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Die grosse Rede des Timaios – ein Beispiel wahrer Rhetorik? : Zu Theorie und Praxis philosophischer Rhetorik in Platons Dialogen Gorgias, Phaidros und Timaios


Hartmann, Lucius (2017). Die grosse Rede des Timaios – ein Beispiel wahrer Rhetorik? : Zu Theorie und Praxis philosophischer Rhetorik in Platons Dialogen Gorgias, Phaidros und Timaios. Muttenz: Schwabe Verlag.

Abstract

Die grosse kosmologische Rede des Timaios weist im Vergleich zu ähnlichen Schriften des 4. Jahrhunderts eine Reihe von Eigentümlichkeiten auf, so ihre Einbettung in einen Dialog, den integrierten Götteranruf, den steten Wechsel zwischen μῦθος und λόγος, das Primat der Mündlichkeit vor der Schriftlichkeit und der zurückhaltende Einsatz von Rhetorik- und Stilmitteln. Auch innerhalb des corpus Platonicum erscheint sie durch ihren naturphilosophischen Inhalt, durch das zugrunde liegende Prinzip des εἰκός und durch ihre Länge singulär. Diese Auffälligkeiten lassen sich aus der konsequenten Anwendung der philosophischen Rhetorik, der Seelenführung durch Worte, erklären, welche Platon hauptsächlich in den Dialogen Gorgias und Phaidros konzipiert. Für diese bilden die mittels eines dialektischen Verfahrens erworbene Kenntnis des wahren Sachverhalts verbunden mit ethischem (Ideen)wissen, die korrekte Strukturierung der Rede und die vorgängige Definition zentraler Begriffe, die auf den einzelnen Adressaten ausgerichtete Anwendung einer wissenschaftlichen Psychologie und eine kritische Einstellung zum Wert der Schriftlichkeit die wichtigsten Kriterien. Timaios als begnadeter Astronom, politisch erfolgreicher Redner und wahrer Philosoph kann diese Anforderungen praktisch uneingeschränkt erfüllen. Dies ist neben dem Inhalt mit ein Grund für die enorme und über Jahrtausende dauernde Wirkung seiner Rede.

Abstract

Die grosse kosmologische Rede des Timaios weist im Vergleich zu ähnlichen Schriften des 4. Jahrhunderts eine Reihe von Eigentümlichkeiten auf, so ihre Einbettung in einen Dialog, den integrierten Götteranruf, den steten Wechsel zwischen μῦθος und λόγος, das Primat der Mündlichkeit vor der Schriftlichkeit und der zurückhaltende Einsatz von Rhetorik- und Stilmitteln. Auch innerhalb des corpus Platonicum erscheint sie durch ihren naturphilosophischen Inhalt, durch das zugrunde liegende Prinzip des εἰκός und durch ihre Länge singulär. Diese Auffälligkeiten lassen sich aus der konsequenten Anwendung der philosophischen Rhetorik, der Seelenführung durch Worte, erklären, welche Platon hauptsächlich in den Dialogen Gorgias und Phaidros konzipiert. Für diese bilden die mittels eines dialektischen Verfahrens erworbene Kenntnis des wahren Sachverhalts verbunden mit ethischem (Ideen)wissen, die korrekte Strukturierung der Rede und die vorgängige Definition zentraler Begriffe, die auf den einzelnen Adressaten ausgerichtete Anwendung einer wissenschaftlichen Psychologie und eine kritische Einstellung zum Wert der Schriftlichkeit die wichtigsten Kriterien. Timaios als begnadeter Astronom, politisch erfolgreicher Redner und wahrer Philosoph kann diese Anforderungen praktisch uneingeschränkt erfüllen. Dies ist neben dem Inhalt mit ein Grund für die enorme und über Jahrtausende dauernde Wirkung seiner Rede.

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Item Type:Monograph
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Greek and Latin Philology
Dewey Decimal Classification:470 Latin & Italic languages
480 Classical & modern Greek languages
Language:German
Date:13 January 2017
Deposited On:18 Jan 2017 11:22
Last Modified:18 Jan 2017 11:31
Publisher:Schwabe Verlag
Number of Pages:576
ISBN:978-3-7965-3633-5
Additional Information:Lic. phil. I Univ. Zürich, 1999. - Ref.: Christoph Riedweg
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