen und der Streichung des Identitätszeichens aus der Begriffsschrift mündeten. Neben der Typentheorie Russells hat,was im ersten Abschnitt gezeigt wird, besonders seine Analyse definiter Beschreibungen Wittgensteins frühe Gedanken zur Identität angeregt, zumal er sich nach der Ablehnung von Russells Definition der Identität der neuerlichen Frage gegenübersah, ob sich Sätze, worin das Zeichen der Identität vorkommt, weiter zerlegen lassen oder ob dieses vielmehr als Urzeichen angenommen werden müsse. Diese Frage stand für Wittgenstein in engem Zusammenhang mit dem,was er als das Grundproblem der Logik ausgemacht zu haben glaubte, d. i. mit der Frage nach der Beschaffenheit eines idealen Zeichensystems, das jede Tautologie auf ein und dieselbe Weise als Tautologie erkennen ließe. Wie in einer ausführlichen Besprechung der ab-Notation im dritten Abschnitt nachgewiesen wird, war die Lösung des Grundproblems denn auch das Ziel seines fieberhaften, letztlich aber erfolglosen Versuchs, die ab-Notation auf allgemeine Sätze - und insbesondere auf solche, worin das Identitätszeichen vorkommt - auszuweiten. Der vierte Abschnitt schließlich folgt Wittgensteins neuerlichem Anlauf zur Lösung des Grundproblems, der ausgeht von einer früheren Betrachtung zu dem bereits im zweiten Abschnitt behandelten Phänomen der Rekurrenz und deren Affinität zur Frage nach der richtigen Handhabung der Identität. Am Ende erweist sich die durch eine veränderte Variablenschreibweise ohne Verlust an Ausdruckskraft ermöglichte Streichung des Identitätszeichens gleichsam als Begleitprodukt der umfassenderen Bemühung, das Grundproblem der Logik doch noch einer Lösung zuzuführen.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Philosophy
Dewey Decimal Classification:100 Philosophy
Language:German
Date:February 2016
Deposited On:27 Oct 2016 09:38
Last Modified:27 Oct 2016 09:47
Publisher:De Gruyter
ISSN:1868-7431
Free access at:Publisher DOI. An embargo period may apply.
Publisher DOI:https://doi.org/10.1515/witt-2016-0110
Official URL:https://www.degruyter.com/view/j/wgst.2016.7.issue-1/witt-2016-0110/witt-2016-0110.xml

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